Jochen Saier, Sportvorstand des SC Freiburg (Foto: Imago, imago images / eu-images)

Fußball | Bundesliga Jochen Saier: Ex-Hospitant als Macher des SC Freiburg

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Eigentlich wollte Jochen Saier nur mal reinschnuppern beim SC Freiburg. Aber wie das Leben manchmal so spielt: Heute ist er Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten.

"Den Weg kann man nicht planen..."

Als 23-jähriger wollte Jochen Saier "einfach mal hospitieren", erzählt der inzwischen 41-Jährige in bei seinem Studiobesuch bei SWR Sport BW. Neugierig war er, auf das damalige Vorzeigeobjekt in Deutschland, das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des SC Freiburg. Was daraus wurde, ist bekannt. Saier ist heute Sportchef des SC Freiburg. "Den Weg, den ich genommen habe, kann man nicht planen", sagt er im Rückblick. Aber er sei damals "Schritt für Schritt da reingewachsen". Saier wurde Leiter der Freiburger Fußballschule. Einer der Nachwuchs-Trainer war Christian Streich, sportlicher Leiter Klemens Hartenbach. Streich ist bekanntermaßen gerade in seine 9. Saison als Bundesligatrainer gestartet, Hartenbach teilt sich die Aufgaben des Sportdirektors mit Jochen Saier. "Ich glaube, das ist auch Teil des Geheimnisses von uns, dass wir den ganzen langen Weg zusammen gegangen sind."

Vom Nachwuchs in den Profi-Bereich: Ein paar Nullen Unterschied

Seit 2013 ist Saier jetzt schon im Profibereich tätig. "Der einzige Unterschied sind die Nullen mehr, die auf den Verträgen", sagt Saier grinsend. Und die mediale Aufmerksamkeit. Aber Saier ist Profi. Ein sympathischer. Auf die immer wiederkehrenden Fragen zur Zukunft von Supertalent Luca Waldschmidt reagiert er nicht genervt, sondern klar: "Es wäre ja komisch, wenn keiner anfragen würde", sagt Saier und verweist nicht zuletzt auf die Torjägerkrone, die Waldschmidt bei der U21-EM im Sommer geholt hat. Stellt aber auch klar: "Er soll einen tragende Säule bei uns sein"!

Dauer

Aber auch bei Waldschmidt wird es Schmerzgrenzen geben. Denn obwohl der SC Freiburg erstmals über 100 Millionen Euro Umsatz verzeichnet, verspricht Saier: "Wir bleiben auf dem Freiburger Weg"! Heißt übersetzt: kein Verprassen, sondern in die Zukunft investieren. Und die Zukunft hat mit dem Stadionbau längst begonnen. Selbst finanziert, versteht sich.

"Beim Thema Keller musste ich mir auf die Zunge beißen.."

Dass die Findungskommission des Deutschen Fußball-Bundes Fritz Keller jetzt auch offiziell zum potentiellen Nachfolger von Reinhard Grindel als DFB-Präsident ernannt hat, erleichtert Saier. Denn er trug dieses Geheimnis tagelang mit sich rum: "Ich hab' mir auf die Zunge beißen müssen, weil das auch für mich eine besondere Nachricht war", gibt der Sportvorstand zu.

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Wer beim Sportclub jetzt Panik erwartet, wird enttäuscht. Aber wird Fritz Keller DFB-Präsident, dann steht Freiburg ohne da: "Wir haben keine Eile, wir werden mit Bedacht und Ruhe überlegen", sagt Saier, hält noch ein Plädoyer für seinen Noch-Präsidenten und kommt zum Ergebnis, der DFB und Fritz Keller "passt". Unaufgeregt und klar. Typisch Freiburg eben.

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