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Der SC Freiburg ist stark in die Saison gestartet - ein 3:2 in Stuttgart, ausgerechnet beim Dauerrivalen, hat die Badener Fußballseele im Spätsommer gestreichelt. Dann kam der Einbruch.

Vielleicht waren es ja auch zu viele Streicheleinheiten gleich zu Saisonbeginn. Der erste Sieg beim VfB Stuttgart war auch der bislang letzte. Denn Freiburg ging zwar gleich am darauffolgenden Spieltag wieder mit viel Selbstbewusstsein ins Spiel gegen Wolfsburg. Und auch da hatten die Freiburger die Kritiker auf ihrer Seite – der SC kam aber über ein 1:1 Unentschieden nicht hinaus. Aus drei möglichen Punkten wurde einer. Und es machte sich eine erste kleine Verunsicherung breit, nach dem vergebenen Sieg gegen Wolfsburg.

Schon zweimal vier Gegentore

Was folgte, war der Auftakt zu einer Minikrise: das 0:4 in Dortmund, eine veritable Klatsche. Gegen Bremen und bei Union Berlin holte man noch jeweils einen Punkt. Es folgte, im Heimspiel gegen Leverkusen, wieder eine Abfuhr, wieder vier Gegentreffer. Und das wirklich Unangenehme daran: ausgerechnet einer der Zuverlässigsten war der Verursacher der Niederlage, auch wenn ihn keiner an den Pranger stellen wollte. Bei dreien der vier Gegentreffer war Freiburgs Nicolas Höfler von der Rolle. Vor allem sein Rückpass in die Füße von Leverkusens Lucas Alario, der das zum 1:1 nutzte, tat schon beim Zuschauen weh. Man kann getrost davon ausgehen, dass Nicolas Höfler anschließend keine ruhige Nacht hatte. Von da an kippte das Spiel, ein zusehends nervös werdender Sportclub verlor am Ende klar.

Die Nervosität im Breisgau nimmt zu

Womit wir beim Thema sind: die Nervosität im Breisgau nimmt nach jetzt fünf Spielen ohne Sieg. Das ist beileibe noch keine Krise. Aber: Es ist jetzt definitiv kein guter Saisonauftakt mehr. Und man braucht daher auch Nebenkriegsschauplätze so wenig wie Bauchweh, weswegen Geschichten wie die über Ermedin Demirovićs PS-starkes Auto nicht in diese Zeit passen. Denn jetzt geht es nach Leipzig. Die Aussicht, dort was zu reißen, ist eher gering. Das sieht auch Trainer Christian Streich so. Es wird ein harter Kampf in diesem Jahr, darüber ist sich Freiburgs Coach völlig im Klaren.

Es herrscht beileibe noch keine Krise in Freiburg - aber man ist definitiv am Ende der Streicheleinheiten. Wenn das einer weiß, dann Christian Streich. Er ist aber auch derjenige, dem am ehesten eine Antwort zuzutrauen ist auf diesen durchwachsenen Saisonauftakt. Was Freiburg auszeichnet ist ein ungewöhnlich guter Zusammenhalt im Team, wo man auf Schuldzuweisungen, auch versteckte, völlig verzichtet. Spannend ist es jetzt zu sehen, wie der Trainer auf den sehr gebrauchten Tag von Nicolas Höfler reagiert. Personelle Alternativen im Mittelfeld hätte er – die Frage ist, ob Streich davon Gebrauch macht.

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