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Christian Streichs erster Gegner als Bundesliga-Trainer des SC Freiburg war der FC Augsburg. Neun Jahre später gibt es in der selben Konstellation ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten.

88. Spielminute, es steht 0:0 im Freiburger Stadion. Freistoß für den SC Freiburg. Jonathan Schmid und Michael Lumb stehen bereit. Der Ball liegt im rechten Halbfeld. Neun Augsburger und etliche Freiburger haben sich im Strafraum versammelt.

Lumb läuft an, zirkelt den Ball mit dem linken Fuß hoch in Richtung Torraum, mitten ins Gewühl. Matthias Ginter, gerade 18 Jahre alt geworden und erst vor 18 Minuten in sein erstes Bundesligaspiel eingewechselt worden, steigt am höchsten und nickt den Ball irgendwie über seine Schulter ins Tor: 1:0!

Christian Streich nimmt das Tor an der Seitenlinie erst ziemlich regungslos zur Kenntnis, während der Rest der Freiburger (inklusive unseres Radio-Reporters Detlev Lindner) komplett ausflippt. Drei Sekunden später macht auch Streich mit. Er rennt auf den Platz, schreit, wedelt mit den Armen. Allerdings nicht vor Freude, sondern aus Angst, wie er nach dem Spiel sagt: "Wenn die Jungs so jubeln und in der Freude sind, sind die nächsten Minuten nach dem Tor sehr, sehr gefährlich." Streich behält den Überblick.

Der Beginn der Ära Streich

Im Januar 2012 war das. Neun Jahre ist es inzwischen her, Streichs und Ginters gemeinsames Debüt in der Bundesliga. Torschütze Ginter durfte hinterher übrigens nicht vor die Kameras der wartenden Reporter. Der Grund: Er stand kurz vor dem Abitur. Trainer Streich sah sich selbst und den Verein in der Pflicht, die Medien von ihm fernzuhalten: "Damit die ihn in Ruhe lassen. Damit er ein gutes Abitur macht." Mit welcher Note Ginter abschloss ist zwar nicht bekannt, geschadet hat der Welpenschutz ihm aber offensichtlich nicht.

Der Fokus von Christian Streich lag schon damals auf dem Zwischenmenschlichen. In Interviews gab er sich von Anfang an bodenständig, extrem reflektiert und zielstrebig. Schritt eins im System Streich: aus Individualisten ein Team machen. "Ich habe zu den Jungs gesagt: Sprecht miteinander, interessiert euch füreinander. Nur dann könnt ihr euch auf dem Platz helfen, miteinander agieren, euch coachen", so Streich vor seinem Bundesliga-Trainer-Debüt im SWR Fernsehen.

2021: Gleiche Paarung - ganz andere Ausgangslage

Wenn der SC Freiburg an diesem Sonntag (18 Uhr) wieder auf den FC Augsburg trifft, sind nur noch drei Beteiligte von damals übrig: Streich selbst, der frisch gebackene französische Bundesliga-Rekordspieler Jonathan Schmid und Daniel Caligiuri, inzwischen in Diensten des FC Augsburg und dort Topscorer.

Die Vorzeichen könnten dabei aber unterschiedlicher kaum sein: 2012 spielte der Letzte (Freiburg) gegen den Vorletzten (Augsburg). 2021 steht Freiburg vor dem Aufeinandertreffen auf Platz neun, Augsburg auf Rang 13 der Tabelle. Einen Sieg könnten beide Teams gut gebrauchen. Augsburg könnte sich mehr Luft nach unten verschaffen, derzeit sind die bayerischen Schwaben acht Punkte vom Abstiegs-Relegationsplatz entfernt. Die Freiburger könnten mit einem Sieg vielleicht sogar noch ins Rennen um die europäischen Plätze eingreifen.

Die Chancen stehen jedenfalls sehr gut, dass sich beide Teams nächstes Jahr zum zehnjährigen Streich-Jubiläum wieder in der Bundesliga treffen dürfen.

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