Freiburgs Trainer Christian Streich schaut am Spielfeldrand nachdenklich.

Fußball | Bundesliga

SC Freiburg: So sollen wieder mehr Tore fallen

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AUTOR/IN
Kira Rutkowski

Der SC Freiburg hat an den vergangenen drei Spieltagen einige Großchancen liegen gelassen. So will Trainer Streich die Effizienz wieder verbessern.

Drei Tore, davon ein Eigentor. Die Offensive des SC Freiburg ist in dieser Saison noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Sowohl beim Saisonauftakt, als auch bei den Spielen gegen Bremen und Stuttgart ließ der Sport-Club gute Möglichkeiten ungenutzt. Die Statistik zeigt deutlich: Obwohl die Breisgauer im Schnitt 17 Torschüsse pro Spiel abgaben, wovon sieben als Großchancen eingeordnet wurden, traf der SC nur drei Mal. Die Abschluss-Effizienz ist damit die schlechteste der Liga und die drei Tore nach drei Spieltagen stehen für die schlechteste Tor-Ausbeute der Breisgauer seit sechs Jahren.

Gründe für die mangelnde Chancenverwertung

Kein Team scheiterte in dieser Saison bislang so oft an der Latte oder dem Pfosten wie der SC. Neben diesem fehlenden Spielglück kommt hinzu, dass Christian Günter wieder verletzt ausfällt. Damit fehlte gegen Bremen und Stuttgart einer, der Sicherheit und Selbstvertrauen auf dem Platz ausstrahlt und einer, der wie beim Tor im Pokal gegen Oberachern Verantwortung übernimmt. Zudem könnte ein Grund sein, dass auch schon in der Saisonvorbereitung immer wieder nicht alle Spieler mit der Mannschaft trainiert haben, Laufwege also (noch) nicht hundertprozentig abgestimmt sind.

Gregoritsch mit frischem Selbstbewusstsein?

Die meisten Torabschlüsse der Breisgauer hatte bislang Michael Gregoritsch. Aus den elf Torschüssen resultierte allerdings noch kein Tor. Er solle sich nicht zu viele Gedanken machen, meint Trainer Christian Streich. "Gregerl weiß ja, wo das Tor steht und wie er in welcher Situation zu handeln hat." Deshalb habe er das ihm gegenüber auch nicht besonders thematisiert, so Streich, wichtig sei, einfach zu üben. "Wenn du es zu viel thematisierst, kriegen die einen Knoten im Kopf, dann geht nichts mehr."

Der österreichische Nationalspieler traf in der Länderspielpause für sein Land gegen die Republik Moldau und auch gegen Schweden. "Das tut ihm sehr gut und uns auch, dass er da erfolgreich war", ordnet Streich ein. Er habe in letzter Zeit zwei, drei Chancen liegen lassen, über die er sich sehr geärgert habe. Dass Österreich gewonnen hat und die Chancen auf eine EM-Teilnahme 2024 sehr gut stehen, gebe Selbstvertrauen. Gutes Omen für das kommende Heimspiel gegen den BVB könnte zudem sein, dass Gregoritsch im vergangenen Heimspiel gegen Dortmund im August 2022 zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung traf (Spiel endete 1:3).

Auch Standards sind noch nicht erfolgreich

Eine große Stärke des Freiburger Teams sind bekanntermaßen die Standards. In der vergangenen Saison erzielte der SC 21 Tore nach Standard-Situationen. In dieser Bundesliga-Saison gelang nach einem Standard noch kein Treffer. Dass der Standard-Spezialist Günter ausfällt, stimmt dahingehend nicht wirklich optimistisch. Allerdings hat sein Standard-Kollege Vincenzo Grifo im Testspiel am vergangenen Wochenende gezeigt, dass er natürlich nichts verlernt hat. Er erzielte aus 18 Metern ein Freistoß-Tor und vielleicht folgt am kommenden Wochenende der erste Treffer der Bundesliga-Saison - immerhin ist er der Freiburger Top-Torschütze der letzten Saison.

Streich: "Müssen sich Sicherheit holen"

Fehlende Torerfolge können zur Kopfsache werden, deshalb betont Christian Streich die fehlende Effizienz nicht zu sehr gegenüber den einzelnen Spielern. Vielmehr gehe es darum, mit vielen Abschlussübungen im Training für Erfolgserlebnisse zu sorgen: "Nicht zu viel thematisieren, sondern auf dem Platz Übungen machen, damit sich die Spieler Sicherheit holen über diese Abschlüsse - über die Erfahrungswerte der Abschlüsse im Training."

Was macht außerdem Hoffnung?

Zugegeben, es sind bislang erst drei Spiele in der Bundesliga absolviert und für Alarmismus oder Schwarzmalerei in Bezug auf die Freiburger Offensive gibt es keinen Anlass. Trotzdem könnte der Standardtreffer von Vincenzo Grifo im Testspiel gegen den Karlsruher SC ein Tür- bzw Toröffner gewesen sein. Offensivmann Roland Sallai hat mit seinem Tor im Pokal gegen Oberachern und dem Treffer gegen die TSG Hoffenheim schon gezeigt, dass seine Form nach einer durchwachsenen vergangenen Saison wieder stimmt. Er hat jetzt schon mehr Tore erzielt als in der vergangenen Saison. Und nicht zu vergessen ist auch, dass Neuzugang Maximilian Philipp bereits getroffen hat. Wenn Offensiv-Neuzugang Junior Adamu in den kommenden Wochen weiter beschwerdefrei mit der Mannschaft trainiert, sich Laufwege verfestigen und Selbstvertrauen hinzukommt, dann springt bei den herausgespielten Großchancen bestimmt auch wieder Zählbares für die Breisgauer heraus.

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Kira Rutkowski

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