Alexander Iashvili (rechts) und Levan Kobiashvili (beide Freiburg).

Fußball | EURO 2024

Iaschwili und Co. - die georgische Geschichte des SC Freiburg

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SWR

Am Dienstagabend steigen die Georgier in Dortmund in die Euro 2024 ein. Insbesondere im beschaulichem Breisgau dürften dann Erinnerungen an vergangene Zeiten wach werden.

Wenn der argentinische Schiedsrichter Facundo Tello die EURO-Partie zwischen der Türkei und Georgien am Dienstagabend (18:00 Uhr, live im Sportschau-Audiostream) anpfeifen wird, könnten sich einige Fans des SC Freiburg in die Vergangenheit zurückversetzt fühlen. Denn man findet sie im heutigen georgischen Kader, wie auch im Kader des SC Freiburg in den neunziger Jahren - die georgische Namens-Schlussilbe "-schwili". Und wenn man sich das Team der Georgier bei der EURO 2024 genauer anschaut, erkennt man, dass sich nicht nur die Namen ähneln, sondern auch die Personalien teilweise überschneiden.

Finke holt Iaschwili an die Dreisam

Die Weichen für die Georgier beim SC Freiburg stellten sich ab dem 1. Juli 1991. An diesem Tag wurde Volker Finke zum Cheftrainer der Breisgauer, die sich 1993 erstmals für die Bundesliga qualifizierten. Der Nienburger Trainer machte durch unkoventionelle Transfers von sich reden - und landete 1997 einen besonderen Coup: Mit Aleksander Iaschwili kam im Jahr 1997 ein starker Offensivspieler nach Freiburg - aus Tiflis, der Hauptstadt von Georgien. In zehn Jahren beim SC erzielte Iaschwili 51 Tore. Die 281 Einsätze im Dress des Sportclubs sichern ihm bis heute den siebten Platz in der Rekordspieler-Liste der Freiburger. Seine Zeit beim Sportclub war geprägt vom Abstieg aus der ersten Bundesliga in der Saison 2001/2002 - und vom direkten Wiederaufstieg eine Saison später. Im Jahr 2007 wechselte der Georgier dann zum Karlsruher SC.

Alexander Iashvili (Freiburg) gibt Anweisungen.
Alexander Iaschwili im Trikot des SC Freiburg.

Eine erfolgreiche Zeit beim SC Freiburg hatte auch Lewan Kobiaschwili, der 1998 vom Verein Alanija Wladikawkas (Russland) zum SC Freiburg kam. Auch dieser Georgier legte eine erfolgreiche Karriere im Freiburger Trikot hin. In 121 Spielen für die Badener erzielte der Linksverteidiger 20 Tore und bereitete 16 Treffer vor. Am Ende der Saison 2002/2003 wechselte er zu Schalke 04. Dort wurde er sogar in der Champions League eingesetzt.

Iaschwili und Kobiaschwili heute georgische Funktionäre

Dem georgischen Fußball haben die beiden Freiburger Ikonen bis heute nicht den Rücken zugewandt. Am 3. Oktober 2015 traten beide dort hohe Funktionärsposten an: Levan Kobiaschwili bekleidet seitdem das Amt des Verbands-Präsidenten, Aleksander Iaschwili ist sein Vize.

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Tobias Willi sorgte für Verwirrung

Und es war noch nicht vorbei mit den georgischen Spielern im Breisgau. Ebenfalls 1998 kam Lewan Tskitischwili zum Sportclub. Wieder aus Tiflis holte Finke den Mittelfeldspieler nach Freiburg. 160 mal kam Tskitischwili zum Einsatz, 13 mal traf er für den SCF.

Ein weiterer "Willi" komplettierte im Jahr 1998 das Quartett der Freiburger Georgier. So dachten wohl viele SC-Fans in diesem Jahr. Doch der 1979 geborene Mittelfeldspieler Tobias Willi hat mit dem Staat am schwarzen Meer nichts zu tun. Willi ist gebürtiger Freiburger und absolvierte sogar Spiele für die deutsche U21-Nationalmannschaft. Hier gelangen ihm zwar keine Treffer, im SC-Dress war er aber in 133 Spielen zweimal vor dem Tor erfolgreich. Die Ansammlung von "willis" im Freiburger Kader führte mitunter dazu, dass die SC-Fans beim Verlesen der Spielernamen, allen Akteuren ein lautes "-willi" anhängten.

Levan Zkitischwili (links), Levan Kobiaschwili (Mitte) und Tobias Willi im Dreisamstadion.
Lewan Zkitischwili (links), Lewan Kobiaschwili (Mitte) und Tobias Willi im Dreisamstadion.

"Budu" vom Karlsruher SC bei Georgien dabei

Heute findet sich kein Spieler des SC mehr in der georgischen Nationalmannschaft. Ein bisschen Baden spielt aber auch bei dieser EURO mit: Zwar endet er nicht auf "-schwili", aber mit Budu Siwsiwadse ist immerhin ein Fanliebling des Karlsruher SC im Kader von Trainer Willy Sagnol dabei.

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