Der SC Freiburg vor der neuen Saison (Foto: IMAGO, Imago)

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Die Planspiele des SC Freiburg: Wer kommt, wer geht?

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Mit Platz sechs in der Bundesliga und dem Erreichen des DFB-Pokalfinales blickt der SC Freiburg auf eine erfolgreiche Saison zurück. Jetzt werden die Weichen für die neue Runde gestellt.

Auf den Trainingsplätzen des SC Freiburg herrscht in diesen Tagen Ruhe. Nach dem emotional gefeierten Saisonende letzten Sonntag mit mehreren tausend Fans vor dem Stadttheater, sind die Bundesliga-Profis in alle Welt ausgeflogen. Wohlverdiente Urlaubszeit.

Es sei denn, man ist noch mit seinem Nationalteam unterwegs. So sind beispielsweise Nico Schlotterbeck, Roland Sallai, Ermedin Demirovic und Philipp Lienhart in der Nations League gefordert. Wooyeong Jeong spielt für Südkorea, Kiliann Sildilla für Frankreichs U20.

Hochphase in der Kaderplanung

Weil aber nach der Saison auch vor der Saison ist, wird im Hintergrund auch in Freiburg fleißig weiter gewerkelt und das Team für die kommende Runde zusammengebastelt. Sportdirektor Klemens Hartenbach und Sportvorstand Jochen Saier werden das in bewährter Manier bewerkstelligen, in aller Ruhe. Nach Platz sechs in der Bundesliga und dem Einzug in die Europa League sowie dem Erreichen des DFB-Pokalfinales ist klar: Die aktuelle Mannschaft passt bestens zusammen, ist sportlich wetterfest. Stellschrauben müssen nur an wenigen Ecken nachgezogen werden.

Ist St.Paulis Top-Scorer Kyereh der Top-Kandidat?

Nicht zu unterschätzen ist die Teilnahme an der Europa League und die damit verbundene Mehrbelastung. Die eine oder andere zusätzliche Personalie zur Auffrischung und Verbreiterung des Kaders würde durchaus gut tun.

Und so werden seit einigen Tagen Namen von möglichen Kandidaten gehandelt: An erster Stelle ist das Daniel-Kofi Kyereh. Der 26-jährige offensive Mittelfeldmann des FC St.Pauli spielte eine herausragende Zweitliga-Saison, war am Millerntor der Dreh- und Angelpunkt, erzielte zwölf Treffer und bereitete zehn weitere Tore vor. Ein hochinteressanter Kreativ-Kicker, an dem angeblich zahlreiche Bundesligisten Interesse zeigen.

Vom Internet-Portal "transfermarkt.de" wird ein Wechsel des ghanaischen Nationalspielers von Hamburg nach Freiburg immerhin mit 64 Prozent Wahrscheinlichkeit geführt. Kyerehs Vertrag am Millerntor ist bis Sommer 2023 datiert, sein aktueller Marktwert wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt.

Daniel-Kofi Kyereh, Kandidat beim SC Freiburg? (Foto: IMAGO, Imago)
Daniel-Kofi Kyereh, Kandidat beim SC Freiburg? Imago

Seit Freitag steht fest: Den umgekehrten Weg geht Freiburgs Nachwuchs-Mittelfeldspieler Carlo Boukhalfa. Der zuletzt an den Zeitligisten Jahn Regensburg ausgeliehene 23-Jährige wechselt von Freiburg zum FC St.Pauli.

Interesse an einer Verpflichtung fürs Mittelfeld wird dem SC auch am bisherigen Bielefelder Alessandro Schöpf (28) nachgesagt. Der erfahrene österreichische Nationalspieler darf die Arminia nach dem Abstieg in die 2. Liga angeblich ablösefrei verlassen, wäre also die Kategorie "Transfer-Schnäppchen". Mit dem vielseitig einsetzbaren Ex-Schalker Schöpf (vergangene Saison 31 Spiele für Bielefeld) könnte der Sport-Club den Verlust von Janik Haberer auffangen. Haberer, immerhin sechs Jahren im Breisgau am Ball, wurde letztes Wochenende offiziell zu Union Berlin verabschiedet.

