Stürmer Nils Petersen im roten-Trikot des SC Freiburg zeigt mit seinem nach rechts ausgestreckten rechten Arm an, wo sich sein Mitspieler postieren soll. (Foto: Imago,  Pressefoto Baumann)

Fußball | Bundesliga

Petersen: Überwältigt vom Potenzial in Freiburgs Kader

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INTERVIEW

Der SC Freiburg bereitet sich in Schruns (Österreich) auf die neue Saison vor. So bewertet Stürmer Nils Petersen den aktuellen Leistungsstand und die Neuzugänge der Freiburger.

SWR Sport: Wenn Sie Trainer wären, was hätten Sie nach dem eher zähen 1:1 des SC Freiburg gegen den FC Vaduz am Freitagabend zur Leistung Ihrer Mannschaft gesagt?

Nils Petersen: Man sieht, dass da noch viel Steigerungspotenzial ist. Aber das ist eigentlich ganz gut. Eine Frühform hat noch nie geholfen. Und wir haben uns in vielen Mannschaftsteilen schon schwer getan. Aber ich kenne das selber. Das erste Spiel im Trainingslager, direkt nach der Anreise. Es klingt nach Ausreden, aber es war ein typisches Testspiel, wie man es von uns kennt.

Sie sind am Meniskus operiert worden, fallen ein paar Wochen aus. Was sagt denn Ihr Knie derzeit?

Petersen: Ich bin sehr zufrieden. Man darf da auch nicht zu euphorisch sein, denn es gibt auch immer mal wieder einen Schritt zurück. Aber aktuell bin ich sehr, sehr zufrieden mit dem Verlauf und liege auch optimal im Zeitplan.

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Sie haben im Alter von jungen 32 Jahren ja noch Riesen-Ambitionen, beim SC Freiburg nicht nur als Joker zum Einsatz zu kommen, sondern auch ständig zu spielen. Ihr Trainer hat gesagt, die Konkurrenz durch die Jungen sei immens und 'der Nils muss sich im Training reinhängen'. Haben Sie das Gefühl, dass Sie wegen Ihrer Verletzung wichtige Zeit in der Vorbereitung verlieren?

Petersen: Ja, ich bin wahnsinnig enttäuscht, dass ich die Vorbereitung verpasse. Das wirft mich natürlich zurück. Ganz klar. Aber Ziel ist nach wie vor, dann trotzdem die Jungs zu überrunden und meinen Platz in der ersten Elf zu erhaschen.

Das hat vergangene Saison nicht so oft geklappt. Aber das ist natürlich ein Anreiz, dahingehend wieder so viel Power auf den Platz zu bringen, dass der Trainer nicht an mir vorbeikommt. Das klingt nach einer Floskel, ist aber das A und O und auch meine Motivation, in meiner Reha schnellstmöglich wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.

Zum Saisonstart spielt der SC Freiburg am 14. August in der Bundesliga bei Arminia Bielefeld. Wie ist der Sportclub Ihrer Meinung nach aufgestellt mit den vielen jungen Spielern, die aus der zweiten Mannschaft nachgerückt sind?

Petersen: Es ist selten, dass man so einen guten U23-Jahrgang erwischt, bei dem man sagt: Wir müssen uns gar nicht woanders bedienen. Man hat wirklich super Pferde im eigenen Stall. Ich bin eigentlich selbst überwältigt und muss sagen, da ist Wahnsinnspotenzial, wo einem angst und bange wird, weil man selber mit 18 noch nicht so gut war.

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Aber wir freuen uns natürlich, dass da wirklich gute Jungs dabei sind. Wahrscheinlich werden noch ein oder zwei Spieler dazukommen. Aber so wie wir jetzt aufgestellt sind, sind wir schon zufrieden. Wir haben das Gros der Mannschaft zusammengehalten. Und dann haben wir mit Sang-Woo Kwon und Guus Til Spieler verloren, die uns menschlich fehlen, aber sportlich nicht so oft gespielt hatten, dass wir sofort reagieren müssen.

Zuletzt haben wir Spieler, zum Beispiel Philipp Lienhart oder Ermedin Demirović ein, die jetzt noch einmal eine Bundesliga-Saison gespielt haben, sich an dieses Tempo gewöhnt und noch mal einen großen Schritt gemacht haben. Also ich sehe sehr großes Potenzial. Aber man muss natürlich trotzdem vorsichtig sein.

Ich meine, die Bundesliga hat wegen der Corona-Pandemie aktuell ein bisschen Geldnot. Freiburg hat zwar ganz gut Geld zur Seite gelegt. Dennoch fällt auf: Die ganz großen und teuren Einkäufe bleiben auf der Strecke. Wie bewerten Sie das?

Petersen: Natürlich könnten wir Geld ausgeben. Aber es muss natürlich Sinn machen. Es muss auch mannschaftlich passen. Da will man ja auch nicht alles sprengen, nur weil man jetzt irgendwie einen Topspieler auf dem Markt sieht, den der SC Freiburg gerne in den Breisgau holen möchte. Denn Geld rausschmeißen kann man auch nicht.

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Also wir müssen schon gucken, dass dann auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Und bis jetzt hat sich einfach da noch nichts getan, wo wir sagen, das hat sich irgendwie gelohnt.

Vielleicht haben wir auch die eine oder andere Absage bekommen. Aber ich glaube schon, dass der Standort Freiburg interessant ist und über die Jahre nochmal interessanter geworden ist. Hier können Spieler sich wahnsinnig gut entwickeln. Das haben wir mit Luca Waldschmidt, Robin Koch etc. gezeigt.

Da spricht ja schon ein bisschen der Manager aus Ihnen. Sie sind jetzt 32 Jahre alt, werden wahrscheinlich noch zwei, drei, vier Jahre spielen - und danach vielleicht ins Management gehen. Haben Sie so etwas schon mal angedacht?

Petersen: Damit habe ich mich noch nicht großartig auseinandergesetzt. Natürlich liebe ich den Fußball, würde mir auch gern treu bleiben. Aber noch spiele ich zu gerne. Und wir haben ja selbst sehr gute Manager, die ich davon überzeugen will, dass man mit mir planen kann. Und das ist erst mal das erste Ziel.

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