Koschinat gibt Anweisungen im Training. (Foto: Imago, Imago)

Fußball | 2. Bundesliga So läuft der Spieltag beim SV Sandhausen ab

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Sandhausens Trainer Uwe Koschinat muss sich an einem Spieltag "nicht von allem abschotten". Vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC gewährt er exklusive Einblicke hinter die Kulissen.

Morgenroutine

Freitag, 13. September, 8:30 Uhr. Schlosshotel Karlsruhe. Das Team des SV Sandhausen sitzt beim Frühstück. Trainer Uwe Koschinat kennt diese Situation bestens: "Wenn wir Freitagabends spielen, haben wir die Routine, dass wir um 8:30 Uhr frühstücken. So eröffnen wir den Morgen."

Um viertel vor zehn geht es weiter mit der zweiten Gegnerpräsentation. Nachdem bei der ersten Präsentation am Vortag Spielszenen des Karlsruher SC analysiert wurden, geht es nun um "die Erklärung der Stärken einzelner Spieler und um Standardsituationen", so Koschinat.

Im Anschluss absolviert der SVS eine leichte Einheit auf dem Trainingsplatz in Karlsruhe. Laut Koschinat geht es dabei um "lockeres Anschwitzen und darum, die Muskulatur durchzuarbeiten".

Dauer

Nudeln bis zum Abwinken

12:30 Uhr. Mittagstisch im vom Wildparkstadion 4,6 Kilometer entfernten Quartier der Sandhäuser. Die Devise: Kohlenhydratspeicher auffüllen. Volle Speicher sind besonders wichtig. Sie unterstützen den Körper bei langen und intensiven Ausdauerleistungen. Drei Stunden später wird das nächste Buffet eröffnet. Kaffee, Kuchen und noch mehr Nudeln - für alle, die wollen.

"Guten Hunger, Jungs! Ablauf wie immer. Halb fünf sehen wir uns oben im Besprechungsraum. Dann auschecken und rüberfahren"

Uwe Koschinat

Wer spielt?

16:30 Uhr. Mannschaftsbesprechung. Die zweite an diesem Tag. Behandelt wird die eigene taktische Ausrichtung. Koschinat trägt die Startaufstellung vor. Kurz darauf fährt der Sandhausen-Bus zum Wildpark los. "Usus unter den meisten Mannschaften ist, dass man sich bemüht, 90 Minuten vor Anpfiff im Stadion zu sein", erklärt der SVS-Coach.

Der Abend

18:27 Uhr. Die Mannschaften laufen ein. An diesem Abend ist nicht viel zu holen in Karlsruhe. Nach drei Siegen in Folge verliert die Mannschaft des gebürtigen Koblenzers Koschinat mit 0:2. Das Spiel nimmt ihn mit. "Wenn du hergespielt wirst, dann musst du als Sandhausen zugeben, dass es Grenzen in dieser Liga gibt", äußert er sich selbstkritisch. Zudem müsse man sofort aufpassen, nicht in eine Negativspirale zu geraten.

21:40 Uhr. Abendessen. Für den Trainer der Sandhäuser gibt es die Mahlzeit auf dem Weg nachhause. Einblicke in die Spielvorbereitung zu gewähren, wäre für viele Klubs und Trainer undenkbar. "Ich glaube, ein paar Nischen zu öffnen, die den Verein interessant machen, kann dem SV Sandhausen nur gut tun", sagt Koschinat. Jetzt hat der Trainer Hunger. Mit der handelsüblichen Styroporschachtel aus dem Fast-Food-Restaurant in der Hand steigt er ein. Der dunkelgraue Bus fährt in die Nacht.

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