SC-Freiburg-Verteidiger Matthias Ginter will auch gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund wieder jubeln. (Foto: IMAGO, IMAGO / MIS)

Fußball | Bundesliga

Heiße Duelle beim Wiedersehen zwischen Freiburg und dem BVB

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Die Vorfreude ist groß, denn das Duell zwischen den SC Freiburg und Borussia Dortmund ist für Matthias Ginter und Nico Schlotterbeck eine Reise in ihre jeweilige Vergangenheit.

Matthias Ginter begann zu strahlen. "Ich freue mich wahnsinnig darauf", sagte der Verteidiger des SC Freiburg mit Blick auf seine Pflichtspiel-Premiere im neuen Stadion der Badener. Unter Flutlicht und vor vollen Rängen geht es zum Auftakt des zweiten Spieltags der Fußball-Bundesliga an diesem Freitag (ab 20:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) gegen seinen Ex-Verein, den Vizemeister Borussia Dortmund. Ein Duell mit Gänsehaut-Garantie. Nicht nur für Ginter. Auch für den früheren Freiburger und jetzigen Dortmunder Nico Schlotterbeck. Der ist schon von Haus aus ein emotionaler Typ. Und steht Freitag genauso im Fokus.

"Er macht einen hervorragenden Eindruck im Training", sagte SC-Coach Christian Streich am Donnerstag über Ginter, der nach insgesamt acht Jahren beim BVB und bei Borussia Mönchengladbach diesen Sommer zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist. "Total klar" und "fokussiert" trete der 28-Jährige auf, so Streich. Er habe "eine gute Abstrahlung" auf seine Mitspieler. Nach dem Abgang von Nationalmannschaftskollege Schlotterbeck ist Ginter der neue Fixpunkt in der Freiburger Abwehr.

Ginter stolz auf Comeback beim SC Freiburg

"Außergewöhnlich und wahrscheinlich auch besser, als ich es mir hätte vorstellen können" sei das Bundesliga-Comeback im SC-Trikot gelaufen, sagte Ginter. Beim überraschend deutlichen 4:0 der Breisgauer in Augsburg vergangenes Wochenende hatte er im defensiven Zentrum direkt die Chefrolle übernommen und sogar ein Tor erzielt. Er fühle sich fast schon, als wäre er "nie wirklich woanders" gewesen, so Ginter.

