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Der SC Freiburg hat eine hervorragende Saison hinter sich. Daraufhin verließen den Sport-Club wie so oft in den Sommermonaten einige wichtige Spieler. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich steht vor einem erneuten Umbruch.

So lief die letzte Saison

Die vergangene Saison verlief für den SC Freiburg sehr zufriedenstellend. Trainer Christian Streich hat es wieder einmal geschafft, nahezu das Maximum aus seiner Mannschaft herauszuholen. Die Basis dafür war ein starker Saisonstart der Breisgauer. Sie holten 13 Punkte aus den ersten sechs Spielen, die Hinrunde beendeten die Badener auf Rang acht.

Im Gegenteil zur Hinrunde starteten die Freiburger alles andere als gut in die zweite Saisonhälfte. Nach der Corona-Pause besserte sich die Form der Mannschaft. Durch einen starken Endspurt mit zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen festigten die Südbadener den achten Tabellenplatz und verpassten am Ende die Europa-League-Qualifikation nur um einen Punkt.

Insgesamt spielte das Team von Christian Streich eine sehr solide Saison. Der SC stand nie auf einem zweistelligen Tabellenplatz und übertraf das Saisonziel Klassenerhalt deutlich.

Wer kommt, wer geht?

Abgänge

Der Sommer 2020 steht beim SC Freiburg wieder einmal im Zeichen von Abgängen wichtiger Spieler. Keeper Alexander Schwolow machte den Anfang: Den 28-Jährigen zog es zum Hauptstadtklub Hertha BSC. Der SC kassierte für ihn eine Ablöse von acht Millionen Euro.

Es folgte der Abgang von Luca Waldschmidt. Der dreimalige Nationalspieler hatte sich in Freiburg enorm weiterentwickelt, nun lockte ihn ein Angebot von Benfica Lissabon. Die Portugiesen verpflichteten den Stürmer für rund 15 Millionen Euro. Außerdem wechselte Innenverteidiger Robin Koch zum englischen Erstligisten Leeds United. Die Ablöse betrug ca. 13 Millionen Euro. Zudem wurde Rechtsverteidiger Pascal Stenzel für 1,3 Millionen an den VfB Stuttgart verkauft. Bislang hatten die Schwaben Pascal Stenzel nur ausgeliehen.

Lücken entstehen auch im Mittelfeld. Mike Frantz verließ die Freiburger nach fünf Jahren ablösefrei und schloss sich Hannover 96 an. Jérôme Gondorf wechselte für 500.000 Euro zum Karlsruher SC. Auch bei Janik Haberer stehen die Zeichen auf Abschied.

Zugänge

Ermedin Demirovic kommt von Deportivo Alavés. In der vorherigen Saison war der Stürmer an den FC St. Gallen (Schweiz) ausgeliehen, für den er 14 Tore erzielte. Demirovic kostete den SC 3,7 Millionen Euro.

Mit dem Niederländer Guus Til kommt eine weitere Offensivkraft. Er wird für eine Leihgebühr von 900.000 Euro vom russischen Erstligisten Spartak Moskau für ein Jahr ausgeliehen. Der 22-Jährige gilt als lauf- und spielstark und soll die Mannschaft durch sein variables Verhalten auf dem Platz bereichern.

Als neue Nummer zwei hinter Mark Flekken wurde Torwart Benjamin Uphoff ablösefrei vom Karlsruher SC verpflichtet. Zusätzlich kehren der Linksaußen Marco Terrazzino und der Rechtsverteidiger Mohamed Dräger von ihren Leihen aus Dresden und Paderborn nach Freiburg zurück. Weitere Zugänge sollen noch folgen.

Der Trainer

Über Christian Streich muss man nicht mehr viel sagen. Der 55-Jährige besitzt seit vielen Jahren das volle Vertrauen der sportlichen Leitung und hat in Freiburg Kult- und Legendenstatus inne. Seit 2012 ist er Cheftrainer bei den Breisgauern. Immer wieder hat er es geschafft, seine Spieler zu einer Mannschaft zu formen, die Bundesligaspiele gewinnen und Favoriten ärgern kann.

In der diesjährigen Vorbereitung nahm Streich oft die Rolle eines konzentrierten Beobachters ein. Er ist jemand, der sich ausführlich mit seinen Spielern und deren Entwicklung beschäftigt. Um ein stabiles Team zu formen, braucht Streich jedoch Zeit. Dass der 55-Jährige das in der kommenden Saison erneut schaffen kann, daran zweifelt allerdings niemand.

Christian Streich verkörpert den SC Freiburg. Familiär und bodenständig, aber sportlich extrem präzise und ehrgeizig. In seinem Kopf dreht sich alles nur um einen Verein. Der SC Freiburg und Christian Streich - das passt einfach.

Erwartungen an die neue Saison

Wie jedes Jahr bleibt abzuwarten, wie die Freiburger die vielen Abgänge verkraften. Gefragt sein werden vor allem die Spieler, die zum und für den Sport-Club stehen, wie Stürmer Nils Petersen oder Kapitän Christian Günther. Sie bilden das menschliche Gerüst innerhalb der Mannschaft.

In den vergangenen Spielzeiten haben die Breisgauer oft gezeigt, dass sie trotz zahlreicher Umbrüche immer wieder erfolgreichen Fußball spielen können. "Die Breite vom Vorjahr werden wir wohl nicht nochmal haben, aber wir wollen wieder so aufgestellt sein, dass wir in der Lage sind, Bundesligaspiele zu gewinnen", so Streich.

Auch Trainer-Legende Volker Finke, der beim SC von 1991 bis 2007 ununterbrochen an der Seitenlinie stand, ist überzeugt von der Freiburger Mannschaft. "Ich bin sicher, dass der Ligaverbleib gelingt. Es ist noch genug Substanz im Kader vorhanden." Die Freiburger selbst bleiben wie vor jeder Saison demütig und sprechen den Klassenerhalt als Saisonziel aus. "Das erste Ziel ist, drei Mannschaften zu finden, die hinter uns bleiben. Danach müssen wir schauen, wie wir uns entwickeln", so Petersen. Diese Demut hat dem Sport-Club bislang immer gut getan.

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