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Nils Petersen ist einer der Spieler, die aus Freiburg nicht mehr wegzudenken sind. Aber warum denkt er, dass er keine Ahnung von Fußball hat? Und wieso kann auf der Bank sitzen auch Spaß machen?

Lange Zeit ist Nils Petersen als "Joker der Bundesliga" bezeichnet worden - mittlerweile gehört er zur Stammelf beim SC Freiburg. Ein "etwas anderer" Verein, wie viele SC-Spieler ihn beschreiben.

Nils Petersen hat schon einige Fußball-Stationen hinter sich gebracht: Cottbus, Bayern München, Werder Bremen... Angekommen ist er aber erst so wirklich im Breisgau, beim SC Freiburg. "Ich habe für mich festgestellt und gelernt, dass wenn ich beruflich irgendwo ankomme, egal wo ich lebe, dann fühle ich mich wohl", so Nils Petersen im neuen SWR Sport Podcast "Steil!". Und fügt hinzu: "Hier in Freiburg hat man dann Glück, dass der Standort zusätzlich noch schön ist."

Ein wichtiger Faktor spielt dabei auch Freiburgs Coach Christian Streich. "Ich bin froh, dass ich einen Trainer habe, der mich versteht und der mich kennt. Der auch Hintergründe kennt, wo man sich gar nicht groß verständigen muss und man trotzdem weiß, wie es dem Einzelnen dann gerade geht und wie er tickt", so Petersen.

Nils Petersen als Top-Joker beim SC Freiburg

Doch zu Beginn seiner Laufbahn beim SC Freiburg war das nicht immer so. Nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga hat Coach Streich Nils Petersen erstmal auf die Bank gesetzt. "Da war ich natürlich enttäuscht, als er gesagt hat ich muss auf die Bank und ich bin der Joker. Da würde ich lügen, wenn ich sage das hat mich überhaupt nicht gejuckt."

Doch es lief gut für Freiburg und mit Nils Petersen konnte Streich einen "Top Joker" einwechseln. "Wenn du da liest in der Zeitung: Topjoker, bester Joker oder Aufstiegsheld. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, die Presse interessiert mich nicht. Es gibt nichts schöneres als die Bestätigung zu bekommen von den Leuten. Und ich wünsche jedem Mal das Gefühl, sich dahinten aufzuwärmen und auf einmal läufst du um die Kurve und sie singen 'jetzt geht’s los' und die Leute glauben daran, dass sich was tut und da kriegt man Gänsehaut. Das war schon schön."

Nils Petersen sieht seine Zukunft im Südwesten

Heute ist Nils Petersen einer der Spieler, die mit am längsten beim SC Freiburg kicken. Eine Mannschaft die "im Kollektiv" funktioniert. Als Wortführer sieht sich der 31-Jährige aber trotzdem nicht. Ihm falle es schwer, denn er sei eher ein Ruhiger, "die Jungs kommen gerne zu mir und reden mit mir aber ich bin nicht der, der ständig das Wort ergreifen möchte. Das passiert schon in der Gruppe. "

"Ich will noch viele Jahre Fußball spielen und das am liebsten hier."

Nils Petersen

Petersen ist aber nicht nur einer der Spieler die schon sehr lange im Breisgau sind, sondern mit seinen 31 Jahren ist er auch einer der ältesten Spieler. Gedanken um seine Zukunft macht er sich schon seit langem. "Ich will noch viele Jahre Fußball spielen und das am liebsten hier. Und da muss ich natürlich gut performen damit der Verein Interesse daran hat, damit ich hier weiter beschäftigt werde." Denn am Ende sei der SC Freiburg ein ein Wirtschaftsunternehmen und geben den Spielern Verträge, die am besten funktionieren.

"Ich hab' echt wenig Ahnung von Fußball."

Nils Petersen

Ein Fußballspiel könne er nach all den Jahren im Profi-Dasein nicht mehr entspannt gucken. "Mittlerweile schaut man da ganz anders hin. Das möchte man oft gar nicht, weil man will unterhalten werden, aber dann schaut man doch: Was für ein System spielen die jetzt, was könnte man ändern und wen haben die noch auf der Bank sitzen", erklärt Petersen.

Doch im Gespräch mit seinen Mitspielern falle ihm dabei aber auch oft auf: "Ich habe echt wenig Ahnung von Fußball. Die beschäftigen sich wahnsinnig mit Taktik… Finde ich Wahnsinn und ich bin echt gespannt wo es mich hinführt. Ich hoffe, dass ich hier irgendwo bleiben kann, das neue Stadion ist ja jetzt auch da und ich fänd es wahnsinnig spannend nach der Karriere im Fußballgeschäft zu bleiben, weil das ist schon mein Lebenselixier."

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