Vor der aktuellen Saison wechselte Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck vom SC zum BVB. Schätzungen zufolge, beläuft sich die Ablösesumme für den 22-jährigen auf rund 20 Millionen Euro plus weiterer Boni. Schlotterbeck gilt als Kandidat für einen Platz im Kader für die Weltmeisterschaft in Katar. Dort könnte er an der Seite seines Klubkollegen Niklas Süle im DFB-Trikot die Innenverteidigung bilden. (Foto: IMAGO, Team 2)
Vor der aktuellen Saison wechselte Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck vom SC zum BVB. Schätzungen zufolge, beläuft sich die Ablösesumme für den 22-jährigen auf rund 20 Millionen Euro plus weitere Boni. Schlotterbeck gilt als Kandidat für einen Platz im Kader für die Weltmeisterschaft in Katar. Dort könnte er an der Seite seines Klubkollegen Niklas Süle im DFB-Trikot die Innenverteidigung bilden. Team 2 Bild in Detailansicht öffnen
Maximilian Philipp zählte noch vor wenigen Jahren zu den größten Talenten im deutschen Fußball. Der Offensivmann kam Anfang 2013 aus der Jugendabteilung von Energie Cottbus zum SC Freiburg. Unter Trainer Christian Streich entwickelte er sich zum Leistungsträger. Im Sommer 2017 verpflichtete Borussia Dortmund den damaligen U21-Nationalspieler für etwa 20 Millkionen Euro. In Dortmund konnte er sich jedoch nicht wirklich durchsetzen und landete über Dynamo Moskau beim VfL Wolfsburg. Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen
Roman Bürki fand im Juli 2014 von den Grasshoppers Zürich den Weg in den Breisgau. Der damalige Schweizer Nationaltorhüter blieb nur ein Jahr beim SC Freiburg. In der darauffolgenden Saison beerbte er in Dortmund Roman Weidenfeller. Bürki wurde Stammtorhüter beim BVB gewann zweimal den DFB-Pokal und einmal den Supercup. Im Sommer 2021 wurde Bürki jedoch vom ehemaligen Stuttgarter Gregor Kobel abgelöst und wechselte zu St. Louis City in die MLS. Team 2 Bild in Detailansicht öffnen
Einer fand sogar den Weg zurück - Matthias Ginter. Der gebürtige Freiburger wurde beim SC ausgebildet und reifte in seiner Heimat zum Bundesligaprofi, Nationalspieler und Weltmeister. Nach dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wechselte er nach Dortmund. Mit dem BVB gewann Ginter 2017 den DFB-Pokal. Über die Zwischenstation Borussia Mönchengladbach wechselte der 28-jährige im Sommer zurück zu "seinem" SC Freiburg. MIS Bild in Detailansicht öffnen
Sebastian Kehl wechselte im Januar 2002 nach Dortmund und sollte danach 13 lange Jahre für die Schwarz-Gelben am Ball bleiben. Mit dem BVB holte der heute 42-jährige drei Meisterschaften (2002, 2011, 2012) und einen Pokalsieg (2012). Seit dem 1. Juli 2022 ist er als Nachfolger von Michael Zorc Sportdirektor von Borussia Dortmund. Kirchner-Media Bild in Detailansicht öffnen
Jörg Heinrich wechselte im Winter 1996 von Freiburg nach Dortmund. Durt wurde er zweimal Deutscher Meister (1996, 2002), Champions-League-Sieger (1997) und Gewinner des Weltpokals (1998). 1998 bezahlte der AC Florenz die bis dahin höchste Ablösesumme für einen deutschen Spieler von 25 Millionen Mark. 2000 kehrte Heinrich zurück und feierte 2002 seine zweite Meisterschaft mit Dortmund. Unter Cheftrainer Peter Stöger war der 52-jährige bis Juli 2018 für ein halbes Jahr Co-Trainer der Borussia. CHROMORANGE Bild in Detailansicht öffnen

"Er hat ein wirklich gutes Spiel gemacht", sagte Streich über den Rückkehrer. "Jetzt wird er nochmal andere Gegenspieler kriegen, nochmal anderes Tempo - bei allem Respekt vor Augsburg", warnte der Coach aber auch mit Blick auf den BVB. Der hat in Person des als Ersatz für den lange ausfallenden Sébastien Haller (Hodentumor) geholten Anthony Modeste nochmal "enorme Wucht" dazugewonnen, wie Streich es formulierte. Insgesamt sei Dortmund offensiv gefährlich.

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Schlotterbeck kehrt erstmals zum SC Freiburg zurück

Defensiv steht bei den Borussen nach den ersten zwei Pflichtspielen der Saison die Null - auch ein Verdienst des aus Freiburg gekommenen Schlotterbeck. Wer den 22-Jährigen beim 1:0-Arbeitssieg gegen Bayer Leverkusen vergangenen Samstag beobachtete, kann erahnen, wie sehr er dem Duell mit seinem Ex-Club nun entgegenfiebert. "Seine Art und Weise wie er in die Zweikämpfe geht, das ist genau das, was die Leute hier lieben", sagte BVB-Trainer Edin Terzic über Schlotterbeck, der in Abwesenheit des nach wie vor angeschlagen fehlenden Niklas Süle gegen die Werkself ein bemerkenswertes Heim-Debüt im Dortmunder Stadion hingelegt und die Fans mehrfach zum Anfeuern animiert hatte.

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Schlotterbeck sei "ein Spielertyp, der auch von der Emotion lebt", betonte Terzic. Von denen hatte der BVB zuletzt nicht allzu viele. "Das ist einer der Gründe, warum er sich für den Wechsel zu uns entschieden hat", so Dortmunds Coach. "Und das ist auch einer der Gründe, warum wir uns für ihn entschieden haben." Und womöglich auch ein wichtiger Faktor, die Chancen im Titelrennen diese Saison zu erhöhen.

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SWR

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