Michael Gregoritsch jubelt nach seinem Treffer gegen den BVB (Foto: IMAGO, IMAGO Bildnummer: 1013878956)

Neuzugang beim SC Freiburg

Michael Gregoritsch - "The Austrian Wunderkind" im Breisgau?

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Anna Klär

Es war ein Start wie aus dem Bilderbuch. Zwei Ligaspiele - zwei Tore. Das ist die Bilanz von Neuzugang Michael Gregoritsch beim SC Freiburg. Aber: Funktioniert das einstige Wunderkind aus Österreich auch im Breisgau?

"Die zwei Tore helfen ihm total", sagte SC-Coach Christian Streich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Stuttgart, "die helfen ihm und die helfen uns." Ein guter Einstieg für Gregoritsch beim neuem Arbeitgeber. Allzu oft zählen Fans und Medien die Minuten, bis ein neuer Stürmer trifft - diesen Druck hat der 28-Jährige jetzt erst mal nicht mehr. "Die Tore geben ihm Selbstbewusstein", weiß Streich, "und dann ist es nochmal leichter in der Zusammenarbeit." An Treffer von Gregoritsch könnte man sich im Breisgau also gewöhnen. Und vielleicht werden sie auch zur Gewohnheit, denn mit ihm kam einer, der von klein auf vor allem eines gemacht hat: Tore geschossen.

"The Austrian Wunderkind"

Mit 15 Jahren und 361 Tagen erzielte er seinen ersten Treffer in der österreichischen Bundesliga. Bis heute hält er dort den Rekord als jüngster Torschütze und wurde im Nachbarland schnell als "Wunderkind" gehandelt. Klar, dass der Sprung nach Deutschland der nächste logische Schritt war. Als echter Torjäger machte er sich allerdings erst beim FC Augsburg einen Namen. Neun Tore erzielte er für seinen Ex-Verein in der vergangenen Saison, allein sieben davon in der Rückrunde.

Michael Gregoritsch erzielte sein Rekord-Tor für Kapfenberg im April 2010 (Foto: IMAGO, Imago)
Michael Gregoritsch erzielte sein Rekord-Tor für Kapfenberg im April 2010 Imago

Gregoritschs Kopfballstärke

Seine Formkurve zeigte also steil nach oben, als die Breisgauer den 28-Jährigen in diesem Sommer verpflichteten. "Das Ziel war, dass er sich nochmal verbessert, wenn er zu uns kommt", sagte Streich, "denn es gibt noch was zu verbessern, und das weiß er." Gemeint hat er damit vor allem die Arbeit gegen den Ball. "Es ist natürlich nicht so einfach, immer die Wege zu machen, weil es ein Unterschied ist, ob du groß bist oder 'nen kleinen Körper hast", sagt der Trainer. Und mit seinen 1,93 Metern zählt Gregoritsch natürlich zu den Großen.

Auch Gregoritschs eigene Ansprüche sind hoch: "Ich will so viele Spiele wie möglich machen", erklärte er kurz nach seinem Wechsel, "und der Mannschaft natürlich mit Toren helfen". Bisher hat das geklappt - nur mit dem Tore "schießen" noch nicht, denn: Gregoritschs Stärke ist, dank seiner Größe, aktuell sein Kopfballspiel. Eindrucksvoll stellte er das bei seinem Treffer gegen den BVB unter Beweis. "Das Tor gegen Dortmund war top", findet auch Christian Streich, "weil eigentlich kann er es nur so machen. Er sieht's, hält den Kopf hin und lässt ihn ins lange Eck tropfen. Das ist natürlich die Erfahrung und Schläue."

Ein echter Gewinn für die Breisgauer, die mit Lucas Höler und Nils Petersen in der vergangenen Saison zwar auch kopfballstarke Spieler in der Offensive hatten, mit Gregoritsch jetzt aber einen haben, der fast jedes dritte Tor seiner Bundesligakarriere mit dem Kopf erzielt hat.

Standards - eine Stärke des SC Freiburg

Eine Fähigkeit, die dem Sport-Club vor allem bei Standards helfen kann. "Er hat eine enorme Körpergröße, die setzt er gut ein", meint Christian Streich, "von dem her sind wir sehr zufrieden." Die Freiburger, in der vergangenen Spielzeit die Standardtor-Könige, haben mit ihm jetzt einen in der Box, der vor allem in diesen Situationen gefährlich werden kann. Noch dazu gibt es mit Gregoritsch jetzt auch aus dem Spiel heraus einen Spieler, den die Breisgauer mit langen Bällen bedienen können.

Nils Petersen und Michael Gregoritsch in Kombination

Besonders auffällig: In beiden Ligapartien spielte der österreichische Stürmer jeweils nur etwa 75 Minuten. Danach wurde gewechselt. Beide Male kam für ihn Edeljoker Nils Petersen ins Spiel. Eine dauerhafte Taktik? Nicht unwahrscheinlich, weil vorteilhaft. Gregoritsch darf sich in den rund 75 Minuten komplett verausgaben und Christian Streich kann ihn dann immerhin durch den besten Joker der Liga ersetzen. Im Spiel gegen Augsburg funktionierte das perfekt. Gregoritsch, mit dem ersten Treffer im Spiel, ging raus, Petersen kam und war nur zwei Minuten später maßgeblich am 4:0 beteiligt.

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Ob Gregoritsch in seinem dritten Spiel den dritten Treffer liefern kann, bleibt abzuwarten. Das Duell gegen den baden-württembergischen Konkurrenten aus Stuttgart- (Samstag, 15:30 Uhr, live in SWR1 Stadion) wird auch ein Duell zweier Stürmer aus Österreich. Sasa Kalajdzic und Michael Gregoritsch. Beide groß, beide kopfballstark, beide torhungrig. Aber auch wenn Freiburgs Neuzugang in dieser Partie mal nicht treffen sollte, ist für Christian Streich eins klar: "Wir sagen nicht, wenn ein Stürmer keine Tore schießt, dass er dann schlecht gespielt hätte".

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