Uwe Koschinat, Trainer des SV Sandhausen, gestikuliert am Spielfeldrand (Foto: Imago, Foto: foto2press)

Fußball | 2. Bundesliga Der SV Sandhausen will den Klassenerhalt perfekt machen

Nach Wochen wie im Rausch hat das 0:3 gegen Bielefeld den SV Sandhausen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Doch die Niederlage sei aufgearbeitet, sagt Trainer Uwe Koschinat.

Das Bielefeld-Spiel hat Spuren hinterlassen. Dass man gegen die Arminia phasenweise chancenlos gewesen sei, habe für eine gewisse Verunsicherung gesorgt, räumt Koschinat vor dem Saisonfinale in Regensburg (Sonntag, 15.30 Uhr) ein. Dort geht es für Sandhausen, derzeit Tabellen-15. der 2. Bundesliga - darum, den Sturz auf den Relegationsrang 16 am letzten Spieltag zu vermeiden.

"Gegen Bielefeld hat die letzte Einstellung gefehlt"

"Doch wir haben die Partie intensiv analysiert - und waren uns einig, dass gegen Bielefeld vielleicht die letzte Einstellung gefehlt hat", sagt Koschinat. Die Erfolgserlebnisse der Vorwochen hätten zu einer trügerischen Sicherheit geführt. Und nach dem Rückstand sei sein Team zerrissen gewesen zwischen dem Drang, einen Treffer zu erzielen, und dem Bestreben, nicht zu viele zu kassieren. Schließlich wollte man sich nicht das Torverhältnis verhageln lassen.

Dauer

"Drucksituation ist größer geworden"

"Dadurch ist die Drucksituation natürlich größer geworden", sagt Koschinat: "Aber es ist ein Vorteil für die Psyche, solche Situationen im Laufe der Saison bereits gemeistert zu haben." Nun gelte es, für jede Situation verschiedene Mechanismen einzustudieren, um nicht wieder ins Schwimmen zu geraten.

Für Jahn Regensburg geht es um nichts mehr. Die Chancen auf den Aufstieg haben die Bayern verspielt. Doch davon will sich Koschinat nicht blenden lassen: "Regensburg spielt eine spektakulär gute Saison", so der SVS-Coach.

Respekt vor der Super-Saison des Jahn

Er geht davon aus, dass der Jahn diese auch mit einem Erfolgserlebnis beschließen will. Schließlich ist es der letzte Auftritt von Erfolgscoach Dietmar Beierlorzer vor heimischem Publikum: Der Jahn-Trainer verabschiedet sich nach der Saison in Richtung Köln. Und Leistungsträger Sargis Adamyan zieht nach Hoffenheim weiter.

Bei allem Respekt vor dem Gegner sagt Koschinat aber auch: "Wir dürfen uns nicht kleiner machen als wir sind." Schließlich hat sich der SVS zuletzt oft bärenstark präsentiert, war acht Spiele in Serie vor Bielefeld ohne Niederlage und liegt in Rückrundentabelle gleichauf mit dem Jahn.

Nicht auf Heidenheimer Schützenhilfe verlassen

Dass sein guter Bekannter Frank Schmidt, mit dem er einst gemeinsam den DFB-Trainerlehrgang absolvierte, Schützenhilfe leisten könnte, darauf will sich der Sandhäuser Übungsleiter nicht verlassen. Schmidt trainiert Heidenheim, das am Sonntag auf Sandhausens direkten Konkurrenten Ingolstadt trifft. "Wir haben es selbst in der Hand. Wir werden uns nicht auf andere und auch nicht darauf verlassen, dass ein Unentschieden reichen könnte."

Die Ausgangslage für den SVS ist klar: Sandhausen schafft den direkten Klassenerhalt mit einem Sieg in Regensburg. Sollten die Kurpfälzer Remis spielen, kommt es auf das Ergebnis der Ingolstädter an. Derzeit weist Sandhausen ein Torverhältnis auf, das um drei Treffer besser ist als das des FCI.

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