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Freiburgs Mittelfeld-Youngster Yannik Keitel spielte gegen Gladbach erstmals in dieser Saison von Beginn an. Trainer Christian Streich ist vom Eigengewächs fußballerisch und menschlich beeindruckt und traut ihm eine tragende Rolle beim SC zu.

Flutlicht im Borussia-Park in Mönchengladbach Anfang April. Es ist der erste Startelf-Einsatz in dieser Saison für Freiburgs jungen Mittelfeldspieler Yannik Keitel. Nicolas Höfler fehlt wegen seiner 10. Gelben Karte und SC-Trainer Christian Streich beordert nicht etwa den erfahrenen Jannik Haberer in die Startelf, sondern den 21-jährigen Keitel. Das 1:2 gegen Gladbach, laut Streich "eine der bittersten und unglücklichsten Niederlagen der letzten Jahre", kann Yannik Keitel zwar nicht verhindern. Aber dennoch spielt er sich an diesem Abend ins Rampenlicht.

18 von 22 Zweikämpfen gewonnen - der beste Wert auf dem Platz

Von seinen 22 Zweikämpfen konnte Keitel gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Gladbach 18 gewinnen - der beste Wert aller Feldspieler. Es sein ein "richtiger Schritt nach vorne" gewesen, so Streich im Anschluss, der außerdem das "klare und gute Spiel" sowie die Nervenstärke seines jungen Sechsers lobte. Neben der Zweikampfstärke hatte Yannik Keitel laut dem Portal bundesliga.com 63 Ballbesitzphasen, brachte 13 Sprints auf den Rasen und lief in seinen 89 Einsatzminuten 10,7 Kilometer. Ein ordentlicher Wert für einen, der von sich sagt, dass er Läufe im Training überhaupt nicht mag.

Beleuchtet man den aufstrebenden Mittelfeldmann etwas genauer, ist er auf den ersten Blick einer der typischen Jungs aus der Freiburger Fußballschule: fleißig, ehrgeizig, fußballerisch talentiert und bodenständig. Und doch hatte Keitel in seiner Jugend mit einigen Widerständen zu kämpfen.

Wachstumsstörungen bremsten Yannik Keitels Entwicklung

"Er hatte sportlich keine so einfache Biographie in der Jugend", erzählt Christian Streich über seinen Schützling. Zwar sei er sehr gut und talentiert gewesen, aber "er hatte viel mit Verletzungen und Wachstumsstörungen zu tun". Bis 2011 spielte der defensive Mittelfeldspieler in seinem Geburtsort beim SV Breisach, seit der U12 beim SC Freiburg. 2018 gewann er mit der Freiburger U19 den DFB-Pokal. Im Finale gegen Kaiserslautern spielte er 90 Minuten durch.

Doch auch in der Gegenwart plagen ihn Verletzungen, von Ende November bis Jahresende warf ihn eine eine Innenbandverletzung aus der Bahn. Danach tauchte Keitel unregelmäßig bei den Profis auf: Zwischen Spieltag 17 und 20 vier Mal in Folge eingewechselt, danach vier Spiele nicht im Kader.

Trainer Streich lobt Keitels Menschlichkeit

Trotzdem kämpft sich der 21-Jährige immer wieder ran. "Er ist hochehrgeizig, hochdiszipliniert, ein absoluter Vollprofi", charakterisiert ihn Streich weiter. Von sich selbst sagt Keitel, dass er Frühaufsteher und überpünktlich sei. Redet Trainer Christian Streich über die menschlichen Fähigkeiten des U21-Nationaspielers, kommt er regelrecht ins Schwärmen: "Ein sehr angenehmer Mensch, ein sehr netter Mensch, sehr sozial im Umgang mit Anderen."

Eine "SC-Schnellfragerunde" des Vereins auf Facebook stellt sich Keitel näher vor. So war sein Vorbild in der Kindheit Bastian Schweinsteiger und das Trikot, das er sich von einem Mitspieler kaufen würde, wäre das von Nils Petersen.

Facebook

Streich traut ihm eine gute Rolle zu in den nächsten Jahren

"Ich kann mir vorstellen, dass er für den SC Freiburg auch eine gute Rolle einnehmen wird die nächsten Jahre", zeigt sich Christian Streich optimistisch für Keitels fußballerische Zukunft bei den Breisgauern.

Sein Bundesliga-Debüt feierte der 21-Jährige übrigens schon vor einer Weile: am 29. Februar 2020 gegen Borussia Dortmund, als er zur zweiten Halbzeit für Janik Haberer eingewechselt wurde.

Könnte sein, dass Freiburgs Mittelfeld-Youngster künftig noch öfter in der Freiburger Startelf auftaucht. Vielleicht ja schon im nächsten Auswärts-Abendspiel am Freitag Bielefeld. In Gladbach hat Yannik Keitel jedenfalls beweisen, dass er's kann: Unter Flutlicht ins Rampenlicht.

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