Der SC Freiburg bejubelt den Sieg in Hoffenheim (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Trotz der Einstellung des Klubrekords: Träumen beim SC Freiburg verboten

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Der SC Freiburg hat seine Siegesserie auch im neuen Jahr fortgesetzt und mit dem vierten Bundesliga-Dreier in Folge den Klubrekord eingestellt. Doch die Breisgauer bleiben auf dem Boden.

Mit Christian Streich wollte es sich Christian Günter bei aller Euphorie nicht verscherzen. "Wenn ich jetzt anfange zu träumen, und der Trainer das hört, weiß ich nicht, ob ich nächste Woche spiele", sagte der Kapitän des SC Freiburg nach dem 3:1 (3:0) im badischen Duell bei der TSG Hoffenheim schelmisch grinsend.

Streich verlangt Zurückhaltung

Damit war die Frage, ob die Breisgauer langsam Richtung Europacup schielen dürfen, schnell beantwortet. Nach ziemlich genau neun Jahren Zusammenarbeit kennt der Außenverteidiger seinen Coach eben ziemlich gut. Denn obwohl der SC durch den vierten Sieg in Folge seinen Klubrekord aus dem Jahr 2001 eingestellt hat und mit 20 Punkten auf den neunten Platz geklettert ist, verlangte Streich Zurückhaltung.

"Wir sollten uns tunlichst nicht blenden lassen", sagte Streich: "Es wäre gut, wenn wir weiter wissen, wer wir sind und wo wir herkommen."

Erfolgsserie startet nach dem Mainz-Spiel

Wann und wie der Aufschwung begann, ist immerhin leicht nachzuvollziehen. Nach der Pleite gegen Kellerkind FSV Mainz am 8. Spieltag (1:3) hat es ordentlich gekracht beim Sport-Club. Ihre sechs Partien seitdem haben die Freiburger nicht verloren. "Die Mannschaft ist mit Mainz gut umgegangen, denn da hat es ein paar richtige Ansprachen gegeben", gab Streich nach dem Erfolg bei der TSG zu Protokoll.

"Die Jungs haben sich das echt verdient"

Auch sein Erfolgsrezept verriet der 55-Jährige, der momentan zum x-ten Mal unter Beweis stellt, dass er zu den besten Trainern der Liga zählt. "Du musst bereit dazu sein, alles auf den Platz zu bringen, was im Kopf und im Körper steckt. Das tut die Mannschaft", sagte Streich: "Deshalb freue ich mich wahnsinnig. 20 Punkte sind unglaublich. Aber die Jungs haben sich das echt verdient."

"Wir sind eine richtig eklige Truppe"

Fraglos verdient war auch der Sieg in Sinsheim. Der überragende Franzose Baptiste Santamaria mit seinem ersten Bundesligator (7.) und der frühere Hoffenheimer Vincenzo Grifo per Handelfmeter (34.) trafen für die Freiburger. Dabei hatte der SC allerdings Glück. TSG-Akteur Bogarde soll den Ball an die Hand bekommen haben. Später belegten Bilder in der ARD-Sportschau, dass Schiedsrichter Robert Hartmann mit seiner Strafstoß-Entscheidung falsch lag. Bogarde hatte sich bei Nicolas Höflers Ballverlängerung im Anschluss an einen Eckball weggedreht und den Ball leicht mit Gesicht und Nase berührt. Die Videoschiedsrichter im Kölner Keller korrigierten die Fehlentscheidung allerdings nicht. Grifo ließ sich die Chance zum richtungsweisenden 2:0 für die Gäste indes nicht nehmen.

Zudem unterlief TSG-Verteidiger Kasim Adams ein Eigentor (42.). Ins richtige Tor traf für Hoffenheim nur Ihlas Bebou (58.). Vieles deutet darauf hin, dass der Sport-Club am Samstag gegen den 1. FC Köln seine Erfolgsserie fortsetzt. "Wir sind eine richtig eklige Truppe", äußerte der erneut starke Günter: "Wenn man so gegen den Ball arbeitet, dann zahlt sich das aus - dann ist man auch vorne effizient."

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