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Fußballer und Yoga? Offensichtlich gibt es noch immer einige Spieler, die Hemmungen haben, zuzugeben, dass sie Yoga praktizieren.

Das Image der engen Leggings mit den Turnschläppchen hat sich gehalten in vielen Köpfen. Dabei ist Yoga in den USA die beliebteste Sportart und auch die ganz harten Männer wie das Rugby Team Englands betreiben Yoga regelmäßig. Da hinken deutsche Fußballvereine oft noch etwas hinterher.

"Ich mache das schon seit vielen, vielen Jahren", sagt Christian Streich: "Mit Unterbrechungen in meiner Zeit als Profi, da konnte ich nicht mehr zu dem Zeitpunkt, wo meine Yoga-Lehrerin das angeboten hatte. Jetzt ist das ja fast schon normal. Da wo ich angefangen habe, wenn du als Fußballer gesagt hast du machst Yoga, da wurde das noch anders bewertet. Ich weiß nicht mehr wo ich angefangen habe, vor 15 Jahren. Mit 16, 17 Jahren da wäre das noch anders gewesen. "

Profis des SC Freiburg können Yoga-Angebot wahrnehmen

Der SC Freiburg bietet seit Oktober Yoga für seine Profis an. Einmal die Woche donnerstags nach der Trainingseinheit für alle, die mögen. Die Initiative kam aus der Mannschaft heraus. Meist sind es so um die zehn Spieler, die sich in der Halle versammeln und von der Yoga-Lehrerin Julia Galas angeleitet werden. Einer von ihnen ist Christian Günter.

"Da muss jeder für sich rausfinden, was für einen gut ist. Bei uns sind viele, denen es einfach auch gut tut, sich mit dem Körper zu beschäftigen. Mit der Atmung, weil das kommt für uns oftmals ein bisschen zu kurz", sagt der Linksverteidiger. Andere sehen es anders: Lucas Höler hat es einmal probiert, wurde aber nicht richtig warm mit der Idee, auch Dominique Heintz sieht es eher nicht für sich.

Inzwischen macht Günter auch Übungen zu Hause. Die eigentliche Inspiration liegt ein paar Jahre zurück, er kannte viele in der Nationalmannschaft, die Yoga ganz selbstverständlich machten, wie Philipp Lahm oder Jerome Boateng.

"Man lernt seinen Körper anders kennen"

"Wenn jemand sagt, er macht Yoga, dann denken die meisten, er atmet halt ein bisschen und macht komische Figuren", sagt Günter und relativiert das gleich: "Hinter Yoga steckt natürlich viel, viel mehr und es kommt natürlich auch darauf an, was man für ein Yoga macht. Man lernt seinen Körper auch ein bisschen anders kennen."

Es geht ums Körpergefühl und um die Atmung. Yoga kann Stress abbauen und soll weniger verletzungsanfällig machen, weil man zusätzliche Muskelpartien trainiert, die im normalen Fußballtraining vernachlässigt werden. So erreicht man mehr Mobilität und diese Mobilität schützt den Körper. Und der Spieler ist länger leistungsfähig.

"Weil es so gut ist, setzt es sich durch. Je nachdem natürlich, wie es angewendet wird und wie es gemacht wird. Ich halte es für sehr gut für die physische und psychische Gesundheit, sich zu stärken. Ich habe eine außergewöhnlich gute Yoga-Lehrerin gehabt, die mir viel gebracht hat“, sagt Streich. An warmen Tagen sieht man ihn gelegentlich auf der Matte beim sonntäglichen Spielersatztraining, den Pionier der "Freiburger Yogis".

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