Christian Streich (Trainer SC Freiburg) (Foto: imago images, Imago)

Fußball | SC Freiburg

Christian Streich: "Max Kruse lebt lieber in Berlin als in Freiburg"

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Mit fünf Punkten aus vier Spielen ist der SC Freiburg ordentlich in die Saison gestartet. Am Samstag (15:30 Uhr) spielen die Breisgauer bei Union Berlin und treffen dort auch auf den alten Bekannten Max Kruse.

Die Erinnerungen an jenen 7. März dieses Jahres sind irgendwie wehmütig. An jenem Tag im Frühjahr gewannen die Breisgauer daheim gegen Union Berlin mit 3:1, das Schwarzwald-Stadion war mit 24.000 Fans ausverkauft, die Stimmung bestens.

Seither aber ist alles anders. Corona kam. Und mit dem Virus der Lockdown auch in der Bundesliga, später die Geisterspiele. Am Samstag (15:30 Uhr) trifft der SC Freiburg wieder auf Union Berlin. Diesmal in der Hauptstadt. Und von Normalität noch immer keine Spur.

5.000 Fans an der Alten Försterei

An der Alten Försterei sind am Samstag immerhin 5.000 Fans zugelassen. Allerdings gilt nach dem aktualisierten Hygienekonzept, das der 1.FC Union dem zuständigen Gesundheitsamt vorgelegt hat und am Donnerstag genehmigt wurde, eine allgemeine Maskenpflicht auch während des Spiels in der Arena. Außerdem sind Fangesänge und Sprechchöre zu unterlassen: "Ich gehe davon aus, dass sie die Leute so im Stadion verteilen, dass das vertretbar ist", sagt SC-Cheftrainer Christian Streich zur geplanten Kulisse in Berlin trotz der auch in der Hauptstadt gestiegenen Corona-Zahlen, "ich trage das mit. Ich will das nicht alles in Frage stellen, was da entschieden wird".

Christian Streich warnt vor der Berliner Härte

So oder so könnte es eine giftige Partie für die Freiburger werden. Die körperbetonte Spielweise der Köpenicker ist hinlänglich bekannt: "Die spielen einen intensiven, sehr harten und aggressiven Fußball", warnt Streich, "körperlich und in der Haltung werden wir extrem gefordert sein. Mit der Härte werden wir umgehen müssen, wenn wir nicht verlieren wollen". Dazu kommt, "dass sich Union auch spielerisch verbessert hat, die Entwicklung ist gut", so der SC-Coach über die Berliner, die immer wieder über Flanken im Strafraum zu gefährlichen Aktionen kommen.

Wiedersehen mit Kruse und Schlotterbeck

Bestens bekannt sind den Freiburgern auch mehrere Union-Spieler: Erst im Sommer wechselte Nico Schlotterbeck auf Leihbasis von der Dreisam an die Spree. Dafür kehrte sein älterer Bruder Keven mit viel Spielpraxis im Gepäck zurück zum SC.

Und dann wäre da noch Max Kruse. Der Ausnahme-Kicker war 2012 vom Zweitligisten FC St.Pauli zum SC Freiburg gewechselt und machte mit elf Treffern aus 34 Spielen nachhaltig in der Bundesliga auf sich aufmerksam, wurde von Jogi Löw sogar ins Nationalteam berufen. Der Trainer des Sportclubs hieß schon damals: Christian Streich.

Max Kruse zog in jener erfolgreichen Saison mit Streich und dem SC Freiburg als Tabellen-Fünfter sogar in die Europa League ein, wechselte aber schon nach diesem einen Jahr für die festgeschriebene Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro weiter zu Borussia Mönchengladbach.

Streich: "Max Kruse lebt lieber in Berlin..."

Jetzt also kommt es in Berlin zum Wiedersehen mit dem 'Unterschiedsspieler Max Kruse': "Er kann jeder Mannschaft helfen mit seiner fußballerischen Intelligenz, mit seinem linken Fuß. Das ist eine Aufgabe für uns", schwärmt Christian Streich von seinem früheren Spieler. Auch in Freiburg habe man vor der Saison über die Personalie Kruse gesprochen, Kontakt wegen einer Rückkehr an die Dreisam wurde mit dem lebensfreudigen Profi aber nicht aufgenommen, so Streich mit einem Schmunzeln: "Der Max lebt dann doch lieber in einer Metropole wie Berlin als im bürgerlichen Freiburg, wenn Sie wissen was ich meine . . ."

Nach Stationen in Wolfsburg und Bremen war Max Kruse zur neuen Saison von Fenerbahce Istanbul in die Bundesliga zurückgekehrt und eher überraschend zu Union Berlin gewechselt. Seine bisherige Bilanz: Vier Spiele, ein Treffer.

Einziger Sieg bei Union unter Volker Finke

Letzte Saison, vor fast genau einem Jahr, verlor der SC Freiburg sein bislang einziges Bundesligaspiel in Berlin mit 0:2. Von den bislang vier Pflichtspielen bei Union konnte der Sportclub nur eines gewinnen. Im August 2004 siegten die Freiburger im DFB-Pokal mit 4:0. Der Trainer hieß damals noch Volker Finke.

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