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Beim 4:1 Erfolg des SC Freiburg gegen Hertha BSC hat Vincenzo Grifo das erste Kopfballtor als Profi erzielt. Das kostet Berlin Punkte - Mitspieler und Familienangehörige müssen jetzt blechen!

Es ist nicht überliefert, ob Vincenzo Grifos Onkel das Spiel der Freiburger gegen Hertha BSC live mitverfolgen konnte. Hätte er es getan, dann hätte er sich in der siebten Minute möglicherweise erst gefreut, und dann geärgert. "Der liebe Onkel wird sehr, sehr arm sein", grinste Neffe Vincenzo anschließend vor dem SWR-Mikrofon. Denn der Bruder seiner Mutter muss jetzt, besser gesagt dann, wenn es die Bekämpfung des Coronavirus wieder zulässt, ein feudales Abendessen spendieren.

Sein erstes Kopfballtor war jahrelang nicht nur das liebevolle Gespött in der Familie, sondern eben auch einigen, eine Wette wert. Dem Onkel daheim in Pforzheim aber zum Beispiel auch Grifos Freiburger Mitspieler Nils Petersen. "Eine Waschtasche" als Wetteinsatz mag verwundern. Aber so, wie Grifo strahlte, als er am Abend seines ersten Kopfballtores davon erzählte, scheint diese Waschtasche einiges wert zu sein.

Ein "Besessener" im Rundum-Glück

Als Vincenzo Grifo zuletzt nach einem Tor mit dem Ball unterm Trikot und dem Daumen im Mund jubelte, präsentierte er der Öffentlichkeit damit stolz die zukünftigen Vaterfreuden. Irgendwie passend, dass er jetzt auch dieses Kopfball-"Trauma" hinter sich lässt. "Vielleicht geht es mir vor Euphorie so gut, aber ich spür' einfach, dass es gut läuft im Moment!"

Selbst als die Erfolge beim SC Freiburg eher rar waren, vor dieser Englischen Woche - die ja zur "Drei-Spiele-drei-Siege-Woche" wurde, selbst da erlebte der 27-Jährige seine Highlights. Am 11.11. erzielte er im Spiel gegen Estland seine ersten beiden Länderspieltore für Italien. Knapp zwei Jahre zuvor war er erstmals für die Squadra Azzura nominiert worden. Ein Kindheitstraum, der daheim in Pforzheim typisch fußball-verrückt-italienisch mit einem Autokorso der Familie bejubelt wurde.

Wer hätte nicht gerne eine Waschtasche von Nils Petersen 😁Posted by SWR Sport on Sunday, December 20, 2020

Pforzheim 75177 - nordbadische Heimat mit italienischem Flair

Gerade hat Vincenzo Grifo in einem Interview mit dem Fußball-Magazin "11Freunde" mal wieder von seinen Wurzeln im nordbadischen Pforzheim erzählt. Das habe aufgrund der langen italienischen Einwanderergeschichte sein ganz eigenes italienisches Flair. Grifo erzählt gerne von den Eltern, die in den 1980er-Jahren zum Arbeiten nach Pforzheim kamen. Vom Kinderzimmer, das er sich mit seinen beiden älteren Brüdern teilte. Der eine Fan des AC Milan, der andere von Juventus Turin und Vincenzo selbst von Roberto Baggio und Inter Mailand.

"Man schießt ja nicht mal eben zwei Tore für die italienische Nationalmannschaft, wenn man aus Pforzheim kommt."

Christian Streich nach Grifos ersten Länderspieltoren im November

Damals, in der Kindheit in Pforzheim, war der Ball möglichst immer am Fuß. "Man muss besessen sein, wenn man es packen will", hat der Kicker mit der gerne und oft wechselnden Frisur, aber dem immer gleich freundlichen Lächeln, mal gesagt. Und so überrascht es kaum, dass Grifo dieser Tage ganz ungeduldig wirkt. Wo andere Bundesliga-Profis die Winterpause kaum erwarten können, klingt der Pforzheimer fast schon enttäuscht: "Schade, dass jetzt die Weihnachtspause kommt." Kleiner Trost: Erstens kann der SC im Pokal beim VfB Stuttgart ja noch weitermachen. Und zweitens: die Weihnachtspause ist in diesem Jahr so kurz, dass auch ein Vincenzo Grifo das Kopfballspiel nicht verlernen wird...

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