Ritsu Doan trägt ein blaues Japan-Trikot und hält die japanische Flagge hinter dem Rücken ausgebreitet. (Foto: IMAGO, Kyodo News)

Fußball | WM in Katar

Günter, Ginter, Doan: Freiburger Freud und Leid liegen nah beieinander

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Joel Lischka

Deutschland scheidet bei der WM in Katar erneut in der Vorrunde aus. Christian Günter und Matthias Ginter kehren damit früher zum SC Freiburg zurück als der Japaner Ritsu Doan.

Als Schiedsrichterin Stéphanie Frappart das Spiel zwischen Deutschland gegen Costa Rica am Donnerstagabend um 21:56 Uhr deutscher Zeit abpfiff, war es bereits zu spät: Das Parallelspiel in der Gruppe E war schon beendet, Spanien unterlag Japan mit 1:2. Damit war das DFB-Team bei der zweiten WM in Folge in der Vorrunde gescheitert.

Auch die Verantwortlichen des SC Freiburg dürften das interessiert zur Kenntnis genommen haben. Schließlich waren drei Akteure der Breisgauer mit ihren Nationalteams in der Gruppe E dabei. Für die Deutschen waren Matthias Ginter und Christian Günter nach Katar gereist. Auf Seiten der Blue Samurai kämpfte sich Ritsu Doan ins Achtelfinale.

Enttäuschung bei Ginter und Günter

Vor der Weltmeisterschaft im Wüstenstaat hätten wohl wenige ihr Geld darauf gesetzt, dass die deutschen Nationalspieler zuerst nach Hause fliegen. Doch bereits die 1:2-Niederlage gegen Japan zum WM-Auftakt war ein Schock für Fußballdeutschland. Der viermalige Weltmeister gab die Partie nach 1:0-Führung noch aus der Hand. Maßgeblich daran beteiligt war auch Ritsu Doan. Der eingewechselte Rechtsaußen erzielte den Ausgleichstreffer und brachte das Spiel zum Kippen.

Nicht verhindern konnten das Christian Günter und Matthias Ginter. Bundestrainer Hansi Flick hatte sich dagegen entschieden, die Freiburger aufzustellen oder später einzuwechseln. Auch im weiteren Turnierverlauf schenkte Flick den Stammspielern vom Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga kein Vertrauen. Erstaunlich – schließlich war gerade die Defensive ein Schwachpunkt im DFB-Team. Ginter stand kurz davor, einen Negativrekord aufzustellen. Das Endturnier war die dritte Weltmeisterschaft für den 28-Jährigen – nie durfte er zuvor spielen.

Christian Günter und Matthias Ginter trainieren bei der WM 2022 in Katar in dunklen Trikots der deutschen Nationalmannschaft. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, GES/Markus Gilliar)
Die Freiburger Christian Günter und Matthias Ginter spielten bei der Weltmeisterschaft in Katar keine Rolle. Bundestrainer Hansi Flick setzte in der wackeligen Defensive auf andere Akteure. GES/Markus Gilliar

Immerhin gab Ginter dann doch noch sein WM-Debüt beim 4:2-Sieg gegen Costa Rica im letzten Spiel, als ihn Flick in der 93. Minute einwechselte. Trösten dürfte das aber weder ihn noch Mannschaftskollege Günter. Stattdessen ging es zügig Richtung Flughafen. Am Freitagabend soll der DFB-Tross in Frankfurt landen. Gute Laune dürfte wohl niemand im Gepäck haben.

Japan will weiter überraschen

Ganz anders sieht das bei den Japanern aus. Die Asiaten wollen ihren Höhenflug bei der Weltmeisterschaft in Katar fortsetzen. Dafür sorgt auch Ritsu Doan. Gegen Spanien kam er wie gegen Deutschland ebenfalls von der Bank und traf erneut zum zwischenzeitlichen 1:1. Am Ende schlug Japan den Weltmeister von 2010 dank des Siegtors von Ao Tanaka mit 2:1. Entsprechend groß fiel der Jubel auch in Japan über den Gruppensieg aus.

WM: Freiburgs Doan trifft mit Japan auf Kroatien

Vor dem Turnier gaben die Japaner als Ziel das Viertelfinale aus. Noch nie überstanden sie die Runde der letzten 16. Bei der WM in Russland scheiterten sie im Achtelfinale an Belgien. Jetzt müssen sie sich mit dem Vize-Weltmeister Kroatien messen. Ritsu Doan und seine Blue Samurai werden den Vergleich mit den Europäern nicht scheuen. Aber nicht nur auf dem Platz überzeugen die Japaner mit guter Organisation und geordnetem Spiel. Im Anschluss an die Begegnung gegen Deutschland twitterte die FIFA ein Bild der Umkleidekabine: Blitzblank hatten sie diese hinterlassen.

Ginter und Günther mit großem Ziel beim SC Freiburg

Verglichen mit den Japanern hat das DFB-Team für keine positiven Überraschungen gesorgt. Die Quittung: Heimreise nach nur drei Spielen. Für Matthias Ginter und Christian Günter geht es damit zurück zum SC Freiburg, mit dem die erstmalige Qualifikation der Champions League erreicht werden kann.

Allerdings dürften die WM-Teilnehmer nicht sofort zum Trainingsauftakt der Breisgauer in der nächsten Woche dabei sein. Es ist davon auszugehen, dass sie noch ein wenig Extra-Urlaub erhalten. In diesem können sie dann am Fernseher verfolgen, wie weit sich Mannschaftskollege Ritsu Doan mit seinen Japanern noch durch das Turnier kämpft – und könnten sich bestimmt etwas mitfreuen.

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Joel Lischka

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