VfB-Fans in Sandhausen 2016 (Foto: Imago, Imago)

Fußball | 2. Bundesliga Trotz schwäbischer Invasion - Sandhausen will wieder den großen VfB Stuttgart ärgern

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Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt der SV Sandhausen den VfB Stuttgart zum nächsten Baden-Württemberg-Duell. Dabei werden rund 15.000 Fans erwartet, viele von ihnen kommen aus der Landeshauptstadt.

Zum Stichtag 30. Juni dieses Jahres zählte die Gemeinde Sandhausen genau 15.164 Einwohner. In Stuttgart leben aktuell rund 622.000 Menschen, also rund 41 Mal so viel. Allein schon diese kleine Zahlenspielerei zeigt den großen Unterschied zwischen dem SV Sandhausen und dem VfB Stuttgart, dem Duell Dorfverein gegen Traditionsclub aus der Landeshauptstadt.

Auch ein VfB-Fan-Zug fährt nach Sandhausen

Am Sonntag jedenfalls wird die kleine Arena am Sandhäuser Hardtwald (Fassungsvermögen 15.000) aus den Nähten platzen. Markus Beer, der Pressesprecher des SVS erwartet "ein volles Haus", bis Donnerstag waren bereits 12.500 Karten verkauft. Das liegt vor allem auch daran, das "rund 6.000 bis 7.000 VfB-Fans" (Beer) aus der Stuttgarter Region in der Kurpfalz erwartet werden. Das offizielle VfB-Kontingent ist mit 3.600 Tickets bereits restlos vergriffen, dazu kommen mehrere Tausend Stuttgarter, die sich über andere Wege Karten besorgen. Die Deutsche Bahn setzt am Sonntag auch einen sogenannten Entlastungszug ein (Abfahrt 9:29 Uhr in Stuttgart), der kurz vor 11 Uhr am kleinen Bahnhof Sandhausen/St.Ilgen erwartet wird. Von dort können die zahlreichen VfB-Fans gemütlich durch die Gemeinde in die Arena marschieren. Die Wege sind kurz, es stehen aber auch Shuttle-Bussen bereit. Durchaus also eine Art "schwäbische Invasion" in der Kurpfalz.

2016 gewann Stuttgart nur knapp in Sandhausen

Übermächtige Stuttgarter, das ist allerdings kein neues Szenario für Sandhausen. Am 26. August 2016, einem Freitagabend, war der VfB schon einmal bei einem Zweitliga-Spiel zu Gast am Hardtwald. Auch damals waren die Tribünen gespickt mit geschätzten 10.000 VfB-Fans, die für Stuttgarter Heimspiel-Atmosphäre sorgten. Trotzdem kam das Team, damals noch trainiert von Jos Luhukay, nur mit Ach und Krach zu einem knappen 2:1-Erfolg gegen den SVS.

Dauer

SVS-Trainer Uwe Koschinat will neue Fans gewinnen

SVS-Trainer Uwe Koschinat jedenfalls zeigt sich keinesfalls vorab eingeschüchtert, von der schwäbisch-dominanten Kulisse im eigenen Haus: "Das mediale Interesse ist größer als sonst", sagt Trainer Uwe Koschinat gegenüber SWR Sport. Wie zuletzt im August im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach, "als wir es geschafft haben, auch neutrale Zuschauer auf unsere Seite zu ziehen", so Koschinat auf der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag. Der SVS-Coach will sich aber auf das sportliche konzentrieren gegen einen Gegner "mit einer ganz speziellen Spiel-Idee. Das wird eine große Herausforderung, aber wir freuen uns".

Und auch diesmal sollte sich der Aufstiegs-Anwärter vor den kampfstarken Kurpfälzern in Acht nehmen, knöpfte doch der SVS den Ex-Bundesligisten Hannover 96 und Arminia Bielefeld jeweils ein verdientes 1:1-Unentschieden ab, seit vier Spielen ist Sandhausen ungeschlagen. Wie überhaupt die jüngere Geschichte des SVS geradezu wundersam wirkt: 2012 aufgestiegen, hat sich der "Fußball-Zwerg" bereits in der achten Saison in Folge in der 2. Bundesliga fest getackert, gilt mit kleinen Mitteln aber famoser Arbeit inzwischen als "Überlebenskünstler" der Liga.

Der historische Pokal-Triumph gegen den VfB bleibt unvergessen

Und dass man auch als Außenseiter immer eine Chance gegen ganz Große hat, das zeigt auch ein Blick in die Fußball-Geschichtsbücher. In Sandhausen erinnert man sich nur allzu gerne an den 27. August 1995, als der damalige Regionalligist in einem historischen Elfmeterschießen den mit Stars wie Balakov, Berthold oder Bobic gespickten Bundesligisten aus Stuttgart mit 13:12 aufs dem DFB-Pokal warf...

Enttäuschte Stuttgarter Gesichter nach der Pokal-Pleite von Sandhausen (Foto: SWR, imago)
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