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Christian Streich feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum beim SC Freiburg. Im Fußballgeschäft ist das eine Seltenheit. Doch beim Blick zum Konkurrenten Bremen findet man durchaus Parallelen.

"Bremen ist ein total sympathischer Verein", sagt Christian Streich vor dem Spiel gegen Werder (15:30 Uhr, live in SWR 1-Stadion). Und dies nicht nur, weil man das so sagen muss über einen Ligakonkurrenten, sondern weil Christian Streich das genau so meint. "Ich bin schon oft dort mit dem Fahrrad unterwegs gewesen oder in der Stadt herumgelaufen. Ich sehe da einige Sachen. Werder ist extrem wichtig für die Stadt. Dort gibt es viel Arbeitslosigkeit und Werder ist ein riesen Faktor im sozialen Bereich, in der Freude am Wochenende." Werder Bremen unterstützt tatsächlich viele soziale Projekte in der Stadt und nicht nur das hat der Verein mit dem Sport-Club aus Freiburg gemein.

Baden-Württemberg

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Werder hält an Trainern fest

Ähnlich wie in Freiburg wurde der Bundesligist in den letzten Jahrzehnten von nicht allzu vielen unterschiedlichen Trainern trainiert. Am Chefcoach festhalten liegt eigentlich in der Natur des Vereins. Das geht natürlich nicht immer und wurde auch nicht ganz so extrem praktiziert wie beim Sport-Club. Aber denkt man zurück an Otto Rehagel, der von 1981 bis 1995 an der Weser angestellt war, oder an Thomas Schaaf, der 14 Jahre den Verein prägte, merkt man sofort gewisse Ähnlichkeiten. Für Christian Streich war auch das Festhalten am aktuellen Trainer Florian Kohfeldt im Abstiegskampf letzte Saison der Schlüssel zum Nichtabstieg.

"Ich weiß nicht, ob Sie Florian Kohfeldt letzte Saison in den letzten drei bis vier Monaten gesehen haben. Das war brutal, ich wollte nicht mit ihm tauschen. Er hat unglaubliches geleistet. Und am Ende haben sie es geschafft. Aber sie haben es nur geschafft, weil sie es ausgehalten haben", erinnert sich Christian Streich, der beim Sport-Club trotz Abstieg Trainer blieb und nun erfolgreicher denn je ist.

Christian Streich 2001 als Jugendtrainer des SC Freiburg (Foto: Imago, IMAGO / Heuberger)
Christian Streich 2001 als Jugendtrainer des SC Freiburg. Nachdem er 1994 - ebenfalls beim SC - seine Fußballerkarriere beendete, blieb er dem Verein als Trainer aber weiter erhalten. Zunächst war er für die A-Jugend verantwortlich. Imago IMAGO / Heuberger Bild in Detailansicht öffnen
Christian Streichs erster Einsatz als Trainer des SC Freiburg. In seinem ersten Bundesligaspiel als Coach gewinnt er mit seinem Team gegen den FC Augsburg mit 1:0. Damit leitet er in der Bundesligasaison 2011/2012 den erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt ein. picture alliance / GES-Sportfoto | Helge Prang Bild in Detailansicht öffnen
Christian Streich mit Jupp Heynckes, dem damaligen Trainer des FC Bayern München. In der Bundesligasaison 2012/2013 lieferte Streich das beste Bundesligaergebnis seiner Karriere ab. Platz fünf hieß es für den SC Freiburg am Ende der Saison. Nur einmal in der Geschichte des Vereins konnten sich die Freiburger besser platzieren. picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto Bild in Detailansicht öffnen
Christian Streich bei einer Pressekonferenz 2018. Obwohl er sich nach eigenen Angaben in der Öffentlichkeit unwohl fühlt, ist er zu einem Medienliebling geworden. Seinen authentischen und humorvollen Aussagen bei Medienauftritten wurden mitunter schon eigene Zeitungskategorien gewidmet. Imago IMAGO / Achim Keller Bild in Detailansicht öffnen
Christian Streich wird von Frankfurts Spieler David Abraham umgestoßen. Beim elften Bundesligaspieltag in der Saison 2019/20 kam es zu dieser kuriosen Szene: Der Argentinier Abraham stürmte dem ins Aus rollenden Ball hinterher und rempelte dabei Christian Streich zu Boden. Danach konstatierte dieser gelassen: "Er ist halt ein junger Büffel. Ich bin 54". Auch von solchen Momenten lässt sich der Freiburger Trainer nicht aus der Bahn werfen. Imago IMAGO / Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Christian Streich zeigt sich kämpferisch gegen die TSG Hoffenheim. In der aktuellen Bundesligasaison siegte er gegen die TSG mit 3:1. Nach der Verlängerung seines Vertrages geht er als dienstältester Coach der Fußball-Bundesliga in die elfte Saison mit dem SC Freiburg. picture alliance / Pressefoto Baumann | Hansjürgen Britsch Bild in Detailansicht öffnen

Kohfeldt und Streich - beide Urgesteine im Verein

Christian Streich ist 25 Jahre beim Sport-Club tätig. Sein Bremer Trainerkollege trainiert erst seit 2017 die erste Mannschaft. Doch bei Werder ist er fast genauso lange wie Streich beim SC. Ab 2001 spielte der gebürtige Siegener für Werder Bremen II. Ab 2006 war er Trainer der Jugend, der zweiten Mannschaft sowie Co-Trainer der Bundesligamannschaft. Eigentlich genau wie Streich. Und noch etwas haben die beiden gemein, nämlich diese einhundertprozentige Hingabe zu ihrem Beruf.

"Florian Kohfeldt ist mir ein sehr sympathischer Trainer. Er arbeitet alles ab! Er hat mir mal ein paar Sachen gesagt, wo er drauf schaut. Da habe ich dann gedacht, vielleicht sollte ich da auch mal drauf schauen!"

Christian Streich über Florian Kohfehldt

Bremen als Anschauungsbeispiel

Und noch etwas hat Freiburg und Bremen in den letzten Jahren verbunden, der Kampf ums Überleben in der Bundesliga. Auch wenn es immer mal wieder Jahre gibt, in denen es besser läuft - man muss aufpassen, so Christian Streich: "Es ist noch nicht lange her, da lief es gut für Bremen, Richtung Europapokal. Doch dann mussten Spieler verkauft werden, andere verletzten sich und plötzlich ist man im Fahrwasser nach unten. Das ist für uns wichtig zu sehen. Bremen hat Ähnlichkeiten mit uns - deshalb immer die Augen offen halten, denn man sieht, wie schnell es gehen kann."

Am Samstag erwartet Christian Streich ein schweres Spiel in Bremen. Denn auch Werder wird von seinem Trainer so eingestellt, dass die Mannschaft auf dem Platz 90 Minuten alles abarbeitet, den Gegner ständig unter Druck setzten wird. Also quasi genau so auf dem Platz agiert, wie es der SC Freiburg unter Trainer Christian Streich macht.  

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