Schalkes Japaner Itakura als Defensiv-Alternative?

Ähnlich wie Daniel-Kofi Kyereh in der Offensive spielte auch Schalkes Ko Itakura im Defensivbereich eine klasse Saison in der 2. Liga. Der 25-jährige japanische Nationalspieler absolvierte nach seiner Verpflichtung alle 31 möglichen Saisonspiele und schoss dabei vier Tore. Itakura besitzt mit 1,86 Metern Gardemaß für einen Innenverteidiger und wurde im erfolgreichen Saison-Finish von Schalkes Interimscoach Mike Büskens höchst erfolgreich auf die Sechser-Position versetzt.

Ko Itakura vom FC Schalke 04 (Foto: IMAGO, Imago)
Ko Itakura vom FC Schalke 04 Imago

Der Japaner wäre also sehr variabel einsetzbar. In der Gerüchteküche wird der Name Ko Itakura neben Eintracht Frankfurt auch im Zusammenhang mit dem SC Freiburg gehandelt. Allerdings besitzen die Schalker für den achtfachen Nationalverteidiger, bislang von Manchester City ausgeliehen, eine Kaufoption.

Mit Ayase Ueda wird auf transfermarkt.de übrigens ein weiterer Japaner im Zusammenhang mit dem SC Freiburg geführt. Der 23-jährige Mittelstürmer von den Kashima Antlers schoss zuletzt in 15 Spielen immerhin neun Tore.

Steffen Tigges aus Dortmund - ein Stürmer mit Perspektive

Apropos Angriff: Schon vor einigen Wochen wurde der Name des Dortmunder Nachwuchsstürmers Steffen Tigges mit dem SC Freiburg in Verbindung gebracht. Der baumlange Stoßstürmer (1,93 Meter) machte vergangene Saison neun Bundesligaspiele und traf dabei für den BVB immerhin drei Mal. Im Drittligateam der Borussia schoss der ehemalige Osnabrücker in fünf Spielen vier Tore.

Der 23-Jährige Kapitän des BVB II gilt als Angreifer mit großer Perspektive, ein Bruch des Sprunggelenks allerdings brachte ihn zuletzt wochenlang aus dem Tritt. Zur Zeit läuft die Reha, zur neuen Saison sollte Steffen Tigges wieder fit sein. Der Vertrag des Angreifers in Dortmund läuft noch bis 2024. Sein Marktwert wird auf 1,5 Millionen Euro beziffert.

Tigges könnte vor allem dann ein Thema in Freiburg werden, sollte SC-Stürmer Ermedin Demirovic (24) nach einer eher durchwachsenen Saison (31 Spiele/2 Tore) nach einer Luftveränderung streben.

Als mögliche Freiburger Transfer-Kandidaten im Sturm werden in der Gerüchteküche auch der Slowene Zan Celar (ZehnTore für den FC Lugano in der Schweizer Super League) und der Senegalese Bamba Dieng (22) von Olympique Marseille (Sieben Saisontreffer) gehandelt.

"Königstransfer" Matthias Ginter bereits fix

Seinen "Königstransfer" hat der SC Freiburg indes bereits unter Dach und Fach gebracht. Mit der ablösefreien Rückkehr des langjährigen Nationalspielers und Weltmeisters Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach ist den Verantwortlichen im Breisgau ein spektakulärer Coup gelungen. Ginter ersetzt in der Innenverteidigung Neu-Nationalspieler Nico Schlotterbeck, der für geschätzte 20 Millionen Euro zu Vizemeister Borussia Dortmund wechselt.

Trainingsstart am 27. Juni

Immerhin: Bis Ende August bleibt den Machern um Jochen Saier und Klemens Hartenbach noch genügend Zeit für neue Personalien. Dann schließt das Transferfenster im deutschen Profifußball. Bereits am 27. Juni sind die neuen und alten Freiburger Kicker wieder am Ball. Dann ruft Trainer Christian Streich zur ersten Trainingseinheit der Saisonvorbereitung.

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