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Nach dem "Leih-Karussell" in den letzten beiden Jahren könnten die Schlotterbeck-Brüder Keven und Nico beim SC Freiburg um einen Stammplatz konkurrieren. Das wollen beide unbedingt verhindern.

Keven Schlotterbeck (24) ist beim Trainingsauftakt seiner Mannschaft sichtlich gut gelaunt. Der Innenverteidiger flachst nach dem Training mit seinen Mannschaftskameraden, lacht herzhaft in die Kamera und spricht selbstbewusst über die neue Saison. Auch über die Rückkehr seines jüngeren Bruders Nico (21), der für ein Jahr zu Union Berlin ausgeliehen war, ist Keven erfreut: "Es ist immer gut, wenn ein Familienmitglied in der Nähe ist."

Einen verbalen Seitenhieb gegen den jüngeren Bruder kann sich Keven nicht verkneifen. Auf die Frage, ob er sich das Zimmer im anstehenden Trainingslager mit seinem Bruder teilen wird, antwortet er: "Mal schauen, ob ich den kleinen Hosenscheißer dann mitnehme."

Mehrere Vereine sind interessiert

Ob Nico im Trainingslager in zwei Wochen im österreichischen Schruns überhaupt dabei sein wird, ist noch offen. Denn für den 21-Jährigen, der vor Kurzem mit der U21-Nationalmannschaft Europameister wurde, könnte die Rückkehr nach Freiburg von kurzer Dauer sein. Mehrere Vereine sind an dem hochbegabten Verteidiger interessiert. Neben RB Leipzig und Bayer Leverkusen soll auch der VfB Stuttgart sein Interesse bekundet haben.

Bislang ist noch keine Entscheidung gefallen. Ein zentraler Punkt für den Rückkehrer ist die vermeintliche Konkurrenzsituation mit seinem Bruder. Denn während sich die beiden optisch durch Nicos blondierte Haare klar unterscheiden, könnten sie auf dem Platz ähnlicher kaum sein.

Beide sind um die 1,90 Meter groß, beide Linksfuß, beide spielen am liebsten links hinten in der Dreierkette. Gerade deswegen macht Nico keinen Hehl daraus, dass die Entscheidung für einen Verbleib zentral damit zusammenhängt, auf welcher Position er und sein Bruder spielen werden: "Wenn ich mit meinem Bruder nicht konkurriere, dann fühle ich mich hier pudelwohl."

Ein "fliegender Wechsel" nach Berlin

Auch der Karriereweg der beiden ähnelt sich sehr. Beide Schlotterbecks spielten in der Jugend bei den Stuttgarter Kickers und kamen später über die zweite Mannschaft des SC Freiburg in den Profikader. Auch ihr erstes Bundesligaspiel absolvierten beide für den SC Freiburg.

Um in den vergangenen beiden Spielzeiten einen Zweikampf zwischen den Brüdern zu vermeiden, entschied der Verein zuerst, Keven zum damaligen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin auszuleihen. Ein Jahr später, quasi "im fliegenden Wechsel", wurde dann Nico an die "Eisernen" verliehen und Keven spielte wieder in Freiburg. Bei beiden war die Leihe erfolgreich, beide wurden in Berlin Stammspieler und etablierten sich in der Bundesliga.

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Auch Keven auf dem Zettel vieler Vereine

Dadurch entsteht jetzt eine verzwickte Situation. Denn ein Szenario, in dem die Brüder gemeinsam in der Startaufstellung stehen könnten, ist nur in einer Dreierkette denkbar. Mit Keven in der Zentrale und Nico links. Oder andersrum. In einer Viererkette würden beide um einen Stammplatz in der linken Innenverteidigung konkurrieren, das wollen sie unbedingt verhindern.

Da beide noch einen Vertrag in Freiburg haben, dürften die kommenden Wochen spannend werden. Denn auch Keven wurde in der Vergangenheit mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Mehrere Vereine aus England sollen den spielstarken Innenverteidiger auf dem Zettel haben. Dennoch scheint ein Verbleib des zweieinhalb Jahre älteren Bruders wahrscheinlicher.

Kampf um einen Stammplatz

Ob auch sein Bruder Nico in den kommenden Wochen in Freiburg auf dem Trainingsplatz stehen wird, ist noch nicht sicher. Bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist, werden die Brüder wie gewohnt um einen Stammplatz in der Mannschaft kämpfen. Allerdings nicht auf der selben Position, darin sind sich beide einig.

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