Trainer Christian Streich und der SC Freiburg blicken auf ein außergewöhnliches Jahr zurück (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Der SC Freiburg - das Überraschungsteam der bisherigen Saison

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Claus-Peter Hufer

30 Punkte nach 15 Spieltagen: Der SC Freiburg spielt eine historische Saison. Nie zuvor in seiner Bundesliga-Geschichte hatte der Sport-Club zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte.

Wie waren die Ziele vor der Saison?

Der Klassenverbleib ist seit Jahren das erklärte Ziel des SC Freiburg. Ein wichtiges Ziel, keine Frage. Doch stellen die Südbadener ihr Licht vielleicht dabei zu sehr unter den Scheffel? Fakt ist, dass der Sport-Club seit einigen Jahren nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hatte. Zum größten Teil bewegte sich der Pokalfinalist in den letzten Spielzeiten meist durchgehend auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Man könnte daher auf die Idee kommen, dass ein solch "kleines" Ziel wie der Klassenverbleib nicht angemessen ist. Falsch! Freiburg spielt einen guten Fußball, keine Frage. Und die Breisgauer haben natürlich auch ein gutes Team, doch da im Fußball oft Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden, tut der SCF gut daran, weiterhin eher bescheidene Ziele auszurufen und lieber nach 34 Spieltagen weiter oben zu stehen als ursprünglich erwartet.

Wie ist der aktuelle Stand?

Es könnte momentan kaum besser laufen beim SC Freiburg. Nach 15 Spieltagen steht die Mannschaft von Trainer Christian Streich auf dem zweiten Tabellenplatz und ist damit Bayern-Jäger Nummer eins. Allein das ist schon kaum zu glauben. Freiburg-Rückkehrer Matthias Ginter verstärkt die zweitbeste Abwehr der Liga, Freiburg zeigt sich defensiv sehr stabil.

In der Europa League geht Freiburg als Tabellenführer in die K.o.-Runde und auch im DFB-Pokal sind die Breisgauer noch vertreten. Drei Wettbewerbe, alle erfolgreich. Und dieser Erfolg ist kein Zufall!

Was sind die Stärken?

Der SC Freiburg ist momentan auf nahezu allen Positionen top besetzt. Torwart Mark Flekken gehört zu den besten Torleuten der Liga, Innenverteidiger Ginter findet bei seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte zu alter Form zurück, der italienische Nationalspieler Vincenzo Grifo scheint in der Form seines Lebens zu sein und auch Neuzugang Michael Gregoritsch hätte kaum besser einschlagen können.

Was sind die Schwächen?

Abgesehen von ein paar verunglückten Pässen von Keeper Flekken in den letzten Spielen, erlaubt sich der SCF kaum Fehler oder Unzulänglichkeiten. Die Mannschaft ist nahezu immer top auf den Gegner eingestellt und geht in jedem Spiel motiviert und konzentriert zur Sache. Viele Spieler kennen sich seit Jahren, spielen schon lange zusammen, die Mannschaft ist eingespielt und der Erfolg spornt die Profis nur noch mehr an. Schon erstaunlich, wie das Team rund um Cheftrainer Christian Streich es Jahr für Jahr schafft, das Maximale aus dem Potential der Spieler herauszuholen.

Wie ist das Fazit?

Dem Überraschungsteam der Saison ist in dieser Spielrunde nahezu alles zuzutrauen. In der Europa League gehören die Breisgauer in dieser Form zu den Mitfavoriten auf den Titel, im DFB-Pokal ist auch alles möglich und in der Bundesliga scheint in dieser Saison der Traum von der Champions-League-Teilnahme wahr werden zu können.

Bei aller Bescheidenheit des SC Freiburg: In dieser Saison ist der Sport-Club so stabil, dass er durchaus von höheren Zielen träumen und diese auch offen aussprechen darf.

Natürlich kann es nach der WM-Pause anders laufen, verletzte Spieler können den Verein schwächen, doch es ist auch sehr wahrscheinlich, dass der SC Freiburg sein bisheriges Niveau halten wird und auch am Ende der Saison die Überraschungsmannschaft der Saison sein wird.

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Claus-Peter Hufer

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