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SC Freiburg-Trainer Christian Streich will die Spielzeit am Samstag bei Eintracht Frankfurt mit einem positivem Erlebnis zu Ende bringen - und äußerte sich zur DFB-Frage. Zudem werden den Verein einige Leistungsträger verlassen.

Obwohl es für Eintracht Frankfurt im letzten Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg (Samstag, 15:30 Uhr, live bei SWR1 Stadion) um nichts mehr geht, rechnet SC-Trainer Christian Streich mit "aggressiven Frankfurtern, die sich ihren Frust vom Leib spielen wollen". Die Hessen werden die Saison auf Rang fünf beenden. Freiburg hat als Zehnter noch eine kleine Chance auf Platz sieben und die Qualifikation für die neu geschaffene Conference League. "Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gering", sagte Streich, "aber wir wollen immer den maximal besten Platz erreichen." Deswegen beschäftige er sich mit seinem Trainerteam auch damit, "wie wir es am Samstag schaffen, jedes Prozent rauszuholen".

Streich: In Frankfurt "ist Theater"

Nach der Energieleistung beim 2:2 gegen Meister FC Bayern München am vergangenen Samstag könnte das auch personelle Veränderungen bedeuten. Den gesperrten Roland Sallai (fünf Gelbe Karten) muss der SC ohnehin ersetzen. Nachdem Frankfurt die schon sicher geglaubte Champions-League-Qualifikation verspielt hat, rechnet Streich trotzdem mit einem motivierten Gegner. "Die werden nichts austrudeln lassen, die stehen richtig in der Kritik, da ist Theater", sagte er.

Kwon und Müller verlassen den Verein

Derweil stehen bereits die Abgänge von Offensivspieler Chang-hun Kwon und Torwart Florian Müller fest. Sie werden den SC Freiburg nach dieser Saison verlassen. Der 26-Jährige Kwon müsse in seiner Heimat Südkorea seinen Militärdienst antreten, erklärte SC-Trainer Christian Streich am Donnerstag. "Er wird zu einem Militärverein gehen, der von der zweiten in die erste südkoreanische Liga aufgestiegen ist", sagte der 55-Jährige.

Auch Til und Tempelmann gehen

Torhüter Müller kehrt nach einjähriger Leihe zum FSV Mainz 05 zurück. "Er hat es herausragend gemacht, toll gespielt und Möglichkeiten nach dieser Saison", sagte Streich über den 23-Jährigen. Zudem bestätigte der Coach, dass auch der niederländische Mittelfeldspieler Guus Til nach einjähriger Leihe zu seinem Verein Spartak Moskau zurückkehren wird. Von dort werde der 23-Jährige aber wohl zu einem anderen Club wechseln, meinte Streich. Außerdem wird Mittelfeldspieler Lino Tempelmann (22) an Zweitligist 1. FC Nürnberg verliehen.

Streich wäre für Frau an DFB-Spitze

Zudem äußerte sich Trainer Christian Streich auf der Pressekonferenz zur Frage nach der offenen DFB-Spitze. Er würde es begrüßen, wenn erstmals eine Frau als Präsidentin des Deutschen Fußball-Bundes gewählt würde. "Ich wüsste nicht, warum da immer ein Mann sein sollte." Frauen in der Führungsspitze von Organisationen seien mehr als wünschenswert - nicht nur beim DFB. "Das Patriarchat hat meistens nicht so viel Gutes erzeugt in unserer Historie", meinte Streich. Er sei immer für eine Mischung in Führungsgremien, also "wenn es geht, keine 100 Prozent Männer".

Am besten sei es, wenn solche Teams in jeglicher Form durchmischt seien. "Da ist es meistens am konstruktivsten und am kreativsten", erklärte Streich. "Also ein bisschen jung, ein bisschen alt; ein bisschen Frau, ein bisschen Mann; ein bisschen so orientiert und ein bisschen so orientiert." Am Mittwoch hatten neun bekannte Frauen ein Positionspapier für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Profifußball veröffentlicht. Der DFB sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den zurückgetretenen Fritz Keller.

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