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Zu einem solchen Erfolg hat Christian Streich den SC Freiburg noch nie geführt. Erstmals durfte sich der Trainer über einen Sieg gegen Borussia Dortmund freuen. Es war in mehrerlei Hinsicht ein besonderes Spiel für den Sport-Club.

Diesen kleinen Makel ist Christian Streich jetzt auch endlich los. Das hatte er sich gewünscht. Viel ernüchternder hätte diese Bilanz gegen Borussia Dortmund für den dienstältesten Trainer der Fußball-Bundesliga ja auch gar nicht sein können. Kein anderer Coach trat in der Erstliga-Historie so oft gegen einen Gegner an, ohne wenigstens einmal zu gewinnen.

16 Mal war das für Streich mit dem SC Freiburg gegen die Westfalen der Fall, bis auf drei Remis kam nichts dabei heraus. Bis zu diesem 20. Spieltag. Bis zu diesem erkämpften, aber durchaus verdienten 2:1 (0:0). "Wenn du so lange gegen Dortmund spielst und noch nie gewonnen hast, ist es doch klar, dass es besonders ist. Wenn du so lange Trainer bist, willst du schon gegen jede Mannschaft einmal gewinnen", räumte der 55-Jährige ein wenig nüchtern ein.

Grifo: "Es war ein geiles Spiel"

Emotionaler klang das bei Vincenzo Grifo. "Es war ein geiles Spiel, und es ist ein sehr, sehr gutes Gefühl", fasste der Mittelfeldspieler im Gespräch mit SWR Sport zusammen: "Es war unser Ziel, den BVB zu schlagen. Und das haben wir geschafft, gegen so eine Qualität, daher sind wir absolut happy."

"Stimmung war top"

Auch Christian Günter war am Tag nach dem Spiel happy. "Die Stimmung war - wie eigentlich immer nach einem Sieg - top", sagte der Linksverteidiger im Gespräch mit SWR Sport: "Es waren einige Versuche, die wir gebraucht haben, um gegen Dortmund zu gewinnen. Umso schöner, dass es jetzt geklappt hat."

Glücklich darf Streich auch sein, weil ihm die Frage, wann er denn nun gegen Dortmund einen Sieg holt, endlich nicht mehr gestellt werden kann. Seit insgesamt 19 Bundesliga-Spielen war dem Sport-Club kein Erfolg mehr gegen den BVB gelungen, seit Anfang Mai 2010. Damit lag dies schon gut eineinhalb Jahre zurück, als Streich Ende Dezember 2011 seinen Posten antrat. Dass es nun am Samstag wieder klappte, passte zum Jubiläum des 700. Bundesliga-Auftritts des Clubs. Doch das Ende der Negativserie gegen den BVB ist nicht der einzige Grund dafür, warum man feststellen kann, dass Streich mit dem Sport-Club zu diesem Zeitpunkt erfolgreicher ist als je zuvor.

Noch nie hat sein Team an den ersten 20 Spieltagen bereits 30 Punkte gesammelt. Getoppt hat Freiburg diese Ausbeute ohnehin nur zweimal: in der Saison 2010/11 (33) und 1994/95 (40). Dass Freiburg zudem auch im siebten Heimspiel in Serie mindestens zwei Tore erzielte, ist eine weitere Bestmarke unter Streich. "Wir überraschen uns auch manchmal selber", sagte Stürmer Nils Petersen im Sport1-Doppelpass am Sonntag. Diesmal waren es Wooyeong Jeong (49. Minute) und Jonathan Schmid (52.) mit Distanzschüssen und einem Doppelschlag kurz nach der Pause.

Freiburg nur zwei Punkte weniger als der BVB

Als Mannschaft machten die Freiburger die geringere individuelle Klasse wett, die für Streich vor dem Spiel noch so übermächtig gewirkt hatte. Zu mehr als dem Anschlusstreffer des erst 16 Jahre alten Ausnahmetalents Youssoufa Moukoko reichte es aber für die enttäuschenden Gäste nicht (76.). Wären Zuschauer im Stadion gewesen, wäre die Stimmung sicher noch ausgelassener gewesen.

Zwei Punkte haben die Freiburger nun nur weniger als der BVB, dabei haben sie doch anders als die Westfalen gar keine Ambitionen auf den internationalen Wettbewerb. Die Frage, ob man nicht doch anfangen würde, an den Europapokal zu denken, unterbrach Grifo sofort. "Träumen gilt für den SC Freiburg nicht", sagte er. Wer an die ersten zehn Spieltage der Saison mit neun sieglosen Spielen denkt, hätte sich wohl schon diese komfortable Lage des SC als Tabellenachter nicht erträumt.

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