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Vor dreieinhalb Jahren spielte Keven Schlotterbeck noch in der Verbandsliga. Jetzt ist der Innenverteidiger einer der Protagonisten beim zurzeit furios aufspielenden SC Freiburg in der Bundesliga.

Es gibt sie noch, die etwas anderen Fußballer-Karrieren. Ohne den Weg über ein Nachwuchsleistungszentrum. Ein Weg über die Dörfer sozusagen. Keven Schlotterbeck ist ihn gegangen. Im Alter von 20 Jahren kickte er noch in der Verbandsliga bei der TSG Backnang, einem Vorstadtklub gut 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Die Gegner in der sechshöchsten Spielklasse hießen damals unter anderem: VfB Neckarrems, TSV Berg oder TSV Ilshofen. Mittlerweile ist Schlotterbeck 23 Jahre alt und spielt für den SC Freiburg. Die Breisgauer sind das Team der Stunde in der Bundesliga und nun kommt es zum Duell mit dem großen FC Bayern München (Sonntag, 17.1.2021, 15:30 Uhr).

Aufgewachsen ist Keven Schlotterbeck im Remstal in der Nähe von Stuttgart. Sein jüngerer Bruder Nico ist ebenfalls Bundesligaprofi und spielt seit dieser Saison für den 1. FC Union Berlin. Beide machten beim SC Freiburg ihre ersten Gehversuche im Profibereich und standen vor zwei Jahren schon mehrmals gemeinsam auf dem Platz.

"Tausche Schlotterbeck gegen Schlotterbeck"

Im zweiten Profijahr wurde Keven für ein Jahr an Union Berlin verliehen, Nico dagegen blieb in Freiburg. Im Sommer hieß es zwischen Freiburg und Berlin-Köpenick dann: "Tausche Schlotterbeck gegen Schlotterbeck". Dass der Fußball in der Familie liegt, sieht man an Onkel Niels Schlotterbeck. Der spielte 1988/89 mit den Stuttgarter Kickers in der Bundesliga und schnürte anschließend auch für den SC Freiburg seine Fußballschuhe (2. Liga, Saison 1989/90).

Der Freiburger Erfolgsgarant

Keven Schlotterbeck befindet sich mit dem SC Freiburg gerade auf einem noch nie dagewesenen Höhenflug. Zwei Unentschieden und rekordträchtige fünf Siege in Folge gab es zuletzt für die Breisgauer in der Bundesliga. Der gebürtige Schwabe ist dabei so etwas wie der Erfolgsgarant. Seitdem Schlotterbeck am neunten Spieltag zum ersten Mal in dieser Saison in der Starformation stand, haben die Freiburger kein Spiel mehr verloren.

Der 1,89 Meter große Innenverteidiger, der zu Saisonbeginn noch verletzt war, profitierte dabei von einer Systemumstellung seines Trainers. Christian Streich wechselte nach einem ernüchternden Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen von einer 4-4-2- zu einer 3-4-3-Grundordnung, einem System mit drei Innenverteidigern. Schlotterbeck bekam dabei zunächst die Rolle des zentralen Innenverteidigers zugeteilt, später die auf der halblinken Seite. Dabei glänzte der 23-Jährige bisher vor allem mit seiner Ruhe am Ball und seiner umsichtigen Spieleröffnung.

Sonderlob von Christian Streich

Freiburgs Trainer Christian Streich, der stets darum bemüht ist, dass seine Schützlinge nicht die Bodenhaftung verlieren, verteilte nach dem 2:0-Sieg der Freiburger gegen Schalke am zwölften Spieltag sogar öffentlich Komplimente: "Keven Schlotterbeck muss man einfach mal loben jetzt. Er war am Saisonanfang verletzt, kann eine gute Dreierkette spielen und hat uns Stabilität gebracht."

40 Spiele hat Schlotterbeck mittlerweile in der Bundesliga absolviert. Der Durchbruch gelang ihm in der vergangenen Saison beim 1. FC Union Berlin, an den er verliehen war. Jetzt hat er sich auch beim SC Freiburg etabliert und ist innerhalb von wenigen Wochen zu einer echten Abwehrgröße geworden.

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