Jubelnde Freiburger  (Foto: IMAGO, Kirchner-Media)

Fußball | Bundesliga

SC-Kapitän Günter und die Tabellenführung: "Können es richtig einordnen"

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INTERVIEW
Anna Klär

Freiburgs Kapitän Christian Günter spricht im exklusiven SWR Sport-Interview über die Tabellenführung seiner Mannschaft in der Bundesliga und die Herausforderung Europa League.

SWR Sport: Christian Günter, Freiburg ist jetzt Tabellenführer. Sie sind schon ein paar Jahre hier, aber das ist bisher noch nie passiert. Verrückt, oder?

Christian Günter: "Ja, absolut. Aber ich glaube, wir können es richtig einordnen. Es ist der 5. Spieltag und noch nicht der 34. Ich glaube, sonst wäre ich heute Morgen nicht hier. Wir wissen, wo wir herkommen. Wir wissen, dass wir sehr, sehr gut gestartet sind. Vier Siege aus fünf Spielen ist außergewöhnlich gut. Das gibt uns auch Luft und Kraft für die nächsten Wochen, weil es sehr anstrengend werden wird."

Wenn es der 34. Spieltag wäre, wo wären Sie dann jetzt?

"Auf jeden Fall nicht hier. Irgendwo in einer Kneipe und wäre versumpft. Hier zum Interview auf gar keinen Fall."

Gestern war nicht alles klasse. Die erste Hälfte war schwierig, Chancenverwertung nicht besonders gut. Wie hat man es geschafft, in der zweiten Hälfte die Kurve zu kriegen?

"Leverkusen ist keine Laufkundschaft. Das ist eine Champions-League-Mannschaft, die sehr hohe Qualität hat. Und dass wir sie nicht komplett an die Wand nageln, ist auch einfach normal. Wir haben wenig zugelassen. Wir sind defensiv sehr gut gestanden, bis auf die eine Situation. In der Halbzeit haben wir besprochen, was wir besser machen müssen. Dass wir vorne sauberer sein müssen. Aber dass die Räume da sind. Das haben wir dann sehr gut umgesetzt."

Gab es deutliche Worte vom Trainer?

"Ja, so deutlich wie sonst auch. Einfach auf die Dinge hingewiesen, die wir besser machen sollen und können. Aber er hat auch gesagt, dass es von der Grundordnung eine gute erste Halbzeit war und dass wir so weitermachen müssen. Es steht 1:0 und alles ist möglich."

Am Donnerstag steht das erste Europa League-Spiel hier zu Hause an. Geht man da mit besonders breiter Brust rein?

"Natürlich haben wir Selbstvertrauen. Wenn man den Pokal miteinbezieht, haben wir aus sechs Spielen fünf Siege geholt und dann kann man mit breiter Brust auf den Platz gehen. Aber es ist ein komplett anderer Wettbewerb. Karabach interessiert es weniger, ob wir Erster oder Letzter sind. Die wollen hier auch die Punkte mitnehmen. Wir wollen einfach auch ein Stück weit genießen, was wir uns letztes Jahr erarbeitet haben. Genau auf diese Abende fiebert jeder Fußballer hin, international spielen zu können. Darauf freuen wir uns einfach."

Wir sprechen jetzt von Europa League und Spitzenreiter. Was ist mit diesem Verein passiert in den letzten Jahren?

"Ich glaube, dass der gesamte Verein gesund gewachsen ist. Man sieht es auch am neuen Stadion. Es ist natürlich gut, dass es sich auch auf dem Platz ausdrückt. Dass wir uns als Mannschaft stetig verbessert haben. Die gesamte Entwicklung im Verein ist sehr erfreulich."

Sie sind schon 15 Jahre hier, eher ungewöhnlich im Fußball. Wieso sind Sie noch hier? Was macht diesen Verein besonders?

"Zum einen ist hier meine Heimat. Ich bin hier großgeworden. Es ist ein großes Privileg, Profifußball und Heimat verbinden zu können. Das gibt es nicht oft in der Bundesliga. Das genieße ich. Das ist etwas Schönes. Und zum anderen konnte ich mich sportlich weiterentwickeln und besser werden. Da haben ich und der Verein vieles richtig gemacht. Wir spielen international und ich bin wieder Nationalspieler. Einfach schön, diese Entwicklung zu sehen. Ich hoffe, dass es so weitergeht."

Freiburg

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