Keven Schlotterbeck bei Olympia (Foto: Imago, imago images/Shutterstock)

Olympia | Fußball

Keven Schlotterbeck: Olympia macht glücklich

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Im ursprünglichen Kader für Tokio fehlte der Namen Keven Schlotterbeck. Dank der Absage einiger anderer Spieler, lebt der Freiburger Fußballer den Olympiatraum jetzt doch in vollen Zügen.

Gerade hat Keven Schlotterbeck eine Fahrt im Schnellzug "Shikansen" von Tokio nach Sendai hinter sich. Der nächste Spielort ist fast 400 Kilometer von der Olympiastadt entfernt. "Das war eine schöne Anreise, da konnte man noch mal was sehen vom Land", erzählt der Freiburger via Videoschalte aus Japan. Und eigentlich bräuchte man ihn gar nicht zu fragen, wie es ihm geht. Das Leuchten in seinen Augen spricht Bände. Olympia macht glücklich: "Weil es einfach ein besonderes Erlebnis ist".

Der 24-Jährige ist als Fußballer Teil von Team D und saugt neben den Spielen auf, was geht. Als erstes Highlight fällt ihm gleich die Eröffnungsfeier ein: "Hinter uns war Togo, die haben zwei Stunden lang hinter uns getanzt, das war sehr spannend." Es ist der Austausch mit anderen Nationen und anderen Sportlern, der Olympia besonders macht, auch für den Freiburger Kicker: "Es ist einfach schön, indem man andere Länder sieht, indem man sich mit verschiedenen Leuten unterhalten kann, darüber kann man nur glücklich sein." Und Keven Schlotterbeck ist es: Das kann man sehen und hören.

Bruder Nico und der SC fiebern mit

Schlotterbecks Heimtrainer Christian Streich hatte sich zuletzt im SWR-Interview als Olympiafan geoutet. Bei seinem Verteidiger in Tokio hat er sich aber noch nicht gemeldet. "Ich glaube das Trainingslager hat ihn gerade ganz schön auf Trapp gehalten", sagt der Olympiafahrer. Und überhaupt wisse er auch ohne Worte, dass Streich sich mit ihm freue und mit ihm auf mehr Einsatzzeit hoffe. Stellvertretend gab es außerdem von Co-Trainer Florian Bruns einen Glückwunsch zum Sieg und zur Leistung nach Japan. Den ganz engen Austausch hat er natürlich mit seinem jüngeren Bruder Nico, ebenfalls Spieler beim SC. Neben dem Fachlichen leitet Nico vor allem Glückwünsche weiter. "Da freut man sich was von zu Hause zu hören, wie die sich für mich mitfreuen!"

Goldene Weisheit zum erhofften Olympiasieg

Selbst das bislang eher durchwachsene Turnier der deutschen Fußballer trübt die Laune des Freiburger Defensivspezialisten nicht. Nach der Auftaktniederlage gegen Brasilien (2:4) und dem mühsam erkämpften Sieg gegen Saudi Arabien (3:2) hat Deutschland jetzt ein Endpspiel gegen die Elfenbeinküste. Mit einem Sieg stünde das Team von Trainer Stefan Kunz im Viertelfinale. "Das ist kein No-Name, jetzt heißt es auf die Zähne beißen und mit unserer ganzen Wucht und dem Kampfgeist standzuhalten."

Vor allem die Flut von schon sechs Gegentoren muss dringend gestoppt werden. Dabei könnte Schlotterbeck helfen, der bislang nur als Einwechselspieler dabei war. Nach der roten Karte und Sperre von Abwehrkollege Amos Pieper hofft er natürlich, gegen die Elfenbeinküste von Anfang an dabei zu sein. Bis der Trainer darüber entscheidet, übt sich der Freiburger in Fußball-Philosophie: "Wie heißt es so schön: Vorne gewinnst du Spiele, hinten Meisterschaften", sagt Schlotterbeck, grinst und fügt noch hinzu: "Heißt also: verteidigen. Und dann kann man das Gold nach Hause holen...hoffentlich!"

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