Christian Streich (Trainer SC Freiburg) (Foto: IMAGO, IMAGO / Eibner)

Fußball | Bundesliga

Christian Streichs Sieg zum Jubiläum: "Nicht so zufrieden mit mir"

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Sieg im Baden-Württemberg-Duell und im Jubiläumsspiel: Doch Freiburgs Trainer Christian Streich war nach dem 1:0-Erfolg in Stuttgart nicht rundum zufrieden.

Christian Streich blickte ganz nüchtern auf sein stolzes Jubiläum. "Ich habe viel Schönes erlebt", sagte der Trainer des SC Freiburg über 400 Spiele an der Seitenlinie seines Herzensvereins, aber: "Es hat seinen Preis gekostet. Das kostet Kraft über die Jahre." Auch der 1:0-Zittersieg im Baden-Württemberg-Duell beim VfB Stuttgart setzte dem 57-Jährigen sichtlich zu. "Ich bin auch nicht so zufrieden mit mir. Ich bin wahnsinnig erleichtert, dass wir gewonnen haben, aber man muss schauen, wie man gewinnt", sagte Streich.

Auf die Frage von SWR-Sportreporter Michael Bollenbacher, ob ihm der Sieg an sich mehr bedeute als der Umstand, dass Streich sein 400. Spiel als Freiburger Cheftrainer gewonnen hat, sagte der 57-Jährige: "Ja!". Und fügte an. "Die erste Halbzeit war okay. Aber die zweite Halbzeit war nicht mehr gut genug."

Große Freude? Oder gar Euphorie? Fehlanzeige. "Man sollte nicht in zu viel Euphorie mit sich selbst verfallen, sonst wird es kritisch mit der Zeit", hatte Streich schon vor der Partie bei Sky betont. Entsprechend gelassen reagierte er auch auf sein Jubiläum. "Es ist ziemlich viel. Was soll ich dazu sagen, was es mir bedeutet? Wenn man so lange mit einem Verein arbeiten darf, kommen immer mehr Spiele dazu", sagte Streich.

Und eben immer mehr Siege, auch wenn der Erfolg beim VfB aus Sicht des SC-Trainers Seltenheitswert hatte. "Für uns ist so ein Sieg nicht typisch, das können wir eigentlich gar nicht", so der SC-Coach.

Mark Flekken überragt beim Sieg in Stuttgart

Nach dem frühen Tor durch Vincenzo Grifo (11.) hatte sein Team den Vorsprung gegen einen engagierten VfB mit reichlich Mühe und viel Glück verteidigt. Der überragende Keeper Mark Flekken, der beim 1:3 gegen Dortmund in der Vorwoche noch gepatzt hatte, sprach von einem "dreckigen Sieg". Lieber gewinne er "jedes Spiel so".

Auch Grifo freute sich über die tolle Mentalität: "So ein Sieg tut unheimlich gut." Für den Europacup-Starter Freiburg war es der zweite Dreier im dritten Liga-Spiel. Man sei, so der Torschütze, "voll im Rennen". Der SC befinde sich aktuell auf einem "verdammt guten Weg", betonte Flekken. Nationalspieler Matthias Ginter ging sogar weiter: "Die Entwicklung der letzten zwei, drei Jahre ist top."

Entwicklung in Freiburg ist eng mit Christian Streich verbunden

Eine Entwicklung, die eng mit Streich verbunden ist. Der Coach formte den SC seit seiner Amtsübernahme am 2. Januar 2012 zu einem vielbeachteten Bundesligisten. Streich selbst nahm sich in diesen zehn Jahren nie zu wichtig, zeigte sich immer empathisch - so auch am Samstag, als er mit seinem enttäuschten VfB-Kollegen Pellegrino Matarazzo mitfühlte. "Pellegrino und sein VfB machen so ein gutes Spiel", sagte Streich, "und jetzt sitzt er da und muss mein Statement zum Sieg anhören."

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