Alois Schwartz wird neuer Trainer des SV Sandhausen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | 2. Bundesliga

Nach "Horror"-Zeit: Alois Schwartz zurück beim SV Sandhausen

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Nur einen Tag nach der Freistellung des Trainerduos Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits hat der SV Sandhausen seinen neuen Coach vorgestellt. Es ist ein alter Bekannter: Alois Schwartz soll den SVS vor dem Absturz in die Drittklassigkeit retten.

Für Schwartz ist es eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Der 54-Jährige trainierte die Kurpfälzer bereits von Juli 2013 bis Juni 2016. Danach wechselte er zum Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg. Zuletzt saß Schwartz von August 2017 bis Februar 2020 beim Karlsruher SC auf der Bank, bevor er bei den Badenern gefeuert wurde.

Anschließend war der frühere Profi vereinslos. Nun ist er wieder beim SVS. Sein Co-Trainer wird Dimitrious Moutas, früherer Profi bei den Stuttgarter Kickers und beim SC Freiburg. Der Vertrag gilt zunächst bis zum Saisonende. Sollte Schwartz mit Sandhausen den Abstieg vermeiden, verlängert sich der Kontrakt bis zum 30. Juni 2023.

Schwere 19 Monate

Die vergangenen 19 Monate ohne Trainerjob seien für ihn der "Horror" gewesen, gab der Fußballlehrer ehrlich zu. "Weil man das, was man gerne macht, nicht tun konnte." Durch Corona habe er auch nicht in die Stadien gehen können, sondern habe viele Spiele am TV erleben müssen. Einen positiven Aspekt konnte Schwartz dieser vertraglosen Zeit trotzdem abgewinnen:

Ich habe die meiste Zeit mit meinen Enkelkindern, die vier und zwei Jahre alt sind, verbracht. Das habe ich bei meinen eigenen Kindern nicht geschafft, weil ich ständig unterwegs war."

"Entwicklung war nicht mehr gegeben"

"Wenn wir ganz ehrlich sind und sauber analysieren, dann war die Entwicklung zuletzt nicht mehr gegeben", sagte SVS-Präsident Jürgen Machmeier rückblickend zu den letzten Spielen und zur sportlichen Entwicklung in Sandhausen. "Im Fußball ist es dann so, dass man nicht einfach sechs oder sieben Spieler austauschen kann, obwohl man sie austauschen müsste. Sondern der Trainer ist das schwächste Glied. Wir haben die Situation analysiert, doch dann mussten wir handeln. Auch wenn es hoch emotional war. Aber es geht um den SV Sandhausen und um die sportliche Entwicklung der Mannschaft. Wir müssen die Kurve jetzt relativ schnell bekommen."

Schwartz froh über Rückkehr

Schwartz selbst geht seine Aufgabe mit Respekt an. "Ich freue mich nach fünf Jahren, die ich weg war, wieder hier zu sein. Es wird nicht einfach", sagte der Coach: "Es gilt jetzt, die Mannschaft dahin zu bringen, dass sie ihr Potenzial abruft. Die zweite Liga ist voller großer Namen, deshalb müssen wir Konstanz und Selbstvertrauen entwickeln."

Schwartz fühlt auch mit seinen Vorgängern. "Es tut mir im Herzen weh. Das sind zwei wirklich feine Leute, mit denen ich noch zusammengearbeitet habe. Beide hatten sehr viel Herzblut und Leidenschaft. Aber so ist leider das Fußballgeschäft", sagte er.

Sandhausen steht nach sieben Spieltagen mit nur vier Zählern auf dem Relegationsplatz. Zuletzt kassierte das Team drei Niederlagen in Serie. Die erste Aufgabe für seinen alten und neuen Arbeitgeber steht für Schwartz am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenzwölften Hannover 96 an.

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