Freiburgs Nico Schlotterbeck ist enttäuscht nach der Niederlage im DFB-Pokalfinale. (Foto: IMAGO, IMAGO / Matthias Koch)

SC Freiburg | DFB-Pokal

"Leer", "enttäuscht" und trotzdem "brutal stolz": Der SC Freiburg nach dem DFB-Pokalfinale

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Der SC Freiburg hat den DFB-Pokalsieg verpasst. Spieler und Trainer sind nach dem nervenaufreibenden Finale enttäuscht, traurig - und trotzdem stolz auf das Erreichte.

Es war 22:17 Uhr, Halbzeit in der Verlängerung, als die Gefühle aus Christian Streich herausplatzten. Erst hielt er vor seinen Spielern, die er im Kreis versammelt hatte, eine flammende Ansprache, dann wandte er sich leidenschaftlich der Fankurve zu. Immer wieder warf er seine Arme nach oben, um die Freiburger mitzureißen, um ihnen deutlich zu machen, dass sein Team beim Spielstand von 1:1 in den letzten Minuten die volle Unterstützung braucht. Entschlossener als Streich in diesem Moment kann ein Mensch kaum dreinschauen.

Freiburger Fans bejubeln ihr Team trotz Niederlage

Eine halbe Stunde später war die Entschlossenheit aus seinem Gesicht verschwunden. Der SC Freiburg hatte gegen Leipzig im Elfmeterschießen verloren. Kapitän Christian Günter und Ermedin Demirovic hatten verschossen. Der Sport-Club hatte es trotz leidenschaftlichen Kampfes nicht geschafft, den ersten DFB-Pokalsieg in der fast 120-jährigen Vereinsgeschichte zu holen. Dennoch lächelte Streich, als er nach dem Abpfiff in die Fankurve blickte. Er verbeugte sich, applaudierte seiner Mannschaft und den Freiburger Anhängern, die den Trainer mit "Christian Streich, du bist der beste Mann" besangen.

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SC Freiburg: Stolz trotz verpasstem Pokalsieg

"Das ist toll", sagte Streich hinterher. "Die Fans sind dankbar, die ganze Karawane ist nach Berlin gezogen und ich finde, das ist auch richtig so." Denn seine Mannschaft habe "Unglaubliches" geleistet und eine "wahnsinnig tolle Saison" gespielt. Auch gegen Leipzig habe sie eine "super erste Halbzeit" gezeigt. Im zweiten Durchgang hätte sie einige Situationen noch besser ausspielen sollen. Er habe gemerkt, dass "wir dann ein ganz, ganz, ganz kleines bisschen Angst hatten, was aber total menschlich ist".

Torschütze Eggestein: "Extrem enttäuscht"

Maximilian Eggestein, der die Freiburger in Führung gebracht hatte (19. Minute), sprach von "extremer" Enttäuschung. "Wir hatten ja auch unsere Chancen, hat aber dann am Ende irgendwie nicht sein sollen." Nach einer guten Stunde sah Leipzigs Marcel Halstenberg nach einer Notbremse die Rote Karte (57.). Vieles deutete auf einen Freiburger Erfolg, doch dann erzielte Christopher Nkunku überraschend den Ausgleich (76.). In einer nervenaufreibenden Verlängerung traf der Sport-Club gleich drei Mal das Aluminium. Im Elfmeterschießen behielten die Leipziger die Nerven und entschieden das Finale 4:2 (1:1, 1:1, 0:1) für sich.

Freiburgs Vincenzo Grifo: "Man ist leer"

"Man ist leer, weil der Tank ist leer, der Kopf ist leer", sagte Mittelfeldspieler Vincenzo Grifo. "Man hätte heute Außergewöhnliches schaffen können. Wir waren echt sehr, sehr nah dran. Aber im Fußball gewinnt man und man muss auch akzeptieren zu verlieren, auch wenn es wehtut."

Auch Verteidiger Nico Schlotterbeck konnte seine Trauer nicht verbergen, schüttelte den Kopf, als konnte er nicht ganz glauben, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. "Ich muss sagen, ich bin ein bisschen wehmütig, weil der Verein heute alles gegeben hat, die Mannschaft alles gegeben hat. Es hat so wenig gefehlt und ja, das Glück war irgendwie nicht auf unserer Seite, deswegen bin ich emotional leer." Trotzdem sei er "brutal stolz" auf den Verein und vor allem auf die Fans. Für Schlotterbeck war es das letzte Spiel im Trikot des Sport-Clubs. Er wechselt zu Borussia Dortmund.

Medizinischer Notfall

In Gedanken waren die Freiburger auch bei einem Mann, der vor der Siegerehrung reanimiert werden musste. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr hatte er wieder Puls und Atmung und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Streich sagte, dass man immer wieder daran denken müsse, dass es bei aller Emotion während eines Spiels nur um Fußball gehe. Eggestein ergänzte: "Das Wichtigste ist für uns alle erstmal, dass es dem Mann wieder besser geht."

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