Dario Dumic, Pascal Testroet, Chima Okoroji und Aleksandr Zhirov feiern den 4:2-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg. (Foto: imago images, IMAGO / Zink)

Fußball | 2. Bundesliga

SV Sandhausen: Auch im zehnten Jahr "unabsteigbar"?

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Der SV Sandhausen spielt bereits seit zehn Jahren in der 2. Bundesliga. Auch in dieser Saison scheinen die Kurpfälzer den Klassenerhalt zu schaffen.

Ein nasser Rasen kann dem ein oder anderen Spieler große Probleme bereiten. Manchmal ist ein Ausrutscher aber auch ein Zeichen unbändiger Freude. So war es bei Sandhausens Ajdini Bashkim. Als er den 4:2-Siegtreffer von Pascal Testroet gegen den 1. FC Nürnberg bejubeln wollte, rutschte er auf dem Spielfeld der verstummten Max-Morlock-Arena aus.

Sportliche Ausrutscher hat sich der SV Sandhausen im Schlussspurt der 2. Liga bisher nicht erlaubt. Selbst gegen Aufstiegsfavoriten wie den Hamburger SV, Darmstadt 98, Werder Bremen und den FC St. Pauli konnte der SVS immer mindestens einen Punkt sammeln. "Wir wollen kein Favoriten-Schreck sein. Wir wollen Punkte holen, um in der Liga zu bleiben", erklärte Sandhausen-Coach Alois Schwartz nach dem Nürnberg-Spiel. Gerade die guten Leistungen gegen die Favoriten sorgen dafür, dass Sandhausen wohl auch in dieser Saison die Klasse halten kann und in der 2. Bundesliga bleibt.

Dem direkten Abstieg und Punktabzügen zum Trotz

Vor zehn Jahren begann das Zweitliga-Abenteuer des SV Sandhausen - und endete fast auch wieder. Der kleinste Klub der Liga beendete die Saison auf Platz 17 und wäre sportlich abgestiegen. Da der MSV Duisburg aber keine Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison erhielt und den Weg in die 3. Liga gehen musste, blieb Sandhausen doch in der Liga. Die Freude war entsprechend groß. "Das ist etwas ganz Besonderes für uns. Das ist seltener als ein Sechser im Lotto, was uns widerfahren ist", sagte Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier.

SV Sandhausen-Trainer Alois Schwartz gestikuliert an der Seitenlinie. (Foto: imago images, IMAGO / Jan Huebner)
Unter Trainer Alois Schwartz etablierte sich der SV Sandhausen in der 2. Bundesliga. IMAGO / Jan Huebner

In der Saison 2013/14 wollte der SV Sandhausen eine stärkere Rolle in der Liga einnehmen. Dazu holte man mit Alois Schwartz einen neuen Trainer ins Team. Das Ziel blieb gleich: Der Klassenerhalt. Schwartz erreichte dieses Ziel souverän - drei Spielzeiten am Stück. Selbst die Punktabzüge in den Saisons 2014/15 und 2015/16 wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung konnte die Mannschaft durch eine starke Leistung ausgleichen. In der Zeit unter Alois Schwartz spielte Sandhausen in der Hinrunde häufig oben mit. In der Rückrunde verpuffte das Formhoch aber, sodass man am Ende im Tabellenmittelfeld landete.

2016 wechselte Schwartz zum 1. FC Nürnberg. Der SVS verlor damit seinen Erfolgstrainer. Doch auch unter seinen Nachfolgern Kenan Cocak (bis 2018), Uwe Koschinat (bis 2021) und dem Trainer-Duo Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits hielt man die Klasse.

Nur Bremen und Schalke sind in dieser Rückrunde besser

Mit Kleppinger und Kulovits startete Sandhausen auch in die aktuelle Saison. Nach nur einem Sieg aus neun Ligaspielen wurde das Duo freigestellt und durch einen alten Bekannten ersetzt: Alois Schwartz kehrte im September 2021 in die Kurpfalz zurück.

Trotz des Trainerwechsels spielte der SV Sandhausen in der ersten Saisonhälfte wie ein Abstiegskandidat. Die Hinrunde beendete man auf dem 17. Platz. Erst in der Rückrunde zeigten die Kurpfälzer ein anderes Gesicht. Mit nur zwei Niederlagen und 24 Punkten steht Sandhausen aktuell auf Platz drei der Rückrundentabelle. Nur Bremen und Schalke spielen eine bessere Rückrunde. "Wir haben die Hinrunde analysiert und sind, wenn man es so sieht, zu den richtigen Schlüssen gekommen", meint Schwartz.

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Ein wichtiger Teil der Mannschaft ist die starke Defensive. Mit nur 13 kassierten Toren stellt Sandhausen die beste Verteidigung der Rückrunde. Im Zusammenspiel mit umschaltstarken Spielern entwickelte sich der SV Sandhausen in der zweiten Saisonhälfte zu einem unangenehmen Gegner.

Klassenerhalt kann gegen Schalke perfekt gemacht werden

Durch diese Trendwende stehen die Zeichen auch in dieser Saison wieder auf Klassenerhalt. Aktuell belegt Sandhausen den 15. Tabellenplatz und hat acht Punkte Vorsprung auf Dynamo Dresden auf dem Relegationsplatz. Am kommenden Freitagabend könnte beim Heimspiel gegen Schalke 04 der Klassenerhalt perfekt gemacht werden. Dennis Diekmeier schaut mit Vorfreude auf das Duell: "Wir werden Vollgas geben, damit wir zuhause mit den Fans feiern können", sagte er nach dem Spiel in Nürnberg.

Damit sich die Fans im Hardtwald-Stadion freuen können, muss Sandhausen mindestens ein Unentschieden erkämpfen. Ansonsten stünde der Klassenerhalt erst fest, wenn Dynamo Dresden am Samstag gegen Jahn Regensburg Punkte liegen ließe. Der Klassenerhalt und das elfte Zweitliga-Jahr sind für den "Dorfverein" also nur noch Formsache. Vorausgesetzt, man leistet sich in den letzten drei Spielen keine kapitalen Ausrutscher.

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