Jo Reichert feiert den Zweitliga-Aufstieg des SSV Ulm 1846.

Fußball | 2. Bundesliga

Jo Reichert - der fromme Leader des SSV Ulm

Stand
Autor/in
Paul Antwerpes
Redakteur/in
Johannes Seemüller

Johannes "Jo" Reichert ist der Kopf der Mannschaft des SSV Ulm 1846 Fußball. Der Innenverteidiger führte sein Team in die 2. Bundesliga. Der Glaube an Gott gibt ihm Energie.

Glaube ist Privatsache. Oder doch nicht? Johannes "Jo" Reichert, Kapitän von Zweitliga-Aufsteiger SSV Ulm 1846, macht aus seiner Überzeugung kein Geheimnis und bekennt sich zu seinem Glauben an Gott. Die christlichen Werte und Überzeugungen ermutigen Reichert, voller Leidenschaft auf dem Platz zu agieren. Der 32-Jährige ist der Leader des Ulmer Teams. Wenn er mal verletzt ist und nicht spielen kann, stellt er sich in die Kurve und feuert seine Kollegen voller Inbrunst und Herzblut an. Seine Energie zieht er aus seinem christlichen Glauben.

Johannes Reichert - aus dem christlichen Elternhaus rein in die Fußballwelt

Der Ulmer wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. "Je älter ich wurde, umso mehr habe ich meinen christlichen Background verlassen", erzählt Reichert in den sozialen Medien. Er habe sich vor allem auf den Lifestyle eines Fußballprofis fokussiert. Er lenkte seinen Blick auf materielle Dinge und Geld. "Ich wollte reich und anerkannt werden", erzählt er in einem Video von "Fussball mit Vision". Doch dann kamen einige Rückschläge, auch in seiner sportlichen Karriere. "Ich habe gemerkt, dass mich das nicht so erfüllt, wie ich es mir erhofft hatte. Ich bekam auch nicht die Anerkennung, die ich mir wünschte." Er fing an, sich mit anderen zu vergleichen und fühlte sich schlecht.

Ich fühlte mich gefangen, und es zog mich immer weiter runter.

Die Bibel als Leistungsbooster beim SSV Ulm

Das negative Gedanken-Karussell nahm an Fahrt auf. In dieser Zeit erinnerte er sich an seine christlichen Wurzeln. "Ich habe bewusst angefangen, in der Bibel zu lesen. Ich spürte, diese Botschaft macht mich unabhängig von äußeren Umständen und von der Anerkennung anderer." Er habe "wie der verlorene Sohn", einer Geschichte aus der Bibel, zu Gott zurückgefunden. Dieser neue Blickwinkel verleihe ihm Freude und Gelassenheit.

Reichert ist Mitglied beim Projekt "Fußball mit Vision". Dies ist ein Zusammenschluss von gläubigen Fußballspielern. Andere bekannte Profis wie Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg), Davie Selke (1. FC Köln), Felix Uduokhai (FC Augsburg) oder Ex-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Melanie Behringer machen auch bei diesem Projekt mit. Der Verein, der 2022 gegründet wurde, möchte vor allem jungen Menschen die christlichen Werte vermitteln. Dafür gehen manche Fußballprofis an Schulen und erzählen aus ihrem Leben und aus der Welt des Profifußballs. "Wir haben uns connected und stehen öffentlich zu unserem Glauben", erzählt Reichert im SWR-Interview. "Es tut einfach gut, sich mit anderen Jungs aus dem Profifußball zu verbinden. Es ist eine schöne Sache für uns."

Positive Reaktionen auf den Glauben von Johannes Reichert

Die Reaktionen auf seine Offenheit bei diesem eher persönlichen Thema seien durchweg positiv, berichtet Reichert. "Viele finden es super, dass es Profifußballer gibt, die zu ihrem Glauben stehen." Er wolle aber auf keinen Fall die Leute missionieren. "Jeder darf glauben, was er möchte. Ich glaube an Jesus Christus und stehe dazu. Nicht mehr und nicht weniger."

Am 2. Juli wird Reichert 33. Sein Vertrag läuft noch bis 2026. Der Ulmer Kapitän blickt entspannt in die Zukunft. Er sagt: "Ich weiß, unabhängig von meiner Fußballerkarriere, dass ich geliebt und wertvoll bin."

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Paul Antwerpes
Redakteur/in
Johannes Seemüller

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