Mit dem Sieg gegen den 1. FC Heidenheim steht der SV Sandhausen kurz vor dem Klassenerhalt in der 2. Bundesliga (Foto: SWR, imago images / DeFodi)

2. Bundesliga | SV Sandhausen Sandhäuser "Mentalitätsmonster" stehen kurz vor dem Klassenerhalt

Nach dem Sieg beim 1. FC Heidenheim kann der SV Sandhausen nicht mehr direkt absteigen. Das hat die Mannschaft einer Erfolgsserie zu verdanken, die sie vom Tabellenende wegführte.

Anfang März galt der SV Sandhausen noch als fast sicherer Absteiger, nun steht der Fußball-Zweitligist kurz vor dem Klassenerhalt. Dank des 3:2 (0:1)-Sieges am Samstag beim 1. FC Heidenheim, der den ersten Bundesliga-Aufstieg damit wohl abhaken kann, können die Kurpfälzer nicht mehr direkt absteigen. Und der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträt zwei Spieltage vor dem Saisonende fünf Punkte, zudem hat Sandhausen ein besseres Torverhältnis als der Tabellen-16. FC Ingolstadt 04.

"Den letzten Punkt, den wir brauchen, wollen wir uns im Heimspiel am Sonntag gegen Bielefeld holen und den Deckel draufmachen. Dabei hätte nach dem Aue-Spiel keiner mehr einen Cent auf uns gesetzt", sagte Präsident Jürgen Machmeier. Am 2. März verlor Sandhausen gegen den Abstiegskonkurrenten Erzgebirge Aue und stand niedergeschlagen am Tabellenende. Danach gelang dem Team jedoch eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage, darunter waren sechs Siege.

Uwe Koschinat wird zum Gesicht des Aufschwungs

"Die Mannschaft hat eine Monster-Mentalität, es ist erstaunlich, wie gut sie immer wieder Rückschläge weggesteckt hat", erklärte Machmeier. Der Vereinschef bezog das zwar auf den zweimaligen Rückstand in Heidenheim durch die FCH-Tore von Denis Thomalla (45. Minute) und Patrick Mainka (60.), es gilt übertragen aber auch für die gesamte Saison. "Eine Serie, wie sie nach dem Aue-Spiel folgte, habe ich noch nie erlebt", meinte Torwart Marcel Schuhen, der den Sieg in Heidenheim mit starken Paraden sicherte.

Das Gesicht des Aufschwungs, der Sandhausen vor dem Montagsspiel von Spitzenreiter 1. FC Köln zur zweitbesten Rückrundenmannschaft macht, ist neben Trainer Uwe Koschinat auch Stürmer Andrew Wooten. Mit neun Toren in den vergangenen acht Spielen schoss er die Nordbadener aus dem Keller, in Heidenheim traf er zum zwischenzeitlichen 1:1 per Foulelfmeter (57.) und zum 3:2-Endstand (69.). Den Treffer zum 2:2 erzielte Leart Paqarada (67.). "Der Teamgeist zeichnet uns aus, jeder kämpft für jeden. Und wir haben im Moment einfach sehr großes Selbstvertrauen", meinte Wooten, der mit 17 Treffern Dritter der Torschützenliste ist.

Heidenheim musst den Aufstieg wohl abhaken

Für Heidenheim dürfte das Aufstiegsrennen trotz der mit 49 Punkten jetzt schon besten Saison der Vereinsgeschichte dagegen wohl gelaufen sein. Statt die Patzer der Konkurrenz zu nutzen, verpasste das personell geschwächte Team von Trainer Frank Schmidt die Gelegenheit, den Rückstand auf Rang drei zu verkürzen. "Für uns ist das schade", sagte der FCH-Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald. "Aber wir hätten uns vor der Saison niemals erträumt, um den Aufstieg mitspielen zu können." Nach der schwierigen vergangenen Spielzeit sei das Ziel der Nichtabstieg gewesen, das habe das Team "total erreicht".

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