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Die Saison neigt sich dem Ende zu und mit dem Abstieg wird der SC Freiburg in dieser Saison nichts zu tun haben, auch wenn die magische 40 Punkte Marke noch nicht erreicht ist. Zufrieden ist man in Freiburg deshalb aber noch lange nicht.

Der Ehrgeiz ist groß

Vor einer jeden Saison gibt der SC Freiburg gebetsmühlenartig stets das gleiche Saisonziel aus. Und das heißt Klassenverbleib. Und auch wenn der Sport-Club in der vorherigen Saison nicht einmal auf einem zweistelligen Tabellenplatz gestanden hat, ist es für den kleinen südbadischen Verein richtig, im darauffolgenden Jahr die Ziele nicht gleich unnötig hochzuschrauben. Dazu gibt es auch keinen Grund, denn das oberste Ziel ist es eben in der Bundesliga zu spielen, unabhängig vom Tabellenplatz, der am Saisonende zu Buche steht oder stand.

Und dennoch ist man beim SC ehrgeizig und will stets das Maximale herausholen. In jedem Training, in jeder Analyse, in jedem Spiel. Man muss eben das Maximale fordern, um alle auch nur annähernd an ihre Leistungsgrenze zu bekommen. Und die immerwährende Gefahr des möglichen Abstiegs vor Augen hilft der Freiburger Mannschaft an ihre Leistungsgrenze zu gehen. Dazu kommen die Demut und Erkenntnis, dass Freiburg ein kleiner Verein ist, der nur dann im Geschäft der "Großen" überleben kann, wenn er stets 100 Prozent gibt.

Die Motivation ist stets dieselbe

Diese Formel funktioniert seit Jahren bestens und wird vom Trainerteam vorgelebt. Langjährige Spieler wie Christian Günter, Nicolas Höfler oder Nils Petersen haben es längst verinnerlicht und würden es, falls sie nach der Karriere selbst mal ins Traineramt wechseln sollten, sicherlich ähnlich handhaben wie jetzt Christian Streich und seine Assistenten.

Mit Blick auf die aktuelle Tabelle könnte man jetzt vielleicht die Schlussfolgerung ziehen, dass man beim SC Freiburg nun ein wenig Fahrt herausnehmen kann, da das Ziel Klassenverbleib ja so gut wie geschafft ist. Doch so funktioniert das Profigeschäft nicht und auch das Selbstverständnis von Trainer und Mannschaft ist natürlich ein anderes.

Der SC Freiburg spielt eine gute Saison, keine Frage. Und dennoch wurmt es derzeit jeden, dass zuletzt so viele Punkte liegengelassen wurden. Denn es geht intern längst nicht mehr um den Klassenverbleib, es geht um Europa, um das Spielen vor internationaler Kulisse. Sobald ein Ziel erreicht wird, peilt man das nächste an. Man muss die Leistungsgrenze nach oben schieben, nur so hält man die Motivation hoch.

Eine ordentliche Saison - mehr nicht

Wäre die Saison jetzt zu Ende, dann hätte man aus SC Sicht eine ordentliche Saison gespielt - mehr nicht. Keine gute, weil man die Klasse gehalten hat, sondern nur eine ordentliche, weil eben auch nur das Minimalziel erreicht wurde.

Und deshalb ist die Situation beim Sport-Club derzeit auch durchaus angespannt. Nach den Niederlagen zuletzt ist das Glas eher halb leer als halb voll. Die Chance auf Europa ist da und diese will man bis zum Schluss nutzen. Jetzt verspielt man sich eventuell diese Möglichkeit, weil man unnötig Punkte liegen lässt, wie zuletzt in Bielefeld.

Gegen Schalke erwarten alle SC-Fans einen Sieg. Klar, Pflicht gegen den Tabellenletzten. Doch man trifft auf einen Gegner, der sich gerade gefunden hat und sich möglichst gut aus dieser Saison verabschieden möchte. Kurzum: auf einen gefährlichen Gegner.

Wie zu Saisonbeginn

Und gegen solche Gegner schließt sich der Kreis, denn nun ist es irgendwie das gleiche Gefühl wie zu Saisonbeginn. Man hat viel zu verlieren und muss voller Demut und mit 100 Prozent Motivation den nächsten Gegner empfangen, denn sonst macht sich der Sport-Club eine eigentlich ordentliche Saison in den letzten Spielen kaputt, zumindest gefühlt.

Und auch wenn es manche Außenstehende vielleicht nervt, wenn Christian Streich immer wieder von Demut und "an die Grenzen gehen" spricht, es funktioniert in Freiburg nicht anders. Denn egal in welche Phase der Saison sich der Sport-Club befindet, die Ziele werden nur erreicht, wenn das Vorgehen des Trainerstabs dasselbe bleibt!

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