Auswechslung beim SC Freiburg mit Petersen, Sallai, Demirovic und Höler (Foto: IMAGO, IMAGO / Langer)

Fußball | Bundesliga

SC Freiburg: Die Qual der Wahl in der Offensive

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Selten verfügte der SC Freiburg in seiner Bundesliga-Geschichte über so viele Optionen in der Offensive. Ob Lucas Höler, Nils Petersen, Ermedin Demirovic oder Kevin Schade - Trainer Christian Streich hat die Qual der Wahl.

Die Zeiten, in denen sich der SC Freiburg auf die Qualitäten von nur einem Stürmer oder maximal zwei Angreifern verlassen musste, sind vorbei. Die Angriffsreihe ist in der Breite mit sehr viel Qualität besetzt, das Kollektiv in der Offensive ersetzt den Alleinunterhalter.

In den vergangenen Wochen zeigte sich ganz besonders, wie wertvoll jeder einzelne Stürmer für den Sport-Club ist. Beim 1:1 in Leipzig schoss Ermedin Demirovic den Freiburger Treffer, zuvor im Viertelfinale des DFB-Pokals beim VfL Bochum trug sich Nils Petersen in die Torschützenliste ein. Wiederum nur wenige Tage zuvor gehörten Lucas Höler und Kevin Schade zu den Torschützen beim 3:0-Erfolg gegen Hertha BSC.

Von Cardoso über Cissé zu Petersen

Ein Blick zurück: In der ersten Bundesliga-Saison des SC Freiburg 1993/1994 war Rodolfo Cardoso mit zwölf Treffern der beste Schütze für den Sport-Club. Und das als offensiver Mittelfeldspieler. In der Spielzeit danach traf Cardoso sogar 16 Mal, das Offensivspiel der Breisgauer war zu großen Teilen von den außergewöhnlichen Fähigkeiten des Argentiniers abhängig.

Den treffsichersten Alleinunterhalter hatte der SC Freiburg 2010/2011 in seinen Reihen. Papiss Demba Cissé knipste in der Bundesliga satte 22 Mal, der zweitbeste Freiburger Torschütze - Jan Rosenthal - kam gerade Mal auf fünf Tore. Ähnlich abhängig von einem Stürmer war der Sport-Club in der Bundesliga-Saison 2017/2018, als Nils Petersen allein 15 Treffer erzielte. Auf Platz zwei folgte Janik Haberer mit drei Toren.

Höler ist gesetzt, Demirovic und Petersen in der Joker-Rolle

In der aktuellen Saison verteilt sich die Verantwortung für das Angriffsspiel auf mehreren Schultern. Und dennoch hat Trainer Christian Streich einen klaren Favoriten: Lucas Höler. Der 27-Jährige stand in 23 von 25 Bundesliga-Partien in der Startelf des SC und erzielte fünf Tore. Höler ist aber mehr als ein reiner Stürmer. Er arbeitet in der Defensive mit und spulte bislang die viertmeisten Kilometer aller SC-Spieler ab (245,51 km). Nur Christian Günter (266,70), Philipp Lienhart (257,14) und Vincenzo Grifo (252,39) haben noch etwas mehr Strecke auf dem Platz zurückgelegt.

Ermedin Demirovic und Nils Petersen kommen derweil überwiegend von der Bank. Demirovic wurde in der Bundesliga 18 Mal eingewechselt, Petersen zwölf Mal. Beide bekamen zuletzt aber ihre Chancen, von Beginn an Eigenwerbung für mehr Startelf-Einsätze zu betreiben. Beide nutzten sie. Demirovic mit seinem Tor in Leipzig, Petersen mit seinen Toren in Augsburg und in Bochum.

Nils Petersen bejubelt sein Tor im DFB-Pokal beim VfL Bochum (Foto: IMAGO, IMAGO / Eibner)
Nils Petersen traf zur Freiburger Führung im Pokalspiel beim VfL Bochum IMAGO / Eibner

Luxusprobleme für Christian Streich

Doch nicht nur die klassischen Stürmer überzeugen beim Sport-Club. Auch die Reihe dahinter - mit offensiven Mittelfeldspielern wie Vincenzo Grifo, Roland Sallai oder Woo-Yeong Jeong - sorgt immer wieder für Gefahr vor den gegnerischen Toren. Dazu kommt Youngster Kevin Schade immer mehr in Fahrt, der 20-Jährige traf bereits vier Mal in der Liga und ein Mal im DFB-Pokal.

Ein weiterer Beleg für die qualitativ hochwertig besetzte Breite im Kader zeigt diese Statistik: Die bislang 40 Saisontore der Freiburger verteilen sich auf insgesamt 13 Spieler. Der Sport-Club braucht in dieser Spielzeit keinen Alleinunterhalter. Er kommt übers Kollektiv. Und Chefcoach Christian Streich, dessen Vertrag in Freiburg jüngst verlängert wurde, hat mit Blick auf seine Startformation Woche für Woche die Qual der Wahl.

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