Freiburgs Jeong mit Trainer Streich (Foto: imago images, imago images/Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga

Freiburgs Wooyeong Jeong: Endgültig in der Bundesliga angekommen

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Mit gerade mal 70 Kilogramm ist er das Leichtgewicht im Team. Der Leistung nach wird er immer mehr zum Schwergewicht: Wooyeong Jeong. Das weckt Begehrlichkeiten.

Es ist mal wieder soweit! Der SC Freiburg hat sich durch Topleistungen wieder unfreiwilligerweise ins Schaufenster des Transfer-Marktplatzes gespielt. Dass der Name Vincenzo Grifo immer wieder fällt, ist nicht neu. Aber immer öfter fällt eben auch der von Wooyeong Jeong.

Beim 2:2 gegen Bielefeld war Wooyeong Jeong mal wieder bester Freiburger auf dem Platz. Nicht nur wegen seines Treffers zum 2:0. Er wuselte, er presste, er schuf Räume und er erarbeitete sich Chancen. Allein die Verwertung ließ am Ende zu wünschen übrig.

Christian Streich: "Er ist ein ganz toller Mensch!"

Irgendwie scheint der Südkoreaner in dieser Spielzeit endgültig in der Bundesliga angekommen. Das hatte sich früh in der Saison angedeutet. Beim 3:2-Sieg in Stuttgart am dritten Spieltag schoss er seinen ersten Bundesliga-Doppelpack. Es hatte sich ein Kreis geschlossen. Fast ein Jahr zuvor hatte Jeong sein Bundesliga-Debüt für den SC Freiburg gegeben - beim 3:2-Erfolg in Stuttgart.

Der Doppelpack Ende August war so etwas wie die Initialzündung: Inzwischen gehen vier der 30 Freiburger Tore auf sein Konto. Der 22-Jährige ist gemeinsam mit Vincenzo Grifo, Lucas Höler und Philipp Lienhart bester SC-Torschütze. Damit hat Jeong jetzt schon so oft getroffen wie in der gesamten Vorsaison. Dass er von den bislang 18 Spielen nur dreimal nicht von Anfang an auf dem Platz stand, unterstreicht sein Ansehen beim Trainer, der ihn längst nicht nur fußballerisch schätzt: "Der Wooyeong ist ein ganz toller Mensch", sagte Christian Streich schon Ende August in Stuttgart, "auch außerhalb des Platzes! Ein toller Kerle einfach."

Vom FC Bayern nach Freiburg und doch wieder zurück?

Einen Tag vor Heiligabend hatte der SC Freiburg bekannt gegeben, dass Wooyeong Jeong seinen Vertrag vorzeitig verlängert habe. "Neben seinen fußballerischen Fähigkeiten bringt er viel Energie und Intensität auf den Platz. Attribute, die auch unsere Spielweise verkörpern", wurde SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach dazu zitiert. Attribute, die aber auch die Gerüchteküche befeuern. Als 18-Jähriger war Jeong aus der Heimat Südkorea in den Nachwuchsbereich des FC Bayern gewechselt, kam zur Saison 2019/20 zum SC Freiburg und gehört auch aufgrund seiner Vielseitigkeit zu den Lieblingsschülern von Christian Streich: Mal spielt Jeong links, mal rechts, mal als hängende Spitze oder als zentraler Stürmer. Für Südkorea gab er im vergangenen Jahr sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Jetzt soll also auch der Ex-Klub FC Bayern, für den er sogar unter Nico Kovac 2018 mal neun Minuten lang Champions-League-Luft schnuppern durfte, eine Rückholaktion planen. Medienberichten zufolge haben sich die Münchner eine vertragliche Option offen gehalten und könnten ihn im Sommer für zehn Millionen Euro zurückholen. Andererseits ist da auch noch Hoffenheim. Trainer Sebastian Hoeneß kennt den Südkoreaner aus München bestens: Gemeinsam sind die beiden mit dem FC Bayern II Drittliga-Meister geworden. Die TSG strebt die Champions-League an, Jeong wäre eine logische Verstärkung.

Jeong und das Tor für die Geschichtsbücher

Wooyeong Jeong selbst lässt sich bislang von dem angeblichen Ringen um ihn nicht beeindrucken. Und hat sich beim SC Freiburg seinen Platz in der Vereinshistorie übrigens schon gesichert: Im ersten Pflichtspiel im neuen Stadion schoss er beim 1:1 gegen Leipzig das erste Freiburger Pflichtspieltor im Europa-Park-Stadion. Es war der Aufbruch in eine neue Ära. Sein Aufbruch inklusive.

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