Freiburger Jubel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Herbert Rudel)

Fußball | Bundesliga

Warum Reisen nach Freiburg nie umsonst, aber oft vergebens sind...

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Topteams tun sich oft schwer in Freiburg. Ein Spiel gegen den SC ist definitiv kein Selbstläufer. Und auch für Superstar Erling Haaland und Borussia Dortmund war beim SC nichts zu holen.

"In Freiburg ist es immer unangenehm, Christian Streich leistet dort seit Jahren eine hervorragende Arbeit", wusste Marco Rose schon vor der Partie seiner Dortmunder in Freiburg. Er sollte Recht behalten.

Warum die Topteams der Bundesliga so ungern nach Freiburg fahren, wurde spätestens nach sechs gespielten Minuten klar. Typisch im Breisgau: Die Freiburger können nicht nur konsequent verteidigen, sondern Chancen auch nutzen.

Ein Team aus guten Kickern

Ein Paradebeispiel: Vincenzo Grifo, der mit einem wunderschönen Freistoßtor die Führung erzielt und die Gelb-Schwarzen mitten ins Herz trifft. In Freiburg gilt nämlich: Lässt du den SC mitspielen, dann wird’s schnell gefährlich. Doch nicht nur Grifo hätte schießen können - auch Jonathan Schmid und Christian Günter sind gute Freistoß-Schützen. Aber das ist beim SC im Grunde egal, denn sie gönnen sich gegenseitig den Erfolg.

"Ich hab noch Jonny und Günni angeguckt - wer, wer, wer - willst Du? Willst Du? Ne, du kannst. Bums, hab‘ ich gesagt, ja ich nehm' ihn. Und dass man ihn dann so erwischt… freue mich schon, das Tor dann nochmals anzuschauen."

Dazu gilt: Ausfälle von Spielern sind immer ärgerlich, auch für Freiburgs Trainer Streich, aber über die mannschaftliche Geschlossenheit kompensierbar. Auch ohne einen Nils Petersen sind die Breisgauer gefährlich und verteidigen sehr intelligent. Zwar braucht man gegen eine Offensive wie die des BVB natürlich auch etwas Glück, aber als Tüchtiger hat man dieses auch verdient.

Gemeinsam Freiburg

Und auch ein Eigentor bringt ein Freiburger Team selten aus der Ruhe. Daher hätte sich Yannik Keitel auch keine Sorgen machen müssen, wenn sein Eigentor zum 1:2-Anschlusstreffer der Dortmunder Schlimmeres eingeleitet hätte: In Freiburg ist man eben entspannt.

Dass die Fans dabei auch ein wichtiger Faktor sind, ist zwar in vielen Stadien so, aber in Freiburg doch ganz besonders. Hier gewinnt man zusammen und verliert zusammen, steigt zusammen auf und ab, freut sich, leidet - aber immer persönlich. Dass Grifo nach dem Spiel mit den Fans auf der Tribüne feierte, ist daher nicht irgendwie aufgesetzt, sondern eben typisch Freiburg.

"Gewonnen, vier Punkte, zwei Spiele, besser geht es nicht."

Nun grüßen die Freiburger wirklich aus der oberen Tabellenregion und den Topclubs der Bundesliga bleibt die Erkenntnis: Eine Reise nach Freiburg ist selten ein Selbstläufer.

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