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Seit vier Wochen ist der Freiburger Rekord-Transfer Baptiste Santamaria beim SC. Nach den ersten Bundesliaspielen fühlt sich der Franzose wohl im Breisgau und schätzt die Bundesliga.

Es läuft die 64. Minute beim Spiel des SC Freiburg gegen den VfL Wolfsburg am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga. Nach einem Eckball durch Vincenzo Grifo kommt der Ball über Umwege zum neuen Rekordmann der Freiburger: Baptiste Santamaria. Beherzt sprintet er zum Ball, visiert Ball und Ziel an und haut mit einem satten Linksschuss einfach drauf. Perfekter Schuss, fast perfekt. VfL-Schlussmann Pavao Pervan bekommt gerade noch seine Fingerspitzen an den Ball und lenkt das Geschoss an den linken Pfosten. Da fehlte nicht viel zum perfekten Einstand.

Nummer Acht ist die neue Sechs

Inzwischen ist der Franzose schon fast einen Monat in seiner neuen Heimat im Breisgau. Angekommen ist er. Die beiden ersten Spiele absolvierte der defensive Mittelfeldspieler bereits über die gesamte Spieldistanz. Die Trikotnummer acht ist die neue Sechs beim SC. Und das haben sich die Freiburger einiges kosten lassen: Mit der Zehn-Millionen-Ablöse ist Santamaria der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte. Das stört den 25-Jährigen aber nicht: "Die Sportchefs hier haben mir gesagt, ich solle mir wegen der Summe mal keinen Kopf machen. Ich sehe das Zustandekommen des Transfers ein Stück weit als Belohnung für die Arbeit an, die ich bislang geleistet habe", sagt Santamaria der "Badischen Zeitung".

Tatsächlich fiel das erste Arbeitszeugnis sehr positiv aus. Der Rechtsfuß, der bisher nur französisch spricht, sticht vor allem durch seine solide und doch unspektakuläre und mannschaftsdienliche Art hervor. Alles ist ihm dann aber doch noch nicht gelungen, neben dem ersten Treffer wartet der Neuzugang vom SCO Angers auf den ersten Dreier mit seinen Freiburgern: Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Wolfsburg war in Dortmund beim 0:4 nichts zu holen. Besonders beeindruckt zeigt sich der Franzosen von der Spielgeschwindigkeit in der Bundesliga: "Es gibt, anders als in der Ligue 1, keine Phasen des eher ruhigen Spielaufbaus. Angriff, Ballverlust, Gegenpressing, das geht hier alles tak-tak-tak."

Länderspielpause zur rechten Zeit

So wird die Acht noch einige Zeit benötigen, um sich endgültig ins "Streich-System" zu integrieren. Da dürfte die aktuelle Länderspielpause helfen, um sich weiter mit den neuen Kollegen einzuspielen. Das Thema A-Nationalmannschaft scheint dabei noch unwahrscheinlich. Für Frankreich spielte Santamaria bisher dreimal für die U20-Nationalmannschaft. Umso besser können die Freiburger ihren Rekordmann nachhaltig aufbauen.

Nicht nur Fußball im Kopf

Auch privat ist der Neuzugang angekommen: "Ich habe hier im Umland ein schönes Haus gefunden, nächste Woche kommen meine Frau und unser dreijähriger Sohn Leam nach". Komplett ist die Familie dann aber noch nicht. Denn neben Fußball geht "Santa" einer weiteren Leidenschaft nach: dem Reitsport. "Meine Patentante besaß Pferde, ich konnte schon als kleiner Junge reiten", sagt er der "Badischen Zeitung". Inzwischen besitze er drei Pferde, die in Frankreich im Stall bleiben. Er erkenne viele Parallelen zwischen Fußballprofis und Rennpferden: "Das Training, die auf optimale Leistung abgestimmte Ernährung, die Fokussierung auf den Wettkampf - all das ist bei uns sehr ähnlich." Dies sei einer der Gründe, warum er eine starke Bindung zu den Tieren aufbauen könne. "Ich erkenne bei meinen Pferden einiges wieder und so fällt es mir auch leichter, die Tiere zu verstehen und eine Beziehung aufzubauen."

Sympathie zu Freiburg

An seiner Bindung zum SC und seinen Mitspielern arbeitet der ehrgeizige Franzose gerade noch. "Es war im Grunde eine Herzensentscheidung", begründet der in Bourges aufgewachsene Kicker seine Entscheidung pro Freiburg. Namhaften Teams wie dem SSC Neapel oder dem FC Villareal erteilte er eine Absage. Seine Ziele formuliert der 25-Jährige klar: "Ich will hier einfach mein Ding durchziehen, gut spielen und mit Freiburg Erfolg haben." Zeigen kann dies der Mann, der laut seinen Eltern zuerst "kicken und dann laufen konnte", erneut am Samstag beim Heimspiel gegen den SV Werder Bremen. Vielleicht klappt es ja dann mit dem ersten Tor. Oder wenigstens mit dem ersten Dreier. Das wäre dem Teamplayer sicherlich noch lieber.

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Manchmal fehlen nur ein paar Zentimeter zum schnellen Ruhm - wie bei Baptiste Santamaria. Der Neueinkauf hätte für den SC Freiburg gegen den VfL Wolfsburg (1:1) zum Matchwinner werden können. SWR-Sport-Reporter Günther Schroth hat das Spiel und den Neuzugang der Breisgauer beobachtet.  mehr...

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