Christian Streich (Foto: imago images, IMAGO /Beautiful Sports)

Fußball | Bundesliga

Treffer 999 zum Abschied - Freiburg sagt "Tschüss" zum Dreisamstadion

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Nach 999 Bundesligatreffern ist am Sonntagabend im Dreisamstadion der letzte Schlusspfiff ertönt. Die Freiburger verabschiedeten sich standesgemäß mit einem 3:0 gegen den FC Augsburg von ihrem Stadion.

Mit Tränen in den Augen und zuckender Oberlippe schritt Christian Streich nach dem Abpfiff auf den Rasen des Dreisamstadions. Oben auf der Tribüne applaudierte der langjährige SC-Trainer Volker Finke - sowohl dem Team als auch dem Stadion, in dem er selbst so viele Erfolge gefeiert hatte. Mit 3:0 beendete der SC Freiburg die "Abschiedsvorstellung" im Dreisamstadion gegen den FC Augsburg. Ein Treffer mehr und das Dreisamstadion hätte sogar noch sein 1.000. Bundesligator erlebt. So bleibt es bei 999 Bundesligatreffern im ausrangierten Rechteck. Einen Rekord gab es aber dennoch: Die Freiburger stellten mit sechs ungeschlagenen Spielen zum Auftakt einer Bundesligasaison einen neuen Vereinsrekord auf.

Beim emotionsgeladenen Abschied vom Dreisamstadion boten die Breisgauer ihren Fans eine Fußball-Gala inklusive Klubrekord - die feierten den auf den Zaun gekletterten Kult-Coach Christian Streich nach dem 3:0 (3:0) gegen den FC Augsburg als "besten Mann". Streich stimmte mit Maske über ein Megafon die Gesänge an, lies die Fans "Dreisamstadion, Dreisamstadion"-Sprechchöre anstimmen und den 2009 verstorbenen SC-Freiburg-Präsidenten Achim Stocker feiern, der in seiner Amtszeit maßgeblich für den Ausbau des Dreisamstadions beigetragen hatte. Streichs Spieler saßen derweil voller Wehmut auf dem Rasen - dann starteten wilde Jubeltänze.

Große Abschiedsparty in Freiburg

"Es hat extrem viel Spaß gemacht. Wir wollten uns mit einem Sieg verabschieden, das hat geklappt", sagte Lucas Höler nach dem Spiel. Lukas Kübler (6.), Höler (25.) sowie Vincenzo Grifo per Handelfmeter (33.) trafen für den SCF, der Zuhause seit sieben Begegnungen nicht verloren hat und auf den fünften Tabellenplatz kletterte. Freiburg ist zudem erstmals nach sechs Spieltagen einer Saison ungeschlagen. Der FCA dagegen bleibt auf Rang 15 im Keller. Vor 14.400 Zuschauern dominierten die Gastgeber die Anfangsphase. Nicolas Höfler sorgte per Kopf nach einer Ecke von Kapitän Cristian Günter zum ersten Mal für Gefahr (3.). Kurz darauf konnten die Freiburger, bei denen Jonathan Schmid fehlte, bereits jubeln. Kübler schloss eine sehenswerte Kombination über Höler und Günter stark ab. Die Augsburger, die ohne Alfred Finnbogason, Iago, Jan Moravek und Felix Uduokhai auskommen mussten, kamen nur schwer in Tritt. Der FCA war dem hohen Tempo der Gastgeber nicht gewachsen. Immer wieder wurde es brenzlig vor dem Tor des früheren SC-Keepers Gikiewicz.

Das zweite Tor der starken Freiburger, bei denen ein Rädchen ins andere Griff, war nur eine Frage der Zeit. Höler erzielte es nach Vorarbeit von Maximilian Eggestein. Nach einem Handspiel von FCA-Defensivspieler Raphael Framberger schraubte Grifo das Ergebnis vom Punkt in die Höhe. Die Augsburger waren mit Zwischenstand zur Pause noch gut bedient. Zu Beginn des zweiten Durchgangs reagierte FCA-Trainer Markus Weinzierl und brachte in Carlos Gruezo sowie Andi Zeqiri zwei neue Spieler. Die Maßnahme zeigte zunächst kaum Wirkung. Die Gastgeber beherrschten weiter das Geschehen und wurden von ihren Anhängern frenetisch gefeiert - der SC ließ in dieser Phase allerdings mehrere Großchancen liegen.

Abschied nach 67 Jahren

Die Freiburger verlassen ihr bisheriges Stadion nach 67 Jahren und 360 Bundesligaspielen. Die direkt am Eingang zum Schwarzwald gelegene Arena war einzigartig in der Eliteklasse. Der SC brauchte eine Sondergenehmigung für den Spielbetrieb, da der Platz kürzer als erlaubt ist und fast einen Meter Gefälle aufweist. Das neue Stadion mit einer Kapazität von knapp 35.000 Plätzen, für das Baukosten in Höhe von 76 Millionen Euro veranschlagt wurden, entstand seit November 2018 in der Nähe des Flugplatzes im Nordwesten der Stadt. Die Arena wird beim kommenden Heimspiel am 16. Oktober gegen RB Leipzig in Betrieb genommen.

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