STAND
REDAKTEUR/IN

Der SC Freiburg kam am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga, wenige Tage nach der Vertragsverlängerung von Trainer Christian Streich, nicht über ein 0:0 beim SV Werder Bremen hinaus.

Der SC Freiburg hat damit die Chance verpasst, näher ranzukommen an die Europa-League-Plätze der Fußball-Bundesliga. Eine Woche nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund spielte die Mannschaft von Christian Streich am Samstag nur 0:0 bei Werder Bremen.

Vor dem Spiel: Trubel um Schiedsrichter

Mit diesem Ergebnis muss der Sport-Club letztlich zufrieden sein, da Werder lange Zeit die bessere Mannschaft war und auch die beste Chance des Spiels hatte. Der Beinahe-Absteiger der vergangenen Saison stabilisiert sich seit dem Jahreswechsel weiter und dürfte in dieser Verfassung nicht mehr in so große Schwierigkeiten geraten, wie noch vor einem Jahr.

Die wohl bemerkenswerteste Aktion der Partie kommunizierte der Deutsche Fußball-Bund schon wenige Stunden vor Anpfiff: Da zog der DFB Videoschiedsrichter Martin Petersen von dieser Partie ab. Der Unparteiische hatte sich am Vorabend beim Zweitligaspiel zwischen Holstein Kiel und den Würzburger Kickers einen spielentscheidenden Fehler geleistet. Nach einer falschen Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Thorben Siewer griff der 35-Jährige nicht ein und ermöglichte den Kielern den Treffer zum 1:0-Sieg. Der DFB räumte diesen via Twitter ein. Und für das Werder-Spiel wurde kurzfristig Petersens Kollege Marco Fritz in den Kölner Videokeller beordert. Dort gab es während der 90 Spielminuten aber nicht viel zu tun.

Freiburg kommt nicht durch die Bremer Abwehr

Als der Bremer Milot Rashica in der 19. Minute ganz zart einen Elfmeter verlangte, sah Schiedsrichter Manuel Gräfe schon auf dem Platz und ohne Hilfe seines Videoassistenten, dass der Ball dem Freiburger Jonathan Schmid bloß an den angelegten Ellenbogen geflogen war. Ansonsten bestätigte sich in diesem Spiel, was schon seit der Bremer Heimniederlage gegen Union Berlin am 3. Januar zu beobachten ist: Aus einem Verein, bei dem das attraktive Offensiv- und Kombinationsspiel quasi zur DNA gehört, ist der Umstände halber ein gut organisiertes Defensivbollwerk geworden. Oder wie es Trainer Florian Kohfeldt in der 28. Minute auf das Spielfeld rief: "Männer, stabil bleiben!"

Selbst als Freiburg anfangs noch die aktivere Mannschaft war, ließ die eingespielte Defensivreihe mit Milos Veljkovic, Marco Friedl und dem in Freiburg ausgebildeten Ömer Toprak keine Gelegenheiten des Sport-Clubs zu. Und als Werder das Spiel dann mehr und mehr in die gegnerische Hälfte verlagerte, war man sogar das gefährlichere Team. In der 36. Minute vergab Veljkovic aus kürzester Distanz die beste Möglichkeit des Spiels. Und Rashica gab allein in der ersten Halbzeit fünf Torschüsse ab. Das ist ein Wert, den in dieser Saison bislang kein einziger Bremer über die gesamten 90 Minuten erreicht hatte. Selbst durch die verletzungsbedingte Auswechselung von Veljkovic verlor die Bremer Abwehr nichts an ihrer Stabilität. Für den Serben spielte der nur noch selten eingesetzte Kapitän Niklas Moisander. Allein die Offensivleistung ließ bei beiden Teams nach dem Wechsel noch mehr nach.

Freiburger zu harmlos

Die beste Chance der zweiten Halbzeit vergab der frühere Bremer Nils Petersen in der 77. Minute für die am Ende noch einmal aufdrehenden Freiburger. Dadurch verhagelte er seinem Ex-Club auch nicht die gute Defensivstatistik. Auf die gesamte Saison gerechnet hat Werder mit 27 Gegentoren die sechstbeste Abwehr der Liga. Wenn man nur das Jahr 2021 nimmt, sind sechs Gegentreffer in sieben Spielen sogar der beste Wert - zusammen mit dem VfL Wolfsburg.

Freiburg ohne Verteidiger Schlotterbeck

Der Sport-Club musste im Spiel kurzfristig auf seinen Innenverteidiger Keven Schlotterbeck verzichten. Der 23-Jährige leide an muskulären Problemen, hieß es eine Stunde vor Anpfiff. Für Schlotterbeck und den aus der Nähe von Bremen stammenden Angreifer Lucas Höler standen die beiden Abwehrspieler Manuel Gulde und Dominique Heintz in der Startaufstellung. Eine Woche nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund kehrte SC-Trainer Christian Streich damit in seiner taktischen Ausrichtung zu einem 3-4-3-System zurück. Nach dem Spiel gegen Werder Bremen steht Freiburg mit 31 Punkten auf Platz acht der Tabelle.

Freiburg

Fußball | Bundesliga Christian Streich verlängert seinen Vertrag: "Das ist ein Geschenk"

Fußball-Bundesligist SC Freiburg hat den Vertrag mit Trainer Christian Streich verlängert. Das teilte der Verein an diesem Donnerstag mit.  mehr...

Sport erklärt Salary Cap: Kann eine Gehaltsobergrenze den Fußball retten?

Millionengehälter für Spieler sind im Profi-Fußball längst Normalität. Die Gefahr: Steckt ein Club zu viel Geld in seinen Kader, sind wirtschaftliche Probleme nicht weit. Braucht der Fußball eine Gehaltsobergrenze?  mehr...

Sport erklärt Milliardenspiel Fußball: So funktioniert der Transfermarkt

Aus dem Spiel Fußball ist ein globales Business geworden. Einzelne Spieler werden für Millionen-Summen zwischen Vereinen gehandelt. Und die Spielerberater verdienen fleißig mit. "Sport erklärt" beleuchtet den milliardenschweren Transfermarkt im Fußball-Business.  mehr...

STAND
REDAKTEUR/IN