Nico Schlotterbeck (r) von Freiburg spricht nach dem Spiel mit seienm Bruder Keven Schlotterbeck von Berlin. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Patrick Seeger)

Fußball | Bundesliga

Die Geschichte der Schlotterbeck-Brüder

STAND
AUTOR/IN

Der Name Schlotterbeck steht für Fußball. Die Brüder Keven und Nico spielen beide in der Bundesliga. Doch der bekannteste und erfolgreichste Schlotterbeck ist sicherlich immer noch Onkel Niels.

Die Brüder Schlotterbeck, so könnte auch der Titel eines Romans von Astrid Lindgren oder Fjodor Michailowitsch Dostojewski heißen. Doch die Brüder Schlotterbeck sind nicht erfunden, sie sind echt. Zwei talentierte junge Brüder, die in der Fußball-Bundesliga spielen. Die Geschichte der beiden allerdings, die würde auch für einen Roman taugen.

Gleich und doch unterschiedlich

Gut zweieinhalb Jahre trennen den 23-jährigen Keven von seinem jüngeren Bruder Nico. Aufgewachsen sind beide in der Nähe von Stuttgart, beide sind um die 1,90 Meter groß, beide Linksfuß, beide Defensivspieler. Beide sind sehr sympathische junge Männer, und, und, und… Die Liste der Gemeinsamkeiten ist lang.

Und dennoch, sagt Freiburgs Trainer Christian Streich, der die Brüder Schlotterbeck schon lange kennt, sind sie charakterlich sehr verschieden. "Der Keven und der Nico sind ganz unterschiedliche Typen, ich will da nicht in Details gehen. Sie sind Brüder und das kennt man ja, dass Geschwister ganz unterschiedlich sein können. Der Nico hat so eine Form von Selbstvertrauen und der Keven hat eine andere Form von Selbstvertrauen. Aber der Keven hat auch ein sehr gutes Selbstvertrauen. Das ist sehr unterschiedlich, aber beides gute Spieler. Und es wird sehr spannend, was in den nächsten Jahren passiert, wo es hingeht."

Bundesligadebüt beim SC Freiburg

So unterschiedlich sie auch charakterlich sein mögen, so ähnlich ist wiederum ihre Karriere. Beide Schlotterbecks spielten in ihrer Kindheit bei den Stuttgarter Kickers, beide kamen über die zweite Mannschaft des SC Freiburg in den Profikader und absolvierten für den SC ihr erstes Bundesligaspiel. Dann wurde Keven zum Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin ausgeliehen. Er erkämpfte sich dort einen Stammplatz und kehrte letzten Sommer zum Sport Club nach Freiburg zurück. Eine Erfahrung, die Keven Schlotterbeck gut tat. Und warum sollte man dies dem kleinen Bruder verwehren? Natürlich nicht!

Seit dieser Saison spielt Nico als Leihspieler des SC Freiburg an Stelle seines Bruders bei den "Eisernen", hat ebenfalls einen Stammplatz, und auch er wird am Saisonende nach Freiburg zurückkehren, glaubt zumindest Christian Streich. "Ich gehe davon aus, dass beide im Sommer bei uns sind. Beide haben einen linken Fuß, dann hast du natürlich wieder das Problem mit der Position. Dann spielst du Dreierkette, dann kann einer in der Mitte spielen und einer links. Spielst du Viererkette hast du zwei Linksfüßer, beide sind dann Schlotterbecks. Es ist kein Problem, aber trotzdem bin ich froh, dass es jetzt im Sommer kommt und nicht vor zwei Jahren. Das war reif, was da passiert ist. Und es zeigt auch, dass das eine positive Geschichte ist, bis jetzt."

Beide haben einen Vertrag beim SC Freiburg

Auf dem Platz sind die Schlotterbecks Konkurrenten. Zwei, die sich nichts schenken. Doch ansonsten telefonieren die Brüder drei bis vier Mal pro Woche miteinander und freuen sich, wenn der andere ein gutes Spiel gemacht hat. Ob Nico Schlotterbeck tatsächlich nach Freiburg zurückkehren wird, ist noch unbekannt. Darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht, sagt er.

Sein großes Ziel sei erst einmal die Teilnahme an der U21-EM im Sommer. Aber vielleicht verlässt auch Keven Schlotterbeck am Saisonende den SC Freiburg Richtung Premier League. In England beobachtet man den talentierten 23-Jährigen scheinbar schon länger, und im Fußball geht bekanntlich ja alles oft sehr, sehr schnell.

Der Weg der Schlotterbecks ist offen

Doch egal wohin die Reise für die talentierten Brüder gehen wird. Wenn sie verletzungsfrei bleiben, dann werden sie wohl ihren Onkel Niels Schlotterbeck in naher Zukunft ein- oder gar überholen. Der heute 52-Jährige hat insgesamt 207 Erst- und Zweitligaspiele - unter anderem für die Stuttgarter Kickers, 1860 München und auch den SC Freiburg - absolviert. Das könnte eng werden für den Onkel Niels.

Am Samstag könnten die beiden Brüder jedenfalls aufeinandertreffen. Doch noch ist unsicher, ob Keven Schlotterbeck auflaufen wird. Er fehlte zuletzt wegen muskulärer Probleme, Christian Streich sprach von einer Wahrscheinlichkeit von 48 zu 52 Prozent, dass der 23-Jährige am Samstag in der Startelf stehen wird.

Eine schöne Geschichte ist das Bruder-Duell allemal. Nicht erfunden, sondern faktenbasiert. Und vielleicht bringt ja irgendwann einmal einer die Geschichte der Brüder Schlotterbeck auf Papier.  

Mehr zum SC Freiburg

Freiburg im Breisgau

Fußball | Bundesliga Keven Schlotterbeck - aus der Verbandsliga zur Abwehrgröße des SC Freiburg

Vor dreieinhalb Jahren spielte Keven Schlotterbeck noch in der Verbandsliga. Jetzt ist der Innenverteidiger einer der Protagonisten beim zurzeit furios aufspielenden SC Freiburg in der Bundesliga.  mehr...

Freiburg

Fußball | Bundesliga Christian Streich verlängert seinen Vertrag: "Das ist ein Geschenk"

Fußball-Bundesligist SC Freiburg hat den Vertrag mit Trainer Christian Streich verlängert. Das teilte der Verein an diesem Donnerstag mit.  mehr...

Freiburg

Fußball | Bundesliga Freiburgs Santamaria schaut sich "vieles von den Pferden ab"

Dass sich Rekordeinkauf Baptiste Santamaria beim SC Freiburg zuletzt in guter Form präsentierte, hat wohl auch mit seinen Rennpferden zu tun. Das geht aus einem Interview mit dem Franzosen hervor.  mehr...

STAND
AUTOR/IN