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Für den SV Sandhausen geht es am letzten Spieltag am Sonntag (15:30 Uhr) in Bochum noch einmal um alles. Die Kurpfälzer können den Klassenerhalt schaffen, sie könnten in die Relegation gehen oder sogar auch direkt absteigen.

Es ist schon ein mulmiges Gefühl, mit dem die Sandhäuser und ihre Fans in den letzten Spieltag gehen. Schließlich sind am Sonntag zwischen Freude und Frust alle möglichen Szenarien denkbar: Klassenerhalt, Relegation, aber auch der bittere Direktabstieg in die Drittklassigkeit. Denn mit den Würzburger Kickers steht bisher nur ein Absteiger fest. "Anspannung ist momentan das richtige Wort", umschreibt SVS-Trainer Gerhard Kleppinger vor dem Saison-Finale die Sandhäuser Gefühlswelt, "Anspannung ist gut, um griffig zu sein, verspannt sollten wir aber nicht sein".

Stand jetzt wäre der SVS gerettet: Platz 15 mit einem Punkt Vorsprung auf den 16. Osnabrück auf dem Releationsrang und drei Zähler gegenüber dem 17. Eintracht Braunschweig (31) auf dem ersten Abstiegsplatz. Fakt ist auch, dass sich Sandhausen mit einem Sieg am Sonntag (15:30 Uhr) beim VfL Bochum aus eigener Kraft retten kann. Auch ein Punkt würde reichen, falls Osnabrück nicht gewinnt.

Gerhard Kleppinger will angreifen

"Wir werden nicht mit allen Mann verteidigen, sondern angreifen. Dadurch wollen wir versuchen, Bochum zu Fehlern zu zwingen", beschreibt Sandhausens Trainer Gerhard Kleppinger den Matchplan für das Duell mit dem Top-Team der Liga, "abwarten ist nicht unser Ding, wir wollen unsere miserable Auswärtsbilanz aufbessern und ich bin guter Dinge, dass das klappen wird." Vorbereitet haben sich die Sandhäuser im Quarantäne-Trainingslager in Bad Dürkheim: "Es war eine sehr gute, intensive Trainingswoche. Jetzt wird es aber Zeit, dass wir am Sonntag wieder auf den Acker dürfen", freut sich Kleppinger trotz der hammerharten Aufgabe in Bochum.

Fakt ist auch: Verliert Osnabrück und holt Braunschweig maximal ein Unentschieden, dann darf sich Sandhausen beim VfL sogar eine Niederlage leisten, um sich auch im zehnten Jahr Zweitligist nennen zu dürfen.

Sandhausen kann sich selbst retten

Die Kurpfälzer aus der kleinsten Zweitliga-Gemeinde (15.000 Einwohner) haben zunächst also alles selbst in der Hand. Theoretisch. Die Praxis sieht aber so aus, dass das Team von Trainer Gerhard Kleppinger im Saison-Finale bei Spitzenreiter Bochum auf das stärkste Heimteam der Liga trifft. Und dass der VfL selbst noch ein Pünktchen benötigt, um sicher in die Bundesliga aufzusteigen. "Wir sind heiß", sagt Kleppingers Bochumer Kollege Thomas Reis, "alle werden brennen".

Auswärts historisch schlecht?

Dazu kommt, dass bei Sandhausen eine rekordverdächtig schlechte Auswärtsbilanz zu Buche steht: Die letzten elf Partien in der Fremde wurden allesamt verloren, von 16 Spielen nur ein einziges gewonnen. Die "Bestmarke im Schlechten" in der 2. Liga hält übrigens Rot-Weiß Oberhausen mit zwölf verlorenen Auswärtsspielen. Das ist fast 20 Jahre her.

Verliert der SVS in Bochum - was man aufgrund der Tabellenkonstellation befürchtet muss, dann bleibt in diesem Fall nur die Hoffnung, dass auch die Konkurrenz nicht punktet.

Gibt es Auer Schützenhilfe gegen Osnabrück?

Der VfL Osnabrück würde bei einem Sieg in Aue und einer Sandhäuser Niederlage in jedem Fall am SVS vorbeiziehen und wäre gerettet. Ein Dreier der Niedersachsen im Erzgebirge gilt unter Experten als durchaus machbar. Aue, auf Platz 13 jenseits von Gut und Böse, blamierte sich zuletzt beim 3:8 daheim gegen Paderborn bis auf die Knochen.

Danach reichten Trainer Dirk Schuster und Assistent Franz Krankmeldungen ein, werden auch nicht mehr nach Aue zurückkehren. Hintergründe sind nicht zu erfahren. Aktuell betreut Interimscoach Marc Hensel das Team. Schützenhilfe aus dem Erzgebirge ist wohl eher nicht zu erwarten.

Sandhausens Horrorvision Direktabstieg

Die schlimmste aller möglichen Konstellationen wäre, neben einem Osnabrücker Sieg, dass Sandhausen (Torverhältnis -17) deutlich in Bochum verliert und der Tabellenvorletzte Braunschweig (-25) beim Hamburger SV hoch gewinnt. Dann könnte auch die Eintracht noch am SVS vorbeiziehen. Sandhausen wäre abgestiegen.

Unwahrscheinlich? Von wegen. Der Hamburger SV hat inzwischen den Aufstieg verpasst, und Sandhausen wird sich noch bestens an den letzten Spieltag der vergangenen Saison erinnern: Damals gewann der SVS in Hamburg mit 5:1. Ob sich die stolzen Hanseaten noch einmal einfach gehen lassen.

Doppelte Feier in Bochum?

Vielleicht aber wird aus dem mulmigen Sandhäuser Gefühl am Sonntagnachmittag im Ruhrstadion gegen 17:20 Uhr eine rauschende Doppel-Party. Wenn der VfL Bochum den Aufstieg und der SVS gleichzeitig den Klassenerhalt feiern. "Wir sind überzeugt, dass wir`s packen", sagt Trainer Kleppinger. "Statistik interessiert mich nicht. Ich bin davon überzeugt, dass die Jungs das Spiel in Bochum rocken, sie sind heiß", ist der verletzte Kapitän Dennis Diekmeier von seinen Mitspielern überzeugt. So oder so: Alles ist möglich beim SV Sandhausen.

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