SC-Freiburg-Fans zünden rot leuchtende Bengalos beim DFB-Pokalfinale 2022 im Berliner Olympiastadion. (Foto: IMAGO, IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel)

Fußball | DFB-Pokal

Der SC Freiburg freut sich auf den "Höllentrip" beim FCK

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Michael Richmann und Claus-Peter Hufer

Der SC Freiburg muss in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Kaiserslautern ran. Ein "Höllentrip", wie in Dantes Inferno - doch mit einem wichtigen Unterschied.

Der SC Freiburg will am liebsten sofort zurück nach Berlin. Das Flutlicht, der Pokal, die Atmosphäre - es war ein einmaliges Erlebnis in der Freiburger Vereinsgeschichte. Und weil das Kapitel DFB-Pokalfinale im ersten Anlauf noch kein Happy End hatte, wollen Nils Petersen, Vincenzo Grifo und Co möglichst bald ein neues schreiben.

Vor der Katharsis kommt die FCK-Hölle

Doch es ist wie in Dantes Inferno: Vor der Katharsis muss der Held durch die Hölle gehen. Doch anders als im ersten Buch der Göttlichen Komödie, wo der Ich-Erzähler sich eher widerwillig durch die neun Kreise der Hölle bewegt, haben die Spieler des SC Freiburg richtig Bock auf den Trip. Denn die Hölle, durch die der SC Freiburg in der ersten Runde des DFB-Pokals gehen muss, gehört zum 1. FC Kaiserslautern und heißt Fritz-Walter-Stadion. Und diese Hölle steht für legendäre Stimmung und spannende Duelle.

Der Zweitligaaufsteiger FCK sei "eines der schwierigsten Lose, das man hätte ziehen können", sagte SC-Freiburg-Torjäger Nils Petersen im Interview mit SWR Sport. "Aber wir nehmen die Herausforderung an und freuen uns auf dieses Spiel."

FCK steht für große Emotionen

"Da wartet eine richtige Aufgabe auf uns - gerade mit den Fans im Rücken", meint Nicolas Höfler, und spricht von "totaler Emotionalität, die Lauterer stehen total hinter ihrer Mannschaft und peitschen sie 90 Minuten an." Es wird also laut in der Hölle.

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Einmal ist der SC Freiburg den Weg durch die Pokal-Hölle auf dem Betzenberg bereits gegangen: am 4. Dezember 2002. Doch Hany Ramzy (64. Minute) und Lincoln (67.) sorgten dafür, dass der Freiburger Pokal-Trip bereits im Achtelfinale beendet war.

Doch schon damals war die Hölle in erster Linie faszinierend und weniger abschreckend: "Es war jedes Mal aufs Neue geil", erzählt Tobias Willi, der vor 20 Jahren in der Freiburger Startelf stand. "Wenn man da mit dem Bus hoch fährt und die Leute begrüßen einen nicht immer ganz so herzlich. Man läuft ins Stadion ein, und die 50.000 so laut, das macht wirklich so abartig Spaß."

Streich will Emotionen positiv umdeuten

Freiburgs aktueller Trainer Christian Streich hat eine Idee, wie die Reise in die Pfalz trotz des Höllenlärms in diesem Jahr erfolgreicher werden könnte: "Einfach diesen ganzen Lärmpegel und diese ganze Akustik positiv sehen und sagen: Es sind alle da, um uns und Kaiserslautern beim Fußballspielen zuzuschauen. Das ist doch toll."

Dantes epochaler Höllentrip endet nach mehr als 1.000 Seiten im Paradies. Freiburgs Höllentrip endet spätestens nach 120 Minuten plus Elfmeterschießen. Ohnehin wäre es für die Freiburger nur der erste Schritt auf dem Weg zum eigentlichen Sehnsuchtsort: Berlin. Doch die Vorfreude ist riesig, nicht nur bei Nils Petersen: "Denn wenn wir es geschafft haben, kann man sagen: Geil, war ein schönes Erlebnis."

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Michael Richmann und Claus-Peter Hufer

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