Die Freiburger feiern den Sieg gegen Mainz. (Foto: IMAGO, Langer)

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Nächster Freiburger Sieg: Sport-Club Spitzenteam

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Ann-Kathrin Rose

Der SC Freiburg hat gegen Mainz 05 das Spiel für sich entschieden – obwohl das Team von Trainer Christian Streich gerade in der zweiten Halbzeit Schwächen offenbarte. Ein Sieg im Stile eines Spitzenteams.

Als am Samstagnachmittag der Schlusspfiff im Freiburger Stadion ertönte, gab es für Christian Streich kein Halten mehr. Der Trainer stürmte los. Auf den Platz, sprang, reckte die Faust gen Himmel und umarmte seine Spieler mit weit aufgerissenen Augen. Denn auch für den Trainer des SC Freiburg dürfte klar gewesen sein: Der Sieg gegen Mainz 05, er war ein großer Schritt für seine Mannschaft. Denn spätestens damit sind die Freiburger angekommen, in der Riege der Spitzenteams.

"Gegen Mainz gewinnen? Das ist top", sagte Streich im Anschluss an seinen Sieg-Sprint im SWR-Interview. Denn: "Gegen Mainz gewinnen, ist extrem schwierig und wir haben es geschafft. Das ist wunderbar, ich habe es noch nicht oft erlebt." Wunderbar dürfte sich der 2:1-Sieg vor allem deshalb angefühlt haben, weil das Team von Coach Streich zwar durch Michael Gregoritsch nach nur drei Minuten sehenswert in Führung gegangen war und Daniel-Kofi Kyereh (37. Minute) noch vor dem Seitenwechsel erhöhte, der Sportclub aber vor allem in der zweiten Halbzeit nicht zwingend das bessere Team war.

Elf Mainzer, ein Zentner

In einer intensiven Partie aber schafften es die Freiburger aufzutreten wie ein Spitzenteam, die Führung zu verteidigen und nach dem Seitenwechsel die stärker werdenden Mainzer an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Denn Mainz 05 hätte, mit Blick auf den Ausgleichstreffer (52.) und die starke Schlussphase, durchaus einen Punkt aus Freiburg mitnehmen können – wenn nicht gar müssen.

Die Streich-Elf aber erwehrte sich in der Nachspielzeit gar den Angriffen aller elf Mainzer. Denn selbst Keeper Robin Zentner hatte den Weg in den Freiburger Strafraum gefunden und durfte sich dafür sogar ein Sonderlob von Streich abholen. Schließlich habe der Schlussmann "da jeden Kopfball gewonnen. Weil er so groß ist und eine enorme Sprungkraft hat", so Streich. "Und da brauchen wir Glück. Dabei hätten wir es vorher zumachen müssen."

Tiefschlafphase mit Happy End

Denn vorher hatte der Sport-Club Chancen. Und der Plural ist hier durchaus bewusst gewählt. Die Vielzahl der ungenutzten Möglichkeiten der Freiburger im ersten Durchgang hätte sich nämlich in jener wilden Schlussphase durchaus rächen können, wenn, ja wenn der Sport-Club dann nicht auch das Glück gehabt hätte, dass eine Spitzenmannschaft eben auch braucht. "Wir müssen ein Tor machen. Wir hatten genug Torchancen", so Streich, der nicht nur die eigene Chancenverwertung, sondern auch die Defensivarbeit beim Gegentor als durchaus ausbaufähig bewertete. "Wir haben ein Gegentor gekriegt, wo wir pennen. Richtig pennen."

Die Tiefschlafphase der Freiburger währte aber nur kurz. Und so schaffte es das Team auch, das starke Pressing der Mainzer in der Schlussphase zu verteidigen – und sich nicht den späten Ausgleich zu fangen. Auch das im Stile einer Spitzenmannschaft, die mit dem Sieg gegen Mainz mit Tabellenführer Union Berlin gleichzog und nur aufgrund des Torverhältnisses auf Platz zwei rangiert. Sechs Spiele hat der Sport-Club jetzt nicht mehr verloren. Und wenn das so weitergeht, dann wird Streich in dieser Saison noch den einen oder anderen Sprint hinlegen.

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