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Außenverteidiger Jonathan Schmid schwingt sich in Mainz zum französischen Rekordspieler der Bundesliga auf. Die Offensive bereitet dem Sport-Club bei der 0:1-Pleite bei den Rheinhessen aber wieder mal Kopfzerbrechen.

Jonathan Schmid hätte sich für seinen Rekord-Tag ein anderes Ergebnis gewünscht. "Persönlich bin ich stolz darauf, aber ich bin nicht glücklich, weil wir verloren haben", sagte der 30-jährige Außenbahnspieler des SC Freiburg nach dem 0:1 (0:0) beim 1. FSV Mainz 05.

Gilbert Gress (rechts) im Zweikampf mit Dieter Brenninger vom FC Bayern (Foto: Imago, IMAGO / WEREK)
Mit ihm fing alles an: Gilbert Gress (rechts) war der erste Franzose in der Bundesliga. Von seinem Heimatort Straßburg aus war es auch nicht besonders weit nach Stuttgart. 149 Spiele machte Gress in der Bundesliga. Alle für den VfB. In der Liste der Rekord-Franzosen steht er aktuell immer noch auf Platz 8. Imago IMAGO / WEREK Bild in Detailansicht öffnen
In Kaiserslautern erinnert man sich... sagen wir mal mit gemischten Gefühlen an ihn: Youri Djorkaeff (links). Für vier Millionen Mark kam der damals frisch gebackene Weltmeister in die Pfalz, brachte es in drei Jahren aber nur auf 55 Bundesligaspiele. Mehr hat in Kaiserslautern aber auch kein anderer Franzose. Rekord! Imago IMAGO / Camera 4 Bild in Detailansicht öffnen
Der Top-Franzose in Karlsruhe könnte dem Namen nach auch aus Durlach kommen. Geboren ist Marc Keller aber im französischen Colmar. Immerhin 61 Ligaspiele machte Keller für den KSC, dann ging es für die Karlsruher in die zweite Liga und für Keller nach England. Imago IMAGO / Team 2 Bild in Detailansicht öffnen
Der Franzose mit den meisten Einsätzen für Mainz 05 läuft auch heute noch in Rot-Weiß auf: Moussa Niakhaté (rechts). Hier bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Stürmer fällen. Ob's eine längere Beziehung mit der Bundesliga wird, muss sich noch zeigen. Im Januar bekam er von seinem Trainer Bo Svensson jedenfalls vorerst "Wechselverbot". Imago IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Auf Partys gerne gesehen, aber ungern gehört: Anthony Modeste. Mit 62 Spielen für die TSG Hoffenheim ist er dort der Rekordhalter unter den Franzosen. Insgesamt kommt er auf ganze 158 Bundesligaspiele. Ohne den Ausflug nach China hätte es vielleicht sogar für die Top Fünf gereicht. So war aber kein Herankommen an: Imago IMAGO / Fotostand Bild in Detailansicht öffnen
Bixente Lizarazu, wie man ihn in München am liebsten sah: Schale in der Hand und Brett unter der Brust. Lizarazu sorgte nicht nur für einige Knoten in den Zungen deutscher Fußball-Moderatoren, sondern war auch quasi der erste einer ganzen Reihe von Grands Seigneurs beim Münchener Dauermeister. Mit 183 Bundesligaspielen belegt er Platz Fünf unter seinen Landsmännern. Nur ein Spiel mehr machte.... Imago IMAGO / Lackovic Bild in Detailansicht öffnen
... der nächste Bayer in der Liste: Willy Sagnol (vorne). In München bis heute mindestens so innig geliebt, wie ihn Luca Toni hier herzt. Nach seiner aktiven Karriere zog es ihn ins Trainergeschäft, auf den großen Durchbrich wartet er aber noch. Aktuell trainiert er die Nationalelf von Georgien. Imago IMAGO / ActionPictures Bild in Detailansicht öffnen
Ähnlich lieb hat man Matthieu Delpierre wohl beim VfB Stuttgart auch heute noch. In Delpierres Stuttgarter Zeit fallen einige Auftritte auf europäischer Bühne, ein DFB Pokalfinale und natürlich die Meisterschaft 2007. Mit seiner Zeit in Hoffenheim kommt er auf 185 Spiele und damit Platz drei, WEIT hinter... Imago IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
... Franck Ribery (links im Bild). 273 Bundesligaspiele, alle für den FC Bayern München. Eine Legende an der Isar. Zu Spitzenzeiten, wie hier auf dem Bild, war er (wenn überhaupt) nur von drei Gegenspielern zu stoppen. In der Liste der Rekord-Franzosen reicht es trotzdem nur noch für den zweiten Platz. Imago IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Denn Jonathan Schmid vom SC Freiburg hat schon gleichgezogen und wird vorbei ziehen. Schmid kam schon in der Jugend nach Freiburg, machte hier auch seine ersten Bundesliga-Spiele. Nach Ausflügen nach Hoffenheim und Augsburg kam er 2019 zurück und bleibt hoffentlich noch eine Weile. Schmid ist erst 30, hat also beste Chancen, einen Rekord für die Eweigkeit aufzustellen. Imago IMAGO / Eibner Bild in Detailansicht öffnen

Mit seinem 274. Einsatz ist er am Samstag zum französischen Rekordspieler in der Bundesliga aufgestiegen und hat Landsmann Franck Ribéry um ein Spiel übertrumpft. Ausgerechnet Ribéry, den langjährigen Star des FC Bayern München, der inzwischen für die AC Florenz spielt. Sein einstiges Jugendidol.

Keine Feierstimmung bei Jonathan Schmid

Weil die Freiburger ihre zweite Niederlage in Folge kassierten und zum fünften Mal in den vergangenen sieben Spielen ohne eigenes Tor blieben, war Außenverteidiger Schmid aber nicht nach Feiern zumute.

"Es war eine ordentliche Leistung über 60 Minuten, davor war es nicht gut genug", analysierte der Trainer der Badener, Christian Streich. Offensiv wollte seine Mannschaft es angehen. Gegen "giftige und aggressive" Mainzer spielte sie es in der einen oder anderen Situation aber "nicht sauber genug", wie der Coach monierte.

Negativer Trend für den SC Freiburg

Pech hatte sie auch noch. Vor allem der Ungar Roland Sallai, der den Ball erst an den rechten Pfosten knallte (40. Minute) und dann per Freistoß an die Latte setzte (59.). Und weil Robin Quaison auf der Gegenseite sechs Minuten vor dem Ende zum 1:0 für Mainz abstaubte, stand der Sport-Club letztlich nicht mal mehr mit einem, sondern gar keinem Punkt da. Zum dritten Mal in den vergangenen vier Spielen.

"Wir haben viele Spielanteile und Chancen gehabt, leider haben wir sie nicht genutzt", sagte Offensivmann Vincenzo Grifo: "Offensichtlich machen wir gerade keine Tore und dann ist es schwierig, das Spiel zu gewinnen", resümierte Streich.

Das Erreichen des Europapokals ist für die Freiburger zwar kein Muss, aber eine Motivation. Kriegen sie ihr Sturmtief nicht bald in den Griff, dürften die begehrten Plätze jedoch wieder in weitere Ferne rücken.

Schon im Hinspiel eine Pleite

Schon das Hinspiel gegen die abstiegsbedrohten Mainzer hatten die Freiburger verloren. Das damalige 1:3 war ein Tief-, aber auch ein Wendepunkt für die Breisgauer. In der Liga folgten daraufhin zwei Unentschieden und fünf Siege. Ob sie nun wieder die Kurve kriegen?

Nächster Gegner ist Schmids Ex-Klub FC Augsburg. Statt über Rekorde würde sich der Franzose da wohl lieber mal wieder über Tore freuen

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