SC-Freiburg-Trainer Christian Streich (Foto: IMAGO, IMAGO / Langer)

Fußball | Bundesliga

Christian Streich zum DFB-Auftritt bei der WM: "Ich erwarte nichts"

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Johannes Seemüller

Freiburgs Trainer Christian Streich zeigt sich im Vorfeld der Fußball-WM in Katar tiefenentspannt. Es sei nicht entscheidend, wie erfolgreich das DFB-Team abschneide - und er werde "nicht heulen", wenn er mal ein Spiel nicht sehen könne.

Am Tag vor dem letzten Spiel seines Teams im Jahr 2022 gegen Union Berlin (So., 17:30 Uhr) hat sich Freiburgs Trainer Christian Streich zur Fußball-WM in Katar geäußert. Er hält nichts davon, Bundestrainer Hansi Flick und seinen 26er-Kader im Vorfeld unter Druck zu setzen. "Ich erwarte nichts", sagte er. Für ihn sei nicht entscheidend, ob eine Nationalmannschaft ins Halbfinale komme oder nicht. "Ich wünsche dem Hansi (Bundestrainer Flick), dem Krone (Torwarttrainer Andreas Kronenberg) und den Spielern tolle Spiele, dass sie es gut machen und ein bisschen Glück haben."

Der langjährige Coach des SC Freiburg freut sich für seine zwei Defensivkräfte Matthias Ginter und Christian Günter, dass sie auf den WM-Zug aufgesprungen sind und nominiert wurden. "Matthias war vor dieser Saison wirklich sehr müde und erschöpft, aber er hat super regeneriert. Er hat eine ganz starke Saison gespielt und war ein ganz wichtiger Faktor, dass wir aktuell so gut da stehen. Er hilft uns enorm - in allem."

Die WM-Nominierung Günters "kann man gar nicht glauben"

Dass Linksverteidiger Christian Günter in Katar dabei ist, "kann man ja gar nicht glauben", sagt Streich und verweist darauf, dass sich der Linksfuß das alles hart erarbeitet habe. Vor vielen Jahren sie diese sportliche Entwicklung Günters überhaupt nicht abzusehen gewesen.

"Im zweiten Jahr B-Jugend beim SC Freiburg war er kein Stammspieler. Er hat damals maximal fünf Spiele von Anfang an gemacht.

Später habe Günter dann bei der Zweiten Mannschaft des SC Freiburg sogar einige Male auf der Bank gesessen, obwohl er bei den Profis trainiert habe. Aber Günter habe immer durchgezogen.

Die Nicht-Nominierung von Torwart Mark Flekken ins WM-Aufgebot der Niederlande tut Streich leid. "Mark ist ein sehr guter Bundesliga-Torwart. Für ihn ist es sicherlich eine große Enttäuschung. Ich glaube, er ist fest davon ausgegangen, dass er bei der WM dabei ist." Die Entscheidung des niederländischen Trainerstabs müsse aber respektiert werden.

Streich: "Ich fange nicht an zu heulen"

Auf die Frage, wie er persönlich die umstrittene WM in Katar verfolgen wolle, antwortete Streich etwas zurückhaltend. "Ich freue mich grundsätzlich immer auf gute Fußballspiele, aber ich freue mich nicht explizit auf Dinge, die so sind, wie sie sind." Der Trainer will in den freien Wochen u.a. wandern gehen - und gelegentlich auch ein WM-Spiel anschauen. Aber:

"Wenn ich es dort, wo ich bin, nicht sehen kann, weil ich kein Fernsehen habe, dann fange ich auch nicht an zu heulen."

Jetzt freut er sich am Ende einer bemerkenswerten ersten Saisonhälfte aber noch auf das Duell seines Teams mit dem 1. FC Union Berlin. Das Verfolgerduell zum Abschluss des 15. Spieltags der Fußball-Bundesliga sei für ihn ein "Höhepunkt", sagte Streich.

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Johannes Seemüller

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