Torjubel bei Nico Schlotterbeck. Er hat den SC Freiburg zum Sieg gegen den VfL Wolfsburg geschossen und rutscht auf Knien mit ausgebreiteten Armen über den Rasen. (Foto: imago images, IMAGO / Eibner)

Fußball | Bundesliga

Der SC Freiburg auf der Achterbahn der Gefühle

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Der SC Freiburg und der Sieg gegen den VfL Wolfsburg führten am Samstag eine leidenschaftliche On-Off-Beziehung - mit Happy End.

"So eine Gefühlsexplosion am Schluss hatte ich noch nie", sagte Nico Schlotterbeck, nachdem er den SC Freiburg kurz vor Schluss zum Sieg gegen den VfL Wolfsburg geschossen hatte. Dabei war lange offen, ob der Innenverteidiger überhaupt mitwirken könnte. Mit Kraft und Präzision ließ er die Herzen der Freiburger vor Glück hüpfen. "Ich bin dann mit der Mannschaft zusammen einfach durchgedreht." Es war das glückliche Ende einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte zwischen dem SC Freiburg und dem zwölften Saisonsieg. Das Spiel glich einer filmreifen Inszenierung. Das Publikum war begeistert und die Darsteller auch: "Die letzten sechs, sieben Minuten konnte man kein Wort mehr verstehen; das war dann schon sehr sehr geil."

Grifo mit viel Gefühl zum Doppelpack

Der erste Flirt schon nach sieben Minuten. Vincenzo Grifo zeigte, dass in seinem rechten Fuß noch mehr Gefühl steckt, als in jedem Rosamunde-Pilcher-Film. Nach seinem wunderschön in den Winkel gezirkelten Freistoß formte er mit beiden Händen ein Herz. Der SC Freiburg hatte den ersten Schritt gemacht. Und kurz vor der Pause machte Grifo allen klar, dass es die Breisgauer wirklich ernst meinten. Es war der erste Bundesliga-Doppelpack des Deutsch-Italieners. "Mal läufts und mal läufts nicht so. Und heute lief es sehr sehr gut", freute sich Grifo. Wolfsburg hatte bis dahin lediglich ein paar zarte Avancen gestartet.

Freiburg machte es noch einmal spannend

Doch wie jede gute Schnulze brauchte auch diese Geschichte ein "retardierendes Moment", das Spannung erzeugt und den Höhepunkt hinauszögert. Sonst wäre die Geschichte bereits nach 45 Minuten vorbei, was weder im Fußball noch im Film funktioniert. Diesmal waren es Max Kruse (54.) und Maximilian Arnold (84.), die aus dem 2:0 ein 2:2 machten und noch einmal ordentlich Zweifel säten, ob der SC Freiburg und der zwölfte Saisonsieg an diesem Samstag auch wirklich zusammenkommen. Freiburgs Trainer Christian Streich dachte sich: "Scheiße!" Das sagte er zumindest hinterher im Interview mit SWR Sport.

Schlotterbeck mit dem Freiburger Happy End

Aber da wusste er noch nicht, dass Nico Schlotterbeck, der Maxi Arnold den Ausgleichstreffer nur wenige Minuten unglücklich aufgelegt hatte, noch einmal als strahlender Held auf die Bühne zurückkehren und mit seinem Tor das Freiburger Happy End besiegeln würde (87.). "Gut", dachte Christian Streich, der unter der Woche seinen Vertrag verlängert hatte.

Der Rest ist Abspann. Da konnten alle nochmal einen Blick auf die Bundesliga-Tabelle werfen, die den SC Freiburg mit 44 Punkten auf einem Europapokal-Platz zeigt. Auf dem Heimweg träumten die Freiburger Fans von einer Fortsetzung in der Champions League.

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