Der SC Freiburg freut sich über die Tabellenführung in der Bundesliga (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | Bundesliga

Vor dem großen FC Bayern: Der SC Freiburg ist nach 22 Jahren wieder Tabellenführer

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Kersten Eichhorn

Der Höhenflug des SC Freiburg nimmt kein Ende. Nach dem 3:2 in Leverkusen stehen die Breisgauer an der Bundesliga-Spitze und freuen sich jetzt auf die erste Partie in der Europa League.

Erst einmal eine innige Umarmung mit seinem Assistenten Lars Voßler, dann ging Christian Streich auf Gratulations-Tour. Der Cheftrainer herzte nach dem Abpfiff in der Leverkusener Arena jeden, der ihm in den Weg kam, Torhüter Mark Flekken wurde dabei ganz besonders getätschelt.

"Tabelle interessiert mich nicht"

Christian Streich mit einem breiten Lachen im Gesicht, aber fernab von jeder Euphorie: "Tabelle? Interessiert mich nicht. Eine schöne Momentaufnahme". Arg viel mehr war dem Freiburger Langzeit-Trainer im ARD-Interview nicht zum Thema Tabellenführung zu entlocken.

Im Jahre 2000 zum letzten Mal an der Bundesliga-Spitze

Christian Streich, bescheiden wie man ihn kennt. Dabei hatte dieser Nachmittag in Leverkusen doch Historisches zu bieten: Erst zum zweiten Mal binnen 23 Jahren Bundesliga beendet der SC Freiburg einen Bundesliga-Spieltag als Tabellenführer. Beim ersten Mal im Jahr 2000 standen die Badener nach dem ersten Spieltag an der Spitze, jetzt nach dem fünften.

Aber nicht nur der Trainer, auch die Freiburger Spieler traten nach der Jubelfeier in der Fankurve gewohnt kräftig auf die Bremse. "Wir sind zwar mega-mega happy, wir wollen aber auf dem Boden bleiben", sagte Mittelfeldmann Vincenzo Grifo nach dem Coup von Leverkusen dem SWR, denn auch er wusste, "dass die erste Halbzeit nicht so gut war. Wir sind dann aber gut aus der Halbzeit gekommen und haben das Spiel schnell drehen können. Dass wir am Ende gewonnen haben, darüber sind wir sehr glücklich".

Hohes Risko wird belohnt

Der vierte Saisonsieg im fünften Spiel nach einem emotionalen Nachmittag: eine gefühlsmäßige Achterbahnfahrt für die Breisgauer. Erst der Rückstand, dann der Doppelschlag von Ginter und Gregoritsch zur schnellen Führung nach der Pause, es folgte der Leverkusener Ausgleich und schließlich der gefeierte Siegtreffer von Doan. "Wir sind Risiko gegangen und dafür belohnt worden", beschreibt Christian Streich die abwechslungsreiche Partie, "im Moment läuft es aber auch gut für uns, das ist nicht immer so. Ich weiß das einzuordnen".

Drei Neuzugänge als torgefährliche Volltreffer

Erstaunlich: Alle drei Treffer in Leverkusen wurden von Freiburger Neuzugängen erzielt. Auch wenn erst fünf Spieltage absolviert sind: Offensichtlich hat der Sport-Club einmal mehr passgenau eingekauft. Mittelstürmer Michael Gregoritsch (vom FC Augsburg) schoss bereits sein drittes Saison-Tor, Ritsu Doan (aus Eindhoven) markierte seinen zweiten Treffer, und selbst Abwehrboss Matthias Ginter (zurück aus Gladbach) war bereits zum zweiten Mal erfolgreich.

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Am Donnerstag in der Europa League gegen Qarabag

Zeit zum Ausruhen aber gibt`s nicht für den Sport-Club. Am kommenden Donnerstag (21:00 Uhr) steht die erste Aufgabe in der Europa League an. Die Heimpartie gegen Qarabag aus Aserbaidschan: "Ich hab`sie mir angeschaut, eine total gute Mannschaft", sagt Christian Streich, "das wird interessant". Und überhaupt: "Europapokal, das ist außergewöhnlich für unseren Verein", so Freiburgs Trainer nach dem Spiel in Leverkusen, "wir haben jetzt zwölf Punkte gesammelt. Und das Ziel in einem Jahr, in dem Freiburg Europapokal spielt, ist in der Bundesliga zu bleiben. Wenn uns das gelingt, dann war es ein wunderbares Jahr".

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Augenverletzung bei Roland Sallai

Wie schnell den Freiburgern Spieler verloren gehen können, zeigte am Samstag der frühe verletzungsbedingte Ausfall von Roland Sallai. Freiburgs Ungar wurde im Zweikampf von Leverkusens Tah mit dem Fuß im Gesicht getroffen und musste sofort auf der Trage raus: "Das Auge ist total zu", informierte Christian Streich später, "wir hoffen sehr, dass es eine Augenprellung ist und nicht mehr. Der Doktor ist optimistisch, wir wissen es aber noch nicht abschließend".

Einen Tag später bestätigte der Verein, dass es sich nicht nur um eine Prellung, sondern um die Fraktur des Augenbodens handelt. Am Montag soll entschieden werden, wie die Verletzung behandelt wird. Womöglich droht dem 25-Jährigen eine längere Pause.

Freud und Leid also in Leverkusen. Auch deshalb gab es keinerlei Freiburger Euphorie über den Sieg und die sensationelle Spitzenposition in der Bundesliga.

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Kersten Eichhorn

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