Kevin Schade wechsel vom SC Freiburg zum FC Brentford (Foto: IMAGO, Imago Images / Eibner)

Fußball | Meinung

Wie der SC Freiburg vom Premier-League-Wahnsinn profitiert

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Michael Glang

Kevin Schade ist unbestritten ein hochtalentierter Fußballer. Dass er dem SC Freiburg aber womöglich 25 Millionen Euro in die Kasse spült, zeigt einmal mehr den Wahnsinn der Premier-League-Klubs. Dem SC kann es nur Recht sein, sagt SWR Sport-Redakteur Michael Glang.

29 Bundesliga-Spiele hat Kevin Schade bislang absolviert. Nun geht der 21-Jährige auf Leihbasis zum FC Brentford, Tabellenneunter in der Premier League. Kommt er dort auf eine bestimmte Anzahl an Spielen, wechselt er im Sommer fest auf die Insel, für kolportierte 25 Millionen Euro. Damit wäre Schade der Rekordtransfer des SC.

Kommt der Deal zustande, erhalten die Freiburger also fast eine Million Euro pro Bundesliga-Einsatz von Schade. Oder anders formuliert: Fünf Millionen pro bisherigem Bundesliga-Tor. Fünf hat der Offensivspieler nämlich bereits erzielt. Schade ist gewiss ein großes Talent, in fünf Spielen für die deutsche U21-Nationalmannschaft hat er vier Mal getroffen - beachtlich. Ein Versprechen für die Zukunft. Eine Garantie für eine große Karriere ist das aber noch nicht.

Und dennoch greift der FC Brentford tief in die Tasche - für deutsche Verhältnisse. Auf der Insel sind solche Summen längst nur noch ein Schulterzucken wert, vor allem dank der horrenden TV-Gelder.

SC Freiburg: Finanzielle Rahmenbedingungen für Schade-Transfer stimmen

Schade stand seit September nur zwei Mal in der Startelf der Breisgauer, zuvor hatte ihn eine hartnäckige Bauchmuskelverletzung außer Gefecht gesetzt. Er war schon im Sommer mit Brentford in Verbindung gebracht worden, jetzt aber hätten auch die "finanziellen Rahmenbedingungen gestimmt", so SC-Sportvorstand Jochen Saier. So kann man es auch nennen, wenn ein Spieler mit zwölf Millionen Euro Marktwert (laut transfermarkt.de) für gut das Doppelte den Verein wechselt.

Der SC habe nun "Planungssicherheit und Handlungsspielraum", sagte Saier weiter. Und statt mit dem Geld um sich zu wedeln wie die Klubs von der Insel, werden sie es im Breisgau vielleicht wieder so machen wie bei Ritsu Doan. Der Japaner kam im Sommer für 8,5 Millionen Euro von der PSV Eindhoven und war damals acht Millionen Euro wert. Viel zu viel, werden damals einige gedacht haben. Heute wird sein Marktwert auf 15 Millionen Euro geschätzt.

Kevin Schade, Spieler des SC Freiburg in der Saison 2223, beim Aufwärmen vor dem Spiel in einem roten Aufwärmtrikot mit langen Ärmeln. (Foto: IMAGO, Eibner)
Der englische Premier-League-Klub FC Brentford verpflichtet den 21 Jahre alten Stürmer Kevin Schade vom SC Freiburg zunächst auf Leihbasis bis zum Saisonende 22/23. Danach greift eine Kaufpflicht, womit sich das Paket inklusive Leihgebühr auf 25 Millionen Euro beläuft. Damit wird Kevin Schade zu Freiburgs teuerstem Transfer überhaupt. Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Der Innenverteidiger Caglar Söyüncü wechselte zu Beginn der Saison 18/19 für eine Summe von 21,10 Millionen Euro in die Premier League zu Leicester City. Sein Vetrag beim englischen Erstligisten läuft im Sommer aus. Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Nico Schlotterbeck brachte dem SC Freiburg eine stolze Summe von 20 Millionen Euro ein, als er im Sommer 2022 zu Borussia Dortmund wechselte. Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Maximilian Philipp wechselte zu Beginn der Saison 17/18 für 20 Millionen Euro zum BVB. Der 28-Jährige steht aktuell beim VfL Wolfsburg unter Vertrag. Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Für eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro wechselte Luca Waldschmidt zu Beginn der Saison 20/21 vom SC Freiburg zu Benfica Lissabon. Seit der Saison 21/22 spielt Waldschmidt für den VfL Wolfsburg. Beautiful Sports Bild in Detailansicht öffnen
Der Ex-Freiburger Baptiste Santamaria verließ den SC Freiburg zur Saison 21/22 für eine Ablösesumme von 14 Millionen Euro. Seitdem spielt er für den französischen Erstligisten FC Stade Rennes, wo er noch einen laufenden Vertrag bis 2025 hat. Nordphoto Bild in Detailansicht öffnen
Robin Koch zog es zur Saison 20/21 vom SC Freiburg in die englische Premier League. Für 13 Millionen Euro wechselte der Innenverteidiger zu Leeds United. Sein Vertrag läuft noch bis 2024. Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Der Mittelstürmer Papiss Demba Cissé landete in der Saison 11/12 für zwölf Millionen Euro in der Premier League beim englischen Klub Newcastle United. Seit September 2022 spielt der inzwischen 37-Jährige für den französischen Zweitligisten Amiens SC. Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Immerhin zehn Millionen Euro brachte Matthias Ginter dem SC Freiburg ein, als er im Sommer 2014 zu Borussia Dortmund wechselte. Zu Beginn der Saison 22/23 kam Ginter von Borussia Mönchengladbach ablösefrei zurück nach Freiburg. Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen

Und im Gegensatz zu Schade spielt Doan beim SC eine tragende Rolle in dieser Bundesliga-Saison. Es läuft für den SC Freiburg, auch dank des Transfer-Wahnsinns auf der Insel.

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Michael Glang